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Alle Informationen aus der Nachhaltigkeitsforschung in Stadt und Region.
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Nachhaltigkeitsforschung in Stadt und Region
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BMFTR-Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF)
Newsletter Nr. 3/2026 | 12. August 2026 |
: www.soef.org
: LinkedIn |
Editorial
Liebe Leserin,
lieber Leser,
erst der feine Schliff macht aus einem Rohdiamanten einen Brillanten. Genauso ist es mit dem Kopfsteinpflaster in Eichwalde: Erst das Abschleifen machte aus einem holprigen und bei Nässe rutschigem Kopfsteinpflaster eine entspannt befahrbare Strecke für Radfahrer. Und diese brillante Idee wäre nichts ohne Diamanten! Denn die harten Edelsteine bilden das Kernstück der technologischen Innovation: eine Fräsmaschine, die kombiniert mit digitaler 3D-Vermessung und Schleifsimulation im Projekt NUDAFA-Reallabor in Zusammenarbeit mit der Fräsdienst-Service E. Feind GmbH erstmals zum Einsatz kam. Aus dem Pilotprojekt wurde inzwischen eine Blaupause für andere Kommunen.
Das technologische Verfahren ermöglicht eine verblüffend nachhaltige Lösung: Es ist kostengünstiger als ein kompletter Umbau oder eine neue Asphaltierung der Straße, Regenwasser versickert in den Fugen und das Beste: Radfahren darauf ist ein Traum! Das Projekt hat darüber hinaus zahlreiche weitere nachahmenswerte Maßnahmen erprobt, um den Radverkehr insbesondere in kleineren und mittleren Kommunen zu stärken. Alle Ergebnisse sowie ein Rezept zum "Nachkochen" des Abschleifens von Kopfsteinpflaster sind in der neuen Publikation "Gemeinsam Radverkehr fördern – Rezepte für die kommunale Verkehrswende" zu finden.
Ein Fazit aus dem NUDAFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung: Nur durch Zusammenarbeit mehrerer Akteurinnen und Akteure innerhalb einer Kommune – zwischen Verwaltungen, Politik und Zivilgesellschaft – sowie im interkommunalen Austausch ist es kleinen und mittleren Kommunen möglich, wirksame Impulse zu setzen und mit den richtigen Partnern auch größere Projekte erfolgreich zu realisieren. Mehr zum Projekt im Kapitel "Nachgefragt!".
Viel Inspiration bei der Lektüre wünscht
Ihr SÖF-Newsletter-Team
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Foto: Simon Fabel
Vorher – Nachher-Bild: Das Abschleifen von Kopfsteinpflaster bietet eine umweltschonende und schnelle Möglichkeit, die Befahrbarkeit für Radnutzende zu verbessern, bisher gemiedene Straßen zu erschließen und durchgehende Radverkehrsverbindungen zu schaffen. |
Aktuelles aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung
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Neues aus den Forschungsprojekten
Nachhaltiges Bauen und Wohnen, nachhaltige Infrastrukturen
Nachhaltige Mobilität
Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, Transdisziplinarität und Methoden
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Veranstaltungen & Termine
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Nachgefragt!
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Aktuelles aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung
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Neue FONA-Strategie und FONA-Forum Rückblick
Unter dem Motto "Wissen. Wohlstand. Wandel. – Forschung mit Impact" ist das FONA-Forum 2026 am 24. und 25. Juni im Berliner Futurium zum Treffpunkt für Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft geworden. Im Mittelpunkt stand die neue FONA-Strategie, die die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär zum Auftakt vorstellte. Mit dem neuen Modulansatz der FONA-Strategie verknüpft das BMFTR Nachhaltigkeitsforschung mit Innovationen für neue Wettbewerbschancen und nachhaltiges Wirtschaften. Die Strategie setzt dabei auf drei Module entlang der Innovationskette: FONA-Insight steht für neues Wissen, FONA-Impact für die schnelle Umsetzung in marktfähige Lösungen und FONA-Ignite für visionäre Ideen. Mit der "Ideenschmiede für nachhaltige Städte und Regionen" startete das erste experimentelle Förderformat aus dem Modul FONA-Ignite. Zusammen mit der Strategie erschien auch das neue FONA-Logo.
