Demokratiebildung im Spagat zwischen Algorithmen und analogen Lernorten
21.09.2026 — Digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz haben Auswirkungen auf die Art und Weise wie gesellschaftlicher Zusammenhalt hergestellt wird. Vor allem junge Menschen bilden ihre politische Meinung immer häufiger in digitalen Räumen – unter dem Eindruck von algorithmisch kuratierten Inhalten. Wie Politik mit Gestaltung der neuen Technologien und Demokratiebildungsangeboten in Deutschland und Europa darauf reagieren können, beleuchtet die erste Ausgabe der Edition des DLR Projektträgers. Ihr Titel: „Demokratiebildung neu denken“.
Mit der „Edition“ etabliert der DLR Projektträger ein neues Format, mit dem er Fachwissen und inspirierende Gedanken zu drängenden Themen unserer Zeit teilt. Expertinnen und Experten des Projektträgers ordnen darin Erkenntnisse aus Forschung, Förderpraxis und Politikberatung für Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ein.
Funktionslogiken von KI und Social Media: Motoren der Meinungsbildung
Junge Menschen beziehen ihre Informationen über Politik und Geschichte zunehmend unter anderem von Social-Media-Plattformen wie TikTok sowie mit Hilfe Künstlicher Intelligenz. Durch algorithmisch kuratierte Inhalte und oftmals nicht korrekt zusammengestellte Informationen können die digitalen Angebote die Verbreitung von Desinformation, Misstrauen und die Polarisierung der Gesellschaft verstärken. Vor diesem Hintergrund drängt die Frage, wie Mündigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt gefördert werden können.
In seinem Beitrag für die Edition skizziert Dr. Cedric Janowicz, Leiter der Abteilung Gesellschaften der Zukunft im DLR Projektträger, wie die technologischen Funktionslogiken zur Radikalisierung vor allem junger Menschen beitragen können, warum die politische Meinungsbildung im digitalen Raum die Demokratie potenziell schwächen kann und wie Politik dem entgegenwirken sollte.
Analoge Orte als Lern- und Erfahrungsräume für Demokratie
Den digitalen Räumen stehen analoge Lernorte gegenüber, wie Dr. Désirée Kleiner-Liebau, in der gleichen Ausgabe anschaulich macht. Bildungsinstitutionen sowie außerschulische und kulturelle Lernorte haben für die Demokratiebildung eine zentrale Bedeutung, so Kleiner-Liebau im Interview. Als Leiterin der Abteilung Kulturelle und politische Bildung im DLR Projektträger berät sie Förderinstitutionen strategisch, vernetzt Akteurinnen und Akteure aus Forschung und Praxis und begleitet den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Handlungsfelder. Aus ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie: Das Einüben demokratischen Handelns und Denkens beginnt schon in der frühen Kindheit und spielt in der gesamten Bildungsbiografie eine Rolle. Die berufliche Bildung ist bisher wenig im Fokus. Dabei sind etwa zwei Drittel der jungen Erwachsenen an beruflichen Schulen und in betrieblichen Ausbildungsstätten eingebunden.
Im Interview spricht Kleiner-Liebau darüber, welche Kompetenzen an analogen Lernorten für das gesellschaftliche Zusammenleben in einer Demokratie erlernt werden müssen und durch welche Kriterien sich erfolgreiche Angebote auszeichnen.
Neues Format für Expertise zu Zukunftsthemen
Die Edition ist ein neues Format des DLR Projektträgers. Jede Ausgabe widmet sich einem gesellschaftlich relevanten Zukunftsthema. Die Reihe richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Sie ist für alle Interessierten digital und zum kostenlosen Download verfügbar.
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