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Vier Erfolgsbeispiele: Modellprojekte Smart Cities mit Wirkung

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Von der (City) App zum (digitalen) Zwilling: Vier Modellprojekte zeigen, wie Daten, Digitalisierung und Kooperationen Kommunen smart machen, unterstützt durch die KTS und den DLR Projektträger.
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Zwei Personen auf einem Messestand vor einer digitalen Stele
Andreas Freund (li.) und Alexander Osterhold, vom Team Solingen.digital, präsentieren die Solingen App am Stand des BMWSB auf der Smart Country Convention (SCCON) 2022.
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Vier Beispiele zeigen, wie digitale Infrastrukturen nicht nur technische Innovationen hervorbringen, sondern konkrete kommunale Governance und Steuerungsfähigkeit ermöglichen – im Quartier, in der Region oder im direkten Kontakt mit der Stadtgesellschaft.

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Wie wird aus einer Idee für ein Smart-City-Projekt eine digitale Lösung, die Städte wirklich voranbringt? Genau das erproben zurzeit Kommunen im Rahmen des Förderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“. Die 73 vom Bund geförderten Modellprojekte Smart Cities sind Experimentierorte für eine integrierte Stadtentwicklung, die mit digitalen Lösungen die Daseinsvorsorge und das Wohl der Menschen im Blick hat. In Städten, Landkreisen und Regionen entstehen neue Ansätze für eine nachhaltige, datenbasierte Stadtentwicklung – etwa mit urbanen digitalen Zwillingen, Sensoriknetzen, offenen Datenplattformen oder neuen Beteiligungsformaten. Ziel des Bundesförderprogramms ist es, Städte und Regionen widerstandsfähiger, nachhaltiger und digital souveräner zu machen. Deshalb werden viele der Lösungen als Open-Source-Anwendungen umgesetzt und so gestaltet, dass sie auch von anderen Kommunen genutzt und weiterentwickelt werden können. Begleitet durch die Beratung, Vernetzung und den Wissenstransfer der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) entsteht so Schritt für Schritt eine wachsende Lern- und Entwicklungsgemeinschaft kommunaler Digitalisierung.

Vier Beispiele zeigen exemplarisch, wie diese Ansätze und Lösungen der Modellprojekte Smart Cities schon konkret wirken – in der Quartiersentwicklung, in regionaler Zusammenarbeit, mit daten- und KI-gestützten Anwendungen oder im direkten Dialog mit der Stadtgesellschaft.

Eine Übersicht über alle geförderten Projekte finden Sie hier.

Die Stadt in der Hand – City Apps für Teilhabe und Servicezugang

Projekt: Solingen.digital / OSCA (City App Solingen)

Wie bleibt eine Stadt im digitalen Zeitalter lebendig, nahbar und vernetzt? Mit der City-App „SolingenApp“ hat die Stadt Solingen bereits früh eine digitale Kommunikations- und Beteiligungsinfrastruktur aufgebaut, die weit über klassische Serviceangebote hinausgeht.

Die App macht sichtbar, was in der Stadt passiert: kulturelle Angebote, nachbarschaftliche Projekte, Beteiligungsformate oder aktuelle Entwicklungen. Sie schafft Orientierung und verbindet Menschen mit ihrer Stadt – niedrigschwellig, mobil und intuitiv nutzbar.

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„Mittels der MPSC-Förderung war es uns möglich, die bereits bestehende Idee eines Informationsökosystems auf kommunaler Basis zu erproben und umzusetzen. Heute verfügt die Stadt Solingen über eine einheitliche und breite Vernetzung der Daten, um diese schnell und zielgerichtet bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen zu lassen, über App, Stelen und Homepages. Insbesondere die App konnte dank der Förderung so konzeptioniert werden, dass eine Nutzung durch andere Städte möglich ist und bei uns zuhause zum digitalen Taschenmesser geworden ist.“

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Nils Gerken
Quotee position
Chief digital Officer, Stadtdienstleitung Solingen.digital / Stadt Solingen
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Besonders prägend ist der Open-Source-Ansatz: Die Anwendung basiert auf der Open SmartCity App (OSCA) und wurde im Rahmen einer interkommunalen Entwicklungspartnerschaft gemeinsam mit anderen Kommunen kontinuierlich weiterentwickelt. Funktionen, Module und Schnittstellen bleiben offen zugänglich und können von weiteren Kommunen angepasst und übernommen werden. Mit Ende der Förderung wurde die Weiterentwicklung der App an den kommunalen IT-Dienstleister Regio IT übergeben, der daraus auch ein nachhaltiges Betriebsmodell entwickelt und einen Anwendendenkreis geschaffen hat, in dem Kommunen weiter zusammenarbeiten.

