ANK-Modellvorhaben „Moorspezialist*innen“: Mehr Fachkräfte für Moorschutz
27.04.2026 — Moore gehören zu den wirksamsten natürlichen CO₂-Speichern. Doch ein Großteil der ursprünglichen Moorflächen in Deutschland ist entwässert. Damit sie wieder Wasser speichern und CO₂ binden können, braucht es Menschen, die genau wissen, wie man Moorlandschaften wiederherstellt. Hier setzt das im DLR Projektträger begleitete Modellvorhaben „Moorspezialist*innen“ an.
Seit 2025 werden in Mecklenburg-Vorpommern – eines der moorreichsten Bundesländer in Deutschland – Hochschulabsolventinnen und -absolventen zu zertifizierten Moorspezialistinnen und -spezialisten ausgebildet. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), die Universität Greifswald und die Ostseestiftung entwickelten das Programm 2023, als das ANK startete. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit rund 34 Millionen Euro. Die Fachbetreuung wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen eines Auftrags zur Unterstützung des ANK Anfang 2025 an den DLR Projektträger übergeben. Das Modellvorhaben „Moorspezialist*innen“ wurde nun vom Bund zum „Projekt des Monats“ April gewählt.
Das ANK wurde 2023 von der Bundesregierung beschlossen. Es ist das umfangreichste Förderprogramm der Bundesregierung zum natürlichen Klimaschutz. Es fördert Vorhaben, die Ökosysteme wie Moore, Wälder, Auen, Gewässer aber auch Stadtnatur stärken und ihre Klimaschutzleistung verbessern. Ziel ist es, die CO₂-Speicherung zu erhöhen, die biologische Vielfalt zu fördern und Ökosysteme widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
ANK-Modellvorhaben ermöglicht praxisnahe Ausbildung
Die Ausbildung verbindet Lehrveranstaltungen mit echten Projekten und Maßnahmen: Teilnehmende begleiten hydrologische Analysen, unterstützen Kartierungen, werten Messdaten aus oder wirken an Genehmigungsunterlagen mit.
Das Interesse ist groß – für den ersten Jahrgang gingen rund 100 Bewerbungen ein, im zweiten Jahrgang noch mehr. Bis 2031 durchlaufen vier Jahrgänge das Programm. Am Ende stehen bis zu 80 Fachkräfte bereit, die bundesweit in Moorschutz-Projekten arbeiten können. Seit diesem Jahr ist das Programm für alle Bundesländer geöffnet. Niedersachsen hat sich bereits angeschlossen. Zusätzlich sollen ein Alumninetzwerk sowie umfangreiche Lehrmaterialien entstehen, die auch anderen Institutionen nutzen können.
Mit dem Modellvorhaben entsteht ein Fachkräftepool, den wir für die wirksame Umsetzung von Moor-Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland dringend brauchen.
Fachliche Begleitung durch den DLR Projektträger
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) beauftragte den DLR Projektträger Anfang 2025 mit der Fachbetreuung der „Moorspezialist*innen“ im Rahmen eines Auftrags zur Unterstützung des ANK. Fachbetreuerin Eva Flinkerbusch aus der Abteilung Natürlicher Klimaschutz und Biodiversität begleitet das Programm eng und sorgt für die Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Projektpartnern. Sie bringt langjährige Erfahrung in der Begleitung komplexer Naturschutzvorhaben ein. „Mit diesem Modellvorhaben entsteht ein Fachkräftepool, den wir für wirksame Moor-Klimaschutzmaßnahmen dringend brauchen“, sagt Flinkerbusch. Besonders beeindruckt sie die Dynamik im Projekt: „Der Pioniergeist ist spürbar: Das Programm wird laufend mit Leben gefüllt und wächst mit jedem Jahrgang weiter – und wir entwickeln es gemeinsam Schritt für Schritt weiter.“