„Mind the Gap“: Fachsymposium zur geschlechtersensiblen Medizin
22.09.2026 — Um Menschen jeden Geschlechts bestmöglich medizinisch zu behandeln, sollten Geschlechteraspekte auch in der Forschung stärker berücksichtigt werden. Dafür engagiert sich das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit besonderen Forschungsschwerpunkten und mit der Ausrichtung einer zweitägigen wissenschaftlichen Fachtagung am 24. und 25. November in Berlin. Das Symposium „Mind the Gap: Geschlechtersensible Medizin im Fokus“ wird von Bundesministerin Dorothee Bär eröffnet und bietet Teilnehmenden aus allen medizinischen Fachrichtungen Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Thematisiert werden beispielsweise Herangehensweisen sowie klinische und methodische Herausforderungen bei der Stärkung einer geschlechtergerechten Medizin für alle.
Zum Auftakt des Symposiums vergibt Ministerin Bär einen Preis an Forschende in frühen Phasen ihrer wissenschaftlichen Karriere, die sich durch innovative Forschungsansätze in diesem Themenfeld ausgezeichnet haben. In Fachvorträgen werden Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen medizinischen Fachgebieten vorgestellt, in Workshops soll unter anderem diskutiert werden, wie geschlechtersensible Forschung über das Design von klinischen Studien sowie die geschlechtersensible Auswertung vorhandener medizinischer Datensätze gestaltet werden können.
Interessierte Forschende können sich für einen Kurzvortrag bei den Fachsessions bewerben. Anmeldungen zum Symposium selbst sind noch bis zum 6. November möglich. Weitere Informationen dazu finden sich im Fachportal Gesundheitsforschung (siehe rechts: Weiterführende Links).
Bestehende Wissenslücken schließen – mit Expertise des DLR Projektträgers
„Geschlechtersensible Medizin und Frauengesundheit sind besondere Schwerpunkte der vom Ministerium geförderten Gesundheitsforschung“, sagt Eva Müller-Fries, die diese Themen gemeinsam mit anderen Teams im Bereich Gesundheit des DLR Projektträgers betreut. „Inzwischen wurden zahlreiche Fördermaßnahmen auf den Weg gebracht, die dazu beitragen, den Geschlechteraspekt künftig stärker zu berücksichtigen und bestehende Wissens- und Informationslücken zu den geschlechtsspezifischen Besonderheiten von Krankheiten zu schließen.“ Dies helfe viele Erkrankungen besser zu verstehen und passgenaue Therapien zu entwickeln – nicht nur für Frauen, sondern für alle Geschlechter.
Die Expertise von Eva Müller-Fries und ihrem Team ist aber nicht nur bei der Konzeption entsprechender Fördermaßnahmen gefragt. In enger Abstimmung mit dem BMFTR sind die Mitarbeitenden des DLR Projektträgers auch maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der vom Ministerium ausgerichteten Fachtagung und des dabei verliehenen Preises für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler früher Karrierephasen beteiligt. Organisation und Steuerung der mit der Durchführung des Symposiums beauftragten Agentur gehören dabei ebenso zu den Aufgaben des Teams wie die inhaltliche Gestaltung von Fachsessions und Workshops sowie das Benennen und Briefen von Vortragenden.
„Frauen und die Vielfalt der Geschlechter haben in der Medizin viel zu lange zu wenig Beachtung gefunden, hier besteht ein hoher Bedarf an Forschung“, sagt Eva Müller-Fries, „deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass die geschlechtersensible Medizin sowohl in Wissenschaft und Gesellschaft als auch in der Forschungsförderung jetzt so viel Aufmerksamkeit erfährt. Wir sind stolz, mit unserer Arbeit zu einem fast schon überfälligen Kulturwandel beitragen zu können“.
In der Medizin galt der männliche Körper lange als Maß der Dinge: In klinischen Studien etwa waren Frauen seltener vertreten als Männer. So entstand eine systematische Wissens- und Informationslücke zu geschlechtsspezifischen Besonderheiten von Krankheiten und bei der Auswertung medizinischer Daten – der sogenannte Gender Data Gap.