Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften
Seit 2012 begleitet der DLR Projektträger das BMFTR-Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Nach den Rahmenprogrammen „Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“ (2012–2019) und „Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten“ (2019–2026), betreut der DLR Projektträger jetzt mit dem neuen BMFTR-Rahmenprogramm „Orientierung für eine Welt im Wandel“ (2026–2032) zum dritten Mal in Folge das BMFTR-Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften. In den nächsten sieben Jahren stehen im Rahmen des Programms mehrere Millionen Euro zur Förderung von innovativen Forschungsprojekten in den Bereichen Demokratieforschung, Künstliche Intelligenz (KI), Extremismusforschung und internationale Entwicklungsformate zur Verfügung. Eine zentrale Rolle spielen dabei auch neue Impulse für den Transfer zwischen Forschung und gesellschaftlicher Praxis.
Gesellschaftliche Herausforderungen im Fokus
Wie lässt sich der gesellschaftliche Zusammenhalt stärken? Was macht eine Gesellschaft innovationsfähig? Wie können wir unser kulturelles Erbe bewahren und es zur Gestaltung unserer Zukunft nutzen? Zu diesen und anderen Fragen können die Geistes- und Sozialwissenschaften (GSW) durch ihre Forschungsansätze, Erfahrungen und Erkenntnisse Antworten liefern.
Das aktuelle Rahmenprogramm setzt auf vielfältige Förderlinien und gesellschaftlich hochrelevante Themenschwerpunkte. Es fördert sowohl geistes- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung als auch anwendungsbezogene Forschung, die Politik und Praxis wichtiges Orientierungs-, Entscheidungs- und Handlungswissen liefern kann.
- Im Themenschwerpunkt Demokratieforschung werden Projekte gefördert, die demokratische Prozesse, politische Partizipation und gesellschaftlichen Zusammenhalt untersuchen.
- Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sollen neue methodische Ansätze entwickelt werden und Datenanalysen erfolgen. Das GSW-Rahmenprogramm sieht hier außerdem vor, interdisziplinäre Forschungsprojekte zu ermöglichen und zu stärken.
- Für die umfassende Bewältigung der Herausforderungen von Extremismus und für die Prävention von extremistischer Radikalisierung werden im neuen Rahmenprogramm außerdem disziplinübergreifend die mittelbaren Ursachen und Wirkungen erforscht.
- Eine besondere Bedeutung kommt auch der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit und der Förderung nationaler und internationaler Entwicklungsräume zu. Hierzu zählen unter anderem die renommierten Merian-Kollegs und Käte Hamburger Kollegs, die den internationalen Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen und langfristige Kooperationen fördern.
- Darüber hinaus werden Forschungsinfrastrukturen auf nationaler wie europäischer Ebene aufgebaut und gestärkt.
Das GSW-Rahmenprogramm sieht auch die Förderung von themenoffener Forschung vor. Auf diese Weise wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, sich unorthodoxen Fragen zu widmen und neue Forschungszusammenhänge und Kooperationen zu entwickeln.
Formate für exzellente Forschung, Vernetzung und Wissenschaftskommunikation
Im engen Austausch mit der wissenschaftlichen Community entwickeln die Abteilungen „Gesellschaften der Zukunft“ und „Geisteswissenschaften und Kulturelles Erbe“ des DLR Projektträgers in den laufenden sieben Jahren konkrete Förderschwerpunkte und -formate und begleiten deren Umsetzung. Die Spannbreite der Projekte kann dabei vom kleinen Forschungsprojekt über Verbünde an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen bis hin zu großen Formaten reichen. Beispiele dafür sind die Regionalstudienzentren an deutschen Hochschulen oder das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ).
Der DLR Projektträger bringt zum einen Formate für exzellente Forschung auf den Weg und schafft Freiräume für innovative Forschungsfragen. Zum anderen bezieht er themenbezogen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft in den Forschungsprozess ein – etwa über Veranstaltungen und Diskussionsrunden.
Zentrales Kommunikations- und Austauschformat für die Geistes- und Sozialwissenschaften ist eine vom DLR Projektträger konzipierte und betreute interaktive Webseite: das GSW-Portal. Darin werden Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele verständlich dargestellt und sichtbar gemacht. Der DLR Projektträger übernimmt hier die strategische Wissenschaftskommunikation, plant und strukturiert die Kommunikationsformate und die Inhalte thematisch und zielgruppengerecht. Das GSW-Portal bildet damit das zentrale Drehkreuz für den professionellen Informationsaustausch von Forschung, Politik und Öffentlichkeit.