Teaser Bild
Image
Kaulbarsch

Neue Rote Liste – Süßwasserfische und Neunaugen

Teaser Text

Die neue Rote Liste des Bundesamts für Naturschutz und des Rote-Liste-Zentrums, angesiedelt im DLR Projektträger, zeigt: Der Zustand der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands hat sich deutlich verschlechtert. Menschliche Eingriffe, wie die Regulierung von Gewässern, Gewässerverschmutzung sowie Klimawandel sind Gründe für diese Entwicklung.

Headline, Text + Image
Content Module Text

23.01.2024 — Die Ergebnisse der Roten Liste, die am 4. Januar 2024 veröffentlicht wurde, belegen eine drastische Verschlechterung des Bestands der Süßwasserfische und den fischähnlichen Neunaugen. Während in der vorherigen Liste von 2009 nur 22 Arten als bestandsgefährdet galten, sind es nun 38 Arten. 11 Arten sind sogar direkt vom Aussterben bedroht, darunter auch Lachs und Meerneunauge. 9 Arten gelten bereits als ausgestorben, darunter beispielsweise der Europäische Stör. Bekannte Fischarten wie die Forelle sind gefährdet, während der in vielen Gewässern verbreitete Kaulbarsch auf der „Vorwarnliste“ steht.

Bereits bekannte Ursachen für die Bedrohung von Süßwasserfischen und Neunaugen sind Barrieren und Querbauwerke, die deren Wanderungen beeinträchtigen. Wasserkraftwerke verursachen verletzen die Tiere und führen zu höheren Todesraten. Ökologisch wertvolle Flachwasserbereiche entlang der Ufer und in den Auen wurden durch die Regulierung und den Ausbau der Gewässer beeinträchtigt. Die aufgrund des Klimawandels zunehmenden heißen und trockenen Jahre beeinträchtigen besonders hitzeempfindliche Arten wie die einheimische Forelle.

Das Rote-Liste-Zentrum im DLR Projektträger

Das Rote-Liste-Zentrum (RLZ), angesiedelt im DLR Projektträger, koordiniert im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) seit 2019 die Erstellung aller bundesweiten Roten Listen der Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Es begleitet und unterstützt die jeweiligen Expertinnen und Experten fachlich, organisatorisch und finanziell. Insgesamt sind bisher fünf Rote Listen erschienen, die das RLZ koordiniert hat. Aktuell arbeiten die Expertinnen und Experten an verschiedenen Roten Listen zum Beispiel für Heuschrecken, Binnenasseln, Flechten, Weberknechte und viele weiteren Tiere, Pflanzen und Pilze.

Rote Listen sind wissenschaftliche Fachgutachten und dienen insbesondere der Information der Öffentlichkeit über die Gefährdungssituation der Arten. Sie sind unter anderem Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen, Grundlage und Argumentationshilfe für raum- und umweltrelevante Planungen und zeigen Handlungsbedarf für die Erhaltung von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten auf. Die bundesweiten Roten Listen werden von rund 650 Fachleuten erarbeitet. Die Listen fungieren als Frühwarnsystem für den Schutz der biologischen Vielfalt, und ihre Ergebnisse betonen die Dringlichkeit gezielter Maßnahmen zur Erhaltung der einheimischen Arten und ihrer Lebensräume.

DLR Projektträger Newsletter

Erhalten Sie regelmäßig Updates zu News, Top-Themen und Förderangeboten. Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter:
Main and Other Contacts

Kontakt