→ Weitere Informationen zum FONA-Forum in dieser FONA-Nachricht
"Neue Wege!" in Bonn: Zwei Fördermaßnahmen – eine BMFTR-Mobilitätskonferenz
Unter dem Motto "Neue Wege!" veranstaltete das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) am 1. und 2. Juli 2026 eine gemeinsame Konferenz der Fördermaßnahmen "MobilitätsWerkStadt 2025" (MWS2025) und "Nachhaltige Mobilität in regionalen Transformationsräumen". Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, kommunaler Praxis und Unternehmen kamen hierzu ins Ministerium nach Bonn. Die MWS2025-Projekte stellten zentrale Ergebnisse sowie erfolgreiche Ansätze aus sechs Jahren systemischer Mobilitätsforschung im kommunalen Kontext vor. Die Projekte der Regionalen Transformationsräume teilten erste Erkenntnisse zur interkommunalen Governance, Erprobung und Skalierung regionaler Mobilitätslösungen. Good-Practice-Beispiele aus der Forschungs- und Umsetzungspraxis wurden auf Postern, in digitaler Form sowie in kurzen Pitches vorgestellt. Diskussionsforen, Vorführungen digitaler Anwendungen und Podiumsdiskussionen förderten den Austausch und die Vernetzung. Das BMFTR betonte die Bedeutung der transdisziplinären Forschungsleistung und Projektarbeit, um die deutschen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Um gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, bräuchte es zudem eine noch engere Verknüpfung mit technologiezentrierter Innovationsforschung im Bereich der Technologien für eine klimaneutrale Mobilität. Die förderpolitische Weichenstellung hierfür liegt in der Hightech Agenda Deutschland sowie in der neuen FONA-Strategie. In Kürze erscheint auf der Veranstaltungsseite zur Konferenz: Neue Wege! Forschungsergebnisse und Chancen für nachhaltige Mobilität in Städten und Regionen eine kurze Dokumentation.
Nachwuchsgruppen-Konferenz in Berlin – Bewerbung für nächsten NWG-Jahrgang möglich
Dem Nachwuchs gehört die Zukunft! Deshalb fördert das BMFTR seit 2002 kontinuierlich sozial-ökologische Nachwuchsgruppen. Das Ministerium verfolgt primär das Ziel, nicht nur wissenschaftliche Karrieren zu befördern, sondern auch konkrete Beiträge zur Bewältigung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsherausforderungen zu leisten. Am 23. Juni 2026 trafen sich in den Räumlichkeiten des BMFTR in Berlin die neuen Nachwuchsgruppen zur Auftaktveranstaltung des achten Jahrgangs. Dieser startete 2025 und legt einen besonderen Fokus auf nachhaltige und resiliente Stadt-Umland-Regionen. Die sechs neuen Projekte präsentierten ihre Zielsetzung, Methodik und mögliche Herausforderungen. Neben der Möglichkeit zum informellen Austausch diskutierten die Teilnehmenden die eigenen Monitoringkonzepte im Zuge der Wirkungsevaluation. Alle Projekte zeigen, wie gezielte Innovationen städtische beziehungsweise regionale Herausforderungen in Bereichen wie Energie, Mobilität und Klimaanpassung erfolgreich bewältigen können. Während die Nachwuchsgruppe "KoReGio100" die Weiterverarbeitung regenerativer Energien wie Wasserstoff in Norddeutschland vorantreibt, untersucht "ELEVATE" den Einsatz von Logistikdrohnen für klimafreundliche Transporte in Berlin/Brandenburg. Das Projekt "StadtLandschaften" erforscht, wie Kommunen bundesweit per Fernerkundung ihre grüne Infrastruktur vor Ort monitoren. "CoFoKids" geht der Frage nach, wie sichere Straßenräume für junge Menschen in Frankfurt am Main gestaltet werden können. Das Projekt "ArboRes" erarbeitet, wie urbanes Grün Stadtquartiere klimaresilienter machen und gleichzeitig Gerechtigkeit und Zusammenhalt vor Ort stärken kann. Die Nachwuchsgruppe "Navigate" entwickelt Lösungen für Wasserknappheit in der Region Leipzig/Halle.
