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Roboterhand mit Medikament

Mensch und Maschine – Künstliche Intelligenz in der Praxis

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Sprachassistenzsysteme auf dem Smartphone, Serviceroboter in der Fabrik, in Diagnostik oder Pflege, Fahrassistenten im Fahrzeug – Künstliche Intelligenz (KI) ist bereits Bestandteil unseres Lebens. Sie gilt als Schlüsseltechnologie für die nächste Stufe der Digitalisierung, in der intelligente Maschinen und Systeme unseren Alltag prägen werden.

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Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz (KI) sind hoch: Angetrieben durch immer schnellere Computer, über immer bessere Algorithmen und dank immer mehr verfügbaren Daten soll sie entscheidende Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen leisten. Gleichzeitig wirft KI ethische und rechtliche Fragen auf, auf die nur ein breiter gesellschaftlicher Diskurs Antworten geben kann. Wie verändern sich Zusammenleben, Alltag, Arbeit und Wirtschaft? Was ist von Nutzen für den Menschen jenseits technischer Machbarkeit? Welche Klischees und Missverständnisse, vielleicht auch Ängste, gilt es zu entkräften?

Chancen KI-gestützter Technologie

Wenn die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen, wenn Maschinen nicht länger bloß Werkzeuge sind, sondern quasi zu Kollegen werden, die Handlungsentscheidungen treffen, muss man die Regeln der Zusammenarbeit neu definieren. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft sind sich einig: KI muss für und mit dem Menschen arbeiten, nicht gegen ihn. An diesem Punkt setzt die Arbeit des DLR Projektträgers (DLR-PT) an: Wir identifizieren seit vielen Jahren die Chancen KI-gestützter Technologie, entwickeln innovative Ideen für deren Ausgestaltung, um sie gesellschaftlich verträglich und lohnend für Deutschland und Europa nutzbar zu machen. So haben wir die „Strategie Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung mitgestaltet und sind sowohl für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als auch für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zuständiger Projektträger für KI-Themen.

KI-Forschungsstandort Deutschland

Dank seiner starken Grundlagenforschung verfügt Deutschland in der KI über eine gute Ausgangsposition, die die Bundesregierung über eine Verstetigung der bestehenden Kompetenzzentren für KI-Forschung, verstärkte wissenschaftliche Nachwuchsförderung sowie eine breite Verankerung der KI an Hochschulen weiter intensiviert. Im Auftrag des BMBF ist der DLR-PT am Ausbau von sechs nationalen KI-Kompetenzzentren – darunter auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) – beteiligt. Eine für uns zentrale Frage ist, wie grundlagenorientierte Forschungsergebnisse schnellstmöglich nutzbar gemacht werden können: Zusammen mit dem BMBF haben wir Fördermaßnahmen zur Anwendung von KI und Maschinellem Lernen in der Praxis auf den Weg gebracht.

Wir greifen grundlegende Fragen zum Verständnis von KI-Systemen auf: Im Rahmen einer von uns entwickelten Richtlinie wird zum Beispiel Forschung gefördert, die Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen nachvollziehbarer macht. Denn nur wenn der Mensch weiß, wie eine KI Entscheidungen trifft, kann er diese auch bewerten und zum Beispiel feststellen, wer gegebenenfalls für einen Fehler haften muss. Im Auftrag des BMBF holen wir außerdem KI-Expertinnen und -Experten aus aller Welt nach Deutschland, damit sie hier gemeinsam zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsfragen arbeiten – beispielsweise im Rahmen der „Internationalen Zukunftslabore“, die aus bis zu 12 internationalen Forschenden bestehen.

Die Ethik der Maschinen

Daran schließt sich die Frage nach der Notwendigkeit einer Ethik für Maschinen an. KI-Systeme sind darauf ausgelegt, Entscheidungen zu treffen – aus einer Vielzahl von Handlungsoptionen wählen sie die nach ihren Maßstäben optimale Lösung aus. Daraus ergeben sich Konsequenzen für Menschen. Beispielweise beim autonomen Fahren stellt sich die Frage: Wie kann gewährleistet werden, dass KI in verkehrstechnisch kritischen Situationen ethisch und moralisch vertretbare Entscheidungen trifft?
Auch im Bereich der Finanzsysteme wird KI immer häufiger für die Bewertung von Produkten und Dienstleistungen eingesetzt. Eine Algorithmen-gesteuerte KI besitzt damit inzwischen das Potenzial, gesamte Finanzsystem zu destabilisieren – welche Sicherungsmechanismen können hier eingesetzt werden, wie können Systeme nachhaltig gesteuert werden? Fragen, auf die wir Antworten entwickeln. Im Auftrag der Baden-Württemberg-Stiftung setzen wir dafür das Forschungsprogramm „Verantwortliche Künstliche Intelligenz“ um, in dem wir Forschungsprojekte begleiten, die sich mit der ethischen und gemeinwohlorientierten Nutzung von KI auseinandersetzen.

Weitere ethische, juristische, soziale und politische Fragen von KI haben wir unter anderen im Rahmen der von uns initiierten Vorhaben ABIDA sowie dem Nachfolgeprojekt GOAL adressiert. Bei ABIDA ging es um die Frage, welche Veränderungen in der Wirtschaft, bei Dienstleistungen, im staatlichen Handeln oder im Privatleben durch die immer größere Verfügbarkeit von Daten (Big Data) ausgelöst werden. Im GOAL-Projektverbund („Governance von und durch Algorithmen“) forschen Informatikerinnen, Rechtswissenschaftler, Ethikerinnen, Verhaltenswissenschaftlerinnen und Ökonomen interdisziplinär über die Rolle der Technik als Mittel der wirkungsstarken, effizienten und automatisierten Implementierung und Durchsetzung sozialer Regeln. Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit der Frage, welche verhaltenssteuernden und regulativen Wirkungen Algorithmen haben und wie diese verantwortungsbewusst eingesetzt werden können.

Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie 4.0

Als einen Baustein der KI-Strategie der Bundesregierung haben wir im Auftrag des BMWi einen Innovationswettbewerb konzipiert, der auf eine breite Förderung der digitalen Transformation der Wirtschaft zielt. Die Anwendungsbereiche in den derzeit 24 von uns betreuten Verbünden reichen von der Bauwirtschaft über den Gesundheitssektor bis zum Quantencomputing – auch für den Mittelstand.

Für das BMBF setzen wir die Fördermaßnahme „Erforschung, Entwicklung und Nutzung von Methoden der Künstlichen Intelligenz in KMU (KI4KMU)“ um und unterstützen damit KMU beim beschleunigten Technologietransfer aus dem vorwettbewerblichen Bereich in die praktische Anwendung. Darüber hinaus haben wir im Auftrag des BMWi bundesweit inzwischen 26 Mittelstand-Digital Zentren mit aufgebaut, in denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mithilfe von über 50 KI-Trainern befähigt werden, Chancen und Herausforderung der neuen Technik zu erkennen, Know-How aufzubauen und konkrete Anwendungen umzusetzen.

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Dr. Christian Schmidt

Dr. Christian Schmidt

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Abteilungsleiter
Abteilung
Digitale Technologien und Anwendungen
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Gesellschaft, Innovation, Technologie
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