Titel
Unsere Projekte in der Strategischen Vorausschau
Klimawandel, Kriege, Künstliche Intelligenz, Mobilität – angesichts dieser globalen Herausforderungen ist es wichtig, grenzüberschreitend Zukunftsszenarien zu entwickeln. Dadurch erhalten politische Entscheidende die Möglichkeit, nachhaltige und langfristige Programme und Maßnahmen zu entwickeln, um sich resilienter und wettbewerbsfähiger aufzustellen. Unsere Dienstleistungen zur Strategischen Vorausschau schaffen genau dafür eine valide Grundlage.
Unsere Methoden: Ko-kreativ, praxisnah und Stakeholder-orientiert
Um auf Zukunftsfragen Antworten zu finden, sind Know-how und Kreativität zahlreicher Expertinnen und Experten gefragt. Wir bringen unsere Methodenkompetenz, unsere Regionalexpertise sowie das Fachwissen des gesamten DLR Projektträgers in Strategische Vorausschau-Prozesse ein. Mit mehr als 400 Partnern in rund 130 Ländern verfügen wir über langjährige Kontakte, um die besten Köpfe weltweit in die Entwicklung von Zukunftsszenarien einzubinden.
Unsere Dienstleistungen in der Strategischen Vorausschau: Strategische Vorausschau - Beratung des DLR Projektträgers
Erfolgreiche Praxisbeispiele zur Strategischen Vorausschau durch den DLR Projektträger
Unsere Projekte reichen von der strategischen Stärkung des ukrainischen Forschungs- und Innovationssystems bis hin zu Szenarien für eine mögliche Mondbesiedlung.
Im Auftrag der EU-Kommission unterstützen wir mit dem Projekt LUKE den Aufbau eines resilienten Forschungs- und Innovationssystems in der Ukraine. In Policy Answers bringen wir Methoden der Strategischen Vorausschau in die westlichen Balkanstaaten – durch Trainings, Workshops und konkrete Handlungsempfehlungen. Für das BMWE haben wir Szenarien zur Zukunft des Quantencomputings (SINAVI) entwickelt. Und gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt denken wir im Rahmen von Futures Literacy Labs über die Rolle Europas in der Welt von morgen nach.
Lesen Sie mehr über ausgewählte Beispiele, in denen der DLR Projektträger die Instrumente der Strategischen Vorausschau erfolgreich anwendet:
LUKE
Auftraggeber: Europäische Kommission
„Linking UKraine to the European Research Area“ (LUKE) ist ein multilaterales Projekt zur Stärkung des ukrainischen Forschungs- und Innovationssystems. Es bringt 26 Förder- und Forschungsorganisationen aus Europa und der Ukraine zusammen, die gemeinsam eine transnationale Ausschreibung für F&I-Projekte mit ukrainischer Beteiligung entwickeln und durchführen. Die thematischen Schwerpunkte werden auf Grundlage von Delphi-Befragungen, Citizen-Visioning-Workshops und strategischer Vorausschau erarbeitet. Parallel dazu entsteht mit dem „Knowledge Hub“ eine Plattform zum gezielten Kompetenzaufbau, etwa in den Bereichen Forschungsmanagement, Technologietransfer, Innovationspolitik und Wissenschaftskommunikation. Darüber hinaus trägt LUKE zur strategischen Ausgestaltung der EU-Ukraine-Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Innovation bei. Den Abschluss bildet eine hochrangige Konferenz, auf der Zukunftsszenarien für das ukrainische F&I-System im europäischen Kontext diskutiert werden.
Strategische Vorausschau für Europas soziale Transformation
Auftraggeber: HERA-Netzwerk (Humanities in the European Research Area)
Der DLR Projektträger unterstützt die Gründung der neuen EU-Partnerschaft für Social Transformations and Resilience, die 2027 starten soll. Kernaufgabe des Projektträgers ist es, für die Partnerschaft eine Strategische Forschungs- und Innovationsagenda (SRIA) bis 2033 zu entwickeln, um die Arbeit der Partnerschaft zu guiden. Dabei ist es entscheidend, dass die Agenda nicht nur aktuelle Bedarfe abbildet, sondern auch zukünftige Entwicklungen antizipiert. Sie muss flexibel genug sein, um sich an neue Herausforderungen anzupassen, und zugleich Orientierung für vier sehr unterschiedliche Themenfelder geben: die Modernisierung von Sozialschutzsystemen, die Zukunft der Arbeit, Bildung und Kompetenzen für die Twin Transition sowie den gerechten Übergang zur Klimaneutralität.