Ausblick: Für zukünftige Nachwuchswissenschaftler besteht die Möglichkeit, sich für den nachfolgenden Jahrgang zu bewerben. Die Einreichfrist für Projektskizzen endet am 30. Oktober 2026. Neben dem Fokus auf Stadt-Umland-Regionen soll zudem ein Beitrag zur Hightech Agenda Deutschland geleistet werden.
GAIA-Artikel: Bezahlbares und nachhaltiges Wohnen durch soziale Innovationen
Bezahlbarer Wohnraum, Klimaschutz und Flächensuffizienz zusammen denken: Seit 2025 erforschen und erproben vom BMFTR geförderte Projekte, wie soziale Innovationen bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum etwa durch Leerstandsaktivierung, Aufstockung und Umnutzung mobilisieren können. Die transdisziplinär gewonnenen Erkenntnisse sollen bis 2030 in übertragbare kommunale Handlungsansätze überführt werden. Weitere Informationen im GAIA-Artikel "Bezahlbares und nachhaltiges Wohnen durch soziale Innovationen" (Ausgabe 2/2026) und auf der Website der Fördermaßnahme "Nachhaltige und klimafreundliche Gebäudebestandserneuerung und effiziente und suffiziente Flächennutzung in bestehenden Stadtquartieren und Siedlungsbereichen".
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Neues aus den Forschungsprojekten
Soweit nicht anders verzeichnet, ist die Quelle eines Beitrags in diesem Newsletter eine Person aus dem jeweiligen Projekt. |
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Nachhaltiges Bauen und Wohnen, nachhaltige Infrastrukturen |
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Stadtgrün wertschätzen! Tool zur ökonomischen Bewertung auf 193 Städte erweitert
Zunehmende Hitze- und Starkregenereignisse, der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und gleichzeitig der Wunsch nach mehr Grün stellen viele Kommunen vor große Herausforderungen. Das vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) geleitete Projekt "Stadtgrün wertschätzen" zielt darauf ab, die Ökosystemleistungen von Stadtgrün umfassend abzubilden und in Geldwerte zu übersetzen, damit bei kommunalen Planungs- und Haushaltsentscheidungen nicht nur die Kosten der Stadtbegrünung, sondern auch deren Nutzen berücksichtigt werden können. Mit dem Bewertungs-Tool konnten zunächst für die 23 größten Städte in Deutschland Szenarien zur Stadtbegrünung online durchgespielt werden. Nun hat das IÖW gemeinsam mit der Universität Bielefeld, Küsters/Greenpass und Indblik.io das Tool auf alle 193 Städte mit über 50.000 Einwohnern erweitert. Zugleich wurden die Modellierung der Wirkungen auf das Stadtklima und die Abbildung Effekte auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Stadtbevölkerung verfeinert. Ab Ende August steht die neue Version online unter der bekannten Adresse www.stadtgruen-wertschaetzen.de zur Verfügung.
Mehr bezahlbarer Wohnraum? Mit kommunalen bodenpolitischen Instrumenten!
Das Projekt "UBoPlus" untersucht im Werkstattbericht "Einsatz bodenpolitischer Instrumente in der kommunalen Planungspraxis – ein Überblick über den Stand der Diskussion", welche bodenpolitischen Instrumente Kommunen derzeit zur Verfügung stehen, um die Bereitstellung von Bauland zu steuern und mehr bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Vor dem Hintergrund angespannter Boden- und Wohnungsmärkte analysiert das Team, wie wirksam diese Instrumente im Hinblick auf eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung sind und welche rechtlichen, finanziellen oder institutionellen Hemmnisse ihre Anwendung erschweren. Die Untersuchung basiert auf einer Auswertung der Fachliteratur sowie Interviews mit Expertinnen und