One Health
Tropische Krankheiten wie Denguefieber oder das West-Nil-Fieber breiten sich in Europa aus, weil Klima, Natur und Tierpopulationen sich verändern. „Vögel und Fledermäuse tragen Viren in sich, die sie über ihr Blut an Mücken weitergeben. In Städten können sich diese Mücken rasch ausbreiten und die Viren auf den Menschen übertragen“, erklärt Laura de la Cruz. Der „One Health“-Ansatz trägt dazu bei, die Übertragungswege aufzuklären. Dadurch können Maßnahmen entwickelt werden, um die Ausbreitung einzudämmen.
Auch steigende antimikrobielle Resistenzen (AMR) sind ein Problem, bei dem der „One Health“-Ansatz Fortschritte verspricht. „Die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten, ist so komplex, dass es verschiedene Fachperspektiven braucht, um Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Resistenzen im Krankenhaus, in der Tiermedizin und der Umwelt zu erkennen“, sagt de la Cruz. Nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit könne man dem gerecht werden.
De la Cruz verantwortet „One Health“ im Fachbereich „Gesundheit“; Kollegin Birgit Kuna bringt Expertise aus dem Fachbereich „Umwelt und Nachhaltigkeit“ ein. „Der Weltklimarat IPCC und der Weltbiodiversitätsrat IPBES, die beide bei uns koordiniert werden, beschreiben ‚One Health‘ als wichtiges Thema bei der Entwicklung von Lösungen für die globalen Krisen“, sagt Kuna.
Mit der „Forschungsvereinbarung One Health“ hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) den Grundstein gelegt, interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken. De la Cruz unterstützt die Umsetzung des Förderportfolios: Sie betreut nationale, europäische und internationale Maßnahmen, in denen überwiegend zu den Themen Pandemieprävention und AMR geforscht wird. Auch nichtübertragbare Krankheiten sowie die Schnittstelle zwischen Klima und Gesundheit werden dabei immer wichtiger. Auch deshalb steht de la Cruz im regelmäßigen Austausch mit Kuna, die seit 2021 das BMFTR bei der erstmaligen Auflage einer interdisziplinären Bundesfördermaßnahme „Nachwuchsgruppen Klima, Umwelt und Gesundheit“ berät und begleitet.
Erfolge feiern sie auch auf EU-Ebene: Kuna hat im Anschluss an einen Workshop zu „One Health“ in der Reihe „Brussels Future Talk“ auf Anfrage der EU das Thema in der „Strategic Research and Innovation Agenda on Health and Climate Change“ (2026–2035) verankert. De la Cruz betreut derzeit die beiden europäischen Partnerschaften „Pandemieprävention“ und „One Health AMR“ mit einer Laufzeit von jeweils zehn Jahren.
Der Beitrag ist entnommen aus der DLR-Mitarbeitendenzeitschrift ECHTZEIT, Ausgabe 01/2026.