Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema Generative Künstliche Intelligenz als Untersuchungsgegenstand der Geistes- und Sozialwissenschaften

Die Förderrichtlinie zielt auf die Förderung von Forschungsvorhaben, die sich geistes- und sozialwissenschaftlich mit den Auswirkungen generativer Künstlicher Intelligenz (KI) auf Mensch und Gesellschaft auseinandersetzen.

Generative KI verheißt große Chancen für Innovation, Effizienz und wirtschaftliche Wertschöpfung. Sie wird wie keine andere Form von KI zuvor von Menschen fast jeden Alters und mit den verschiedensten Hintergründen genutzt und durchdringt so mittlerweile fast alle Lebensbereiche. Dabei ist sie mehr als nur ein Werkzeug: Sie wird auf nie dagewesene Weise zu einer allzeitverfügbaren Interaktionspartnerin und Projektionsfläche. Damit eröffnet sie fundamentale Fragen nach ihrer Auswirkung auf die Wissensproduktion, auf das Wesen des Menschen und unser Menschenbild sowie auf unsere Kultur.

Die Geistes- und Sozialwissenschaften leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Gemäß Hightech Agenda Deutschland und dem BMFTR-Rahmenprogramm „Orientierung für eine Welt im Wandel" generieren sie Orientierungswissen für eine verantwortungsvolle, menschenzentrierte Gestaltung von Technologien. In Disziplinen wie beispielsweise der Philosophie, den Kunst-, Literatur- und Theaterwissenschaften, der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Psychologie sowie der Wissenschafts- und Technikgeschichte verfügt man bereits über teilweise jahrhundertelange Erfahrung mit Fragestellungen, wie sie durch das Aufkommen der generativen Künstlichen Intelligenz einmal mehr virulent geworden sind. Vor diesem Hintergrund fördert das BMFTR im Rahmen dieser Förderrichtlinie die Forschung zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen über generative Künstliche Intelligenz.

Ziel der Förderung ist es,

  • die zentralen epistemischen, intra- und interpersonellen und damit auch gesellschaftlichen, kulturellen und ethischen Herausforderungen, die durch generative Künstliche Intelligenz und darauf aufbauende Entwicklungen entstehen, aus der Perspektive der Geistes- und Sozialwissenschaften zu untersuchen und Erkenntnisse darüber zu erzielen,
  • die Geistes- und Sozialwissenschaften stärker in den Diskurs um generative KI einzubringen und sie so stärker als zentralen Akteur der Gestaltung einer sicheren, vertrauenswürdigen, demokratischen und menschenzentrierten generativen KI einzubeziehen sowie
  • Expertise auf diesem Gebiet auszubilden, insbesondere auch wissenschaftlichen Nachwuchs.

Gefördert werden exzellente mono-, inter- und transdisziplinäre Einzel- oder Verbundvorhaben mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren (im Falle von Nachwuchsgruppen vier Jahren). Die Förderung ist offen für geistes- und sozialwissenschaftliche Disziplinen; die Einbeziehung informatischer / technikwissenschaftlicher Disziplinen, Forschungsansätze und Methoden ist willkommen, die Federführung für das Vorhaben muss aber bei den Geistes- oder Sozialwissenschaften liegen. Sowohl theoretische als auch empirische Zugänge sind möglich, ebenso die Berücksichtigung historischer Dimensionen und Vergleiche.

Nicht Gegenstand der Förderung sind u. a.

  • die Beschäftigung mit anderen Arten von KI als der generativen Künstlichen Intelligenz
  • Forschungsvorhaben, die hauptsächlich auf einem quantitativen Forschungsdesign basieren
  • ausschließlich didaktische Forschungsfragen

Vor einer Einreichung empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem DLR Projektträger.

Kontakt

DLR Projektträger
Gesellschaft, Innovation, Technologie
Geisteswissenschaften und Kulturelles Erbe
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn

Fachliche Ansprechpersonen:
Dr. Maria Böhme
Telefon: +49 2 28/38 21-1925
E-Mail: maria.boehme@dlr.de
Johanna Puhl
Telefon: +49 2 28/38 21-1765
E-Mail: johanna.puhl@dlr.de

Administrative Ansprechperson:
Frau Nadine Thur
Telefon: +49 2 28/38 21-1077
E-Mail: nadine.thur@dlr.de

Förderprogramm
BMFTR-Rahmenprogramm „Orientierung für eine Welt im Wandel“
Förderregion
National
Status
offen
Einreichungsfrist
Fördermittelgeber
BMFTR

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