Wir als DLR Projektträger entwickeln die Agenda auf Basis von vier vollständigen Foresight-Zyklen – jeweils mit Visioning, Trendanalysen und Szenarien. Jeder Zyklus kombiniert unterschiedliche Methoden: Desk Research, eine groß angelegte Online-Befragung, interaktive Trend-Workshops und qualitative Interviews mit Stakeholdern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in ganz Europa. So entsteht ein breit abgestützter, ko-kreativer Prozess, der die Perspektiven zentraler Akteure frühzeitig einbindet. Nach Abschluss aller vier Zyklen werden die entwickelten Best-Case-Szenarien genutzt, um in einem Backcasting-Prozess konkrete Handlungsschritte abzuleiten. Dieses Vorgehen bildet das Fundament der Strategischen Forschungs- und Innovationsagenda.
Das Ergebnis ist eine langfristig tragfähige Agenda, die Forschung und Politik gleichermaßen Orientierung bietet. Sie bindet zentrale Akteure europaweit ein, so entsteht ein breit abgestütztes Dokument mit hoher Legitimität. Gleichzeitig stärkt es die internationale Sichtbarkeit der Partnerschaft und dient als eine belastbare Grundlage für wirksame Strategien in Zeiten tiefgreifender Transformation.
Strategic Foresight in the Western Balkans: Recovery on the Horizon
Auftraggeber: Europäische Kommission
Im Auftrag der Europäischen Kommission wurde untersucht, wie die Forschungs- und Innovationspolitik in den Westbalkanländern bis 2035 zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Angesichts politischer Unsicherheiten, Transformationsdruck durch die grüne und digitale Wende und anhaltender Brain-Drain war die zentrale Aufgabe, mögliche Zukunftspfade für F&I-Politik bis 2035 zu entwerfen und Handlungsoptionen für langfristige Investitionen aufzuzeigen.
In einem ko-kreativen Prozess mit mehr als 700 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Privatsektor und internationalen Organisationen wurden drei plausible Szenarien für die F&I-Politik der Region im Jahr 2035 entwickelt. Grundlage waren Trendanalysen, Interviews, zwei große Online-Befragungen sowie neun multinationale und sechs nationale Workshops. Ergänzend entstanden erste Roadmaps für jedes Land, die konkrete Ziele und Maßnahmen skizzieren, um Forschung und Innovation gezielt weiterzuentwickeln.
Das Projekt zeigt, wie strategische Vorausschau helfen kann, unterschiedliche Zukunftspfade sichtbar zu machen und politische Entscheidungen robuster zu gestalten. Die Szenarien und Roadmaps liefern Inspiration für langfristige Reformen. Sie stärken die regionale Zusammenarbeit und geben sowohl den Regierungen als auch der EU konkrete Ansatzpunkte für Investitionen in Forschung und Innovation. Im Fokus steht, die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität in den Westbalkanländern nachhaltig zu verbessern. Lesen Sie mehr dazu.
Quantencomputing im Aufbruch: Erkenntnisse aus der Strategischen Vorausschau bis 2032
Auftraggeber: BMWE
Der DLR Projektträger hat für die Foresight-Studie im Auftrag des BMWE Methoden der Strategischen Vorausschau eingesetzt, um Fortschritt und Herausforderungen im Bereich Quantencomputing besser zu verstehen. Zum Einsatz kam das vom DLR Projektträger entwickelte SINAVI-Modell (Strategic Impact Navigation Assessment Model). Zu den genutzten Methoden zählen Trendanalysen, Expert*innen-Interviews sowie mehrstufige sogenannte Delphi-Befragungen. Auf deren Basis entwickelte der DLR-PT ein realistisches Szenario für das Jahr 2032, um mit Hilfe der Backcasting-Methode Handlungsempfehlungen für die zukünftige Förderung von Quantencomputing in Deutschland zu geben. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden mit Informationen aus der ebenfalls vom DLR Projektträger verantworteten begleitenden Erfolgskontrolle der Fördermaßnahme kombiniert. Das Ergebnis: ein ganzheitliches Bild der Erfolge und möglichen Weiterentwicklungen der Förderung.
Twinning-Light-Projekt: Stärkung des Ökosystems für Wissenschaft und Forschung in Albanien
Auftraggeber: Europäische Kommission
Im Rahmen des Twinning-Light-Projekts (2023–2024) wurde die Rolle der albanischen Agentur für wissenschaftliche Forschung und Innovation (NASRI) strategisch neu definiert. Gemeinsam mit NASRI-Mitarbeitenden und zentralen Stakeholdern entstand eine Roadmap, die konkrete Maßnahmen und Meilensteine zur Neuausrichtung der Agentur festlegt. Zentrales Element war ein Roadmapping-Prozess, in dem Projektexpert*innen, NASRI-Mitarbeitende und relevante Stakeholder aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam konkrete Maßnahmen und Meilensteine entwickelten. Die so entwickelte Roadmap zeigt nicht nur die nächsten Schritte zur Neuausrichtung auf, sondern dient der Agentur zugleich als praxisnahes Foresight-Instrument: Sie stärkt die strategische Handlungsfähigkeit von NASRI, erleichtert die Einbindung relevanter Partner und macht das Forschungs- und Innovationssystem insgesamt zukunftsfähiger.