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Ausbildungsprogramme zur Förderung der ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum

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Bereits am 3. September 2018 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Öffentliche Bekanntmachung für Ausbildungsprogramme zur Förderung der ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum veröffentlicht. Aktuell werden durch das BMG entsprechende Vorhaben gefördert. Die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen ist weiterhin ein wichtiges Thema und das BMG beabsichtigt daher, weitere Vorhaben finanziell zu unterstützen.

Die Sicherstellung einer flächendeckenden bedarfsgerechten und wohnortnahen ärztlichen Versorgung der Bevölkerung ist weiterhin ein wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen. Nach wie vor zeichnet sich in manchen Regionen, insbesondere in ländlichen, bereits seit längerem ein Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten, aber auch an Fachärztinnen und Fachärzten ab. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sind in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen vor allem im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung, aber auch im Bereich der ärztlichen Aus- und Weiterbildung getroffen worden. Der am 31.03.2017 beschlossene „Masterplan Medizinstudium 2020“ knüpft hieran an und formuliert die gemeinsame Aufgabe, mehr Absolventinnen und Absolventen für eine ärztliche Tätigkeit auf dem Land zu gewinnen. So haben einige Länder inzwischen Landarztquoten eingeführt, um die hausärztliche Versorgung in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Regionen sicherstellen zu können. Aktuell arbeitet das BMG an der Neuregelung der ärztlichen Ausbildung, mit der die im Masterplan Medizinstudium 2020 beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Parallel dazu wurde der Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin (NKLM) in Verantwortung des Medizinischen Fakultätentages (MFT) weiterentwickelt und im April 2021 in einer grundlegend überarbeiteten Fassung als NKLM 2.0 veröffentlicht.

Basierend auf internationalen Erfahrungen mit entsprechenden Maßnahmen, insbesondere in Flächenländern wie Kanada, Australien und Neuseeland wird angenommen, dass die Entscheidung, später im ländlichen Raum ärztlich tätig zu werden, dadurch bedingt ist, dass Studierende der Humanmedizin bereits frühzeitig und fortlaufend Erfahrungen mit der ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum gesammelt haben. Während in Deutschland verschiedene Ansätze bestehen, bei denen Studierende einzelne Abschnitte ihrer Ausbildung, wie den Krankenpflegedienst, die Famulatur, das Blockpraktikum und/oder das Praktische Jahr, in Krankenhäusern und Praxen in ländlichen Regionen absolvieren können, fehlt es überwiegend an einem longitudinalen Aufbau dieser Lehrveranstaltungen und einer strukturierten Ausrichtung der Curricula auf den Bedarf ländlicher Bevölkerung. Ebenso fehlt es an einer eingehenden Untersuchung und Evidenz, welche Ausbildungskonzepte sich für Deutschland als tragfähig erweisen, um die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen nachhaltig zu verbessern.

Eine zusätzliche Belastung hat die Ausbildung der angehenden Medizinerinnen und Mediziner durch die epidemische Lage von nationaler Tragweite erfahren, die weitgehende Einschränkungen für die Lehre, insbesondere für praktische Ausbildungsabschnitte mit sich gebracht hat. Das BMG hat mit der Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite die Möglichkeit eröffnet, dass Unterrichtsveranstaltungen in der ärztlichen Ausbildung ganz oder teilweise in digitaler Form durchgeführt werden können. Mit der Verordnung des BMG zur Änderung der Approbationsordnungen für Zahnärzte und Zahnärztinnen, für Ärzte und für Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen, der der Bundesrat noch zustimmen muss und die zum 1. Oktober 2021 in Kraft treten soll, sieht das BMG vor, digitale Lehrformate auch für die Regelausbildung zu ermöglichen.

Zur Sicherstellung der flächendeckenden und wohnortnahen ärztlichen Versorgung beabsichtigt das BMG daher, die Entwicklung von weiteren Vorhaben zur ärztlichen Ausbildung an Hochschulen mit medizinischen Fakultäten zu fördern, die

  • Ausbildungsabschnitte in Krankenhäusern und/oder Praxen in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten ländlichen Regionen longitudinal in das Curriculum integrieren und
  • das Curriculum strukturiert auf den Bedarf ländlicher Bevölkerung und ländlicher Räume ausrichten und dabei
  • soweit im Rahmen der geltenden Approbationsordnung für Ärzte möglich, die Vorgaben des NKLM 2.0 beachten und
  • Erfahrungen aus der Lehre während der epidemischen Lage von nationaler Tragweite, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz digitaler Formate, einfließen lassen.

Dadurch sollen Studierende an ärztliche Tätigkeiten im ländlichen Raum herangeführt und die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten weiterentwickelt und verbessert werden. Langfristig soll eine Verbesserung der Versorgungssituation im ländlichen Raum erreicht werden.

Kontakt

Dr. Bettina Möller-Bock
Telefon: +49 30 6705 582 68

E-Mail: projekttraeger-bmg@dlr.de

Förderprogramm
Ressortforschung des BMG (Bekanntmachungen)
Förderregion
National
Status
geschlossen
Einreichungsfrist
Auftraggeber
BMG
Fördermittelgeber
BMG

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