Für Kommunen entsteht auf diese Weise eine digitale Infrastruktur, die Kommunikation bündelt, Reichweite erhöht und Stadtentwicklung sichtbarer macht. So wird die City App zum verbindenden Element zwischen Politik, lokalen Akteuren und Bürgerschaft – und zu einem Baustein digitaler kommunaler Souveränität.

Solingen | Smart City Dialog
Startseite Solingen.digital - Solingen.digital
Cluster Daten – Open SmartCity App (OSCA) | Smart City Dialog

KI als kommunales Steuerungsinstrument

Projekt: Urban.KI / Gelsenkirchen

Wie können Kommunen Künstliche Intelligenz so nutzen, dass daraus konkrete Mehrwerte für sie entstehen? Ob Klimaanpassung, Mobilitätsplanung oder Bevölkerungsschutz – vielerorts fehlten bislang Werkzeuge und Standards, um komplexe Daten systematisch auszuwerten und für strategische Entscheidungen nutzbar zu machen.

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„Die Förderung über das Programm „Modellprojekte Smart Cities“ ermöglicht es uns, gemeinsam mit Kommunen und Wissenschaft etwas ganz neues auszuprobieren: interkommunale KI use cases prototypisch zu entwickeln und für die Nachnutzung bereitzustellen. Die KTS hat uns dabei von Anfang an unterstützt: von der begeisterten Reaktion auf meinen spontanen Pitch auf einem Sofa am Rande der SCCON, über die Mitwirkung im Beirat und bei der qualifizierenden Auswahl der use cases, bis hin zum begleitenden Sparring im Projekt – die Zusammenarbeit war und ist immer konstruktiv und freundschaftlich im Sinne des „critical friend.“

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Marlene Damerau
Quotee position
URBAN.KI & Bereichsleiterin Smart City / Stadt Gelsenkirchen
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In Gelsenkirchen entsteht mit URBAN.KI die erste bundesweite Initiative, die Künstliche Intelligenz gezielt in den Dienst der Kommunen stellt. Gelsenkirchen fungiert hier als zentral koordinierender Impulsgeber. Ziel von URBAN.KI ist es, die Potenziale der Digitalisierung konsequent für das Gemeinwohl zu nutzen und den Zugang zu KI für alle Kommunen zu erleichtern – unabhängig von Größe oder Ausgangslage.

Ein zentrales Element der Initiative sind neun ausgewählte Anwendungsfälle mit besonderer Strahlkraft, die stellvertretend zeigen, wie Künstliche Intelligenz kommunale Aufgaben konkret unterstützen kann. Die Use Cases reichen von klima- und umweltbezogenen Analysen über intelligente Mobilitätssteuerung bis hin zu Anwendungen im Bevölkerungsschutz oder in der Stadtplanung. Sie werden praxisnah entwickelt, erprobt und dokumentiert – mit dem Ziel, übertragbare Blaupausen zu schaffen. Kommunen erhalten damit nicht nur technologische Lösungen, sondern erprobte Entscheidungsgrundlagen, die sich an eigene Rahmenbedingungen anpassen lassen.

So entsteht ein wachsender Baukasten KI-gestützter Anwendungen, der kommunale Steuerungsfähigkeit stärkt und Innovationen in die Breite trägt.

Smarter werden: Wie URBAN.KI KI in Städte bringt | Smart City Dialog
Die deutsche KI-Initiative für Kommunen

Gemeinsam stärker durch Kooperation

Projekt: Südwest-Cluster

Wie lassen sich neue strategische Themen wie Digitalisierung kommunal verankern, wenn die Ressourcen begrenzt sind und für politische Unterstützung erst Vertrauen aufgebaut werden muss? Sechs Modellprojekte Smart Cities aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben darauf eine gemeinsame Antwort gefunden: Sie bündeln ihre Kräfte im Südwest-Cluster.

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„Durch das Modellprojekt sind wir als Kommunen überhaupt erst zusammengekommen. Die Unterstützung der KTS hat uns geholfen, uns zu vernetzen, voneinander zu lernen und gemeinsam an unserer Datenplattform zu arbeiten. Besonders wertvoll ist dabei der regelmäßige Austausch – so profitieren alle von den Erfahrungen der anderen.“
 

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Kira Keßler
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Chief Digital Officer / Landkreis Kusel
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Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf dem gemeinsamen Aufbau und der Weiterentwicklung einer Datenplattform. Ziel ist es, für kommunale Datensammlungen einheitliche, übertragbare Strukturen und Standards zu schaffen und so eine belastbare digitale Infrastruktur aufzubauen.

Im Rahmen der Plattform werden sowohl gemeinsame Use Cases entwickelt als auch individuelle Anwendungsfälle umgesetzt. Einige Use Cases entstehen in enger Zusammenarbeit der Partnerkommunen z.B. im Bereich Tourismus oder Hochwasser, andere werden von einzelnen Kommunen eigenständig realisiert und können anschließend von den übrigen Partnern übernommen oder weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus tauschen sich die beteiligten Kommunen regelmäßig zu weiteren Projekten und Themen aus, um Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. So entstehen Synergien, die die Entwicklung digitaler Lösungen beschleunigen und gleichzeitig verhindern, dass parallele Einzellösungen entstehen. Das Ergebnis sind gebündelte Ressourcen, eine strukturierte Datenerfassung nach gemeinsamen Standards und Lösungen, die sich auf andere Kommunen übertragen und weiter ausbauen lassen. 

Interkommunaler Austausch beim Süd-West Cluster Treffen | MYK10
Urbane Datenplattformen: Das Herzstück der Smart City | Smart City Dialog

Digitale Zwillinge für soziale und klimaresiliente Quartiersplanung

Projekt: HAL-Plan / Halle (Saale)

Wo fehlen Grünflächen? Wo entstehen Nutzungskonflikte? Und wo werden künftig soziale Einrichtungen gebraucht? Fragen wie diese prägen den Alltag kommunaler Planung – doch häufig fehlte eine integrierte Datengrundlage, um sie fundiert zu beantworten. In Halle (Saale) lagen Informationen zu Flächennutzungen, Umweltbelastungen und sozialer Infrastruktur zwar vor, sie werden nun systematisch miteinander verknüpft.

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„Die Vernetzung hat uns Türen geöffnet, die wir ohne diese Strukturen nie erreicht hätten – das hat HAL-Plan nachhaltig geprägt, denn die deutschlandweite Sichtbarkeit ist untrennbar mit dem Fördermittelprojekt und den entstandenen Netzwerken verbunden. Dafür bin ich dankbar.“
 

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Albert Steinbach
Quotee position
Handlungsfeldkoordinator Smart City / Stadt Halle (Saale)
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Mit dem digitalen Zwilling HAL-Plan entwickelte Halle (Saale) ein digitales Abbild der Stadt. Flächenpotenziale, Entwicklungsmaßnahmen und Umweltaspekte werden hier räumlich zusammengeführt, visualisiert und in Planungsprozesse eingebunden. Das wirkt unmittelbar: Brachflächen können gezielt aktiviert, neue Wohnangebote bedarfsgerecht verortet und Grünräume klimaangepasst entwickelt werden. Beteiligungsverfahren werden transparenter, weil Planungen nachvollziehbar dargestellt werden.

Gleichzeitig stärkt das Instrument die kommunale Steuerungsfähigkeit: Investitionen lassen sich priorisieren, Flächen effizienter nutzen und Maßnahmen ressortübergreifend abstimmen. Der modular aufgebaute Open-Source-Ansatz ist so konzipiert, dass andere Kommunen ihn übernehmen und weiterentwickeln können.

HAL-Plan: Digitaler Zwilling für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung | Smart City Dialog
SmartCity Halle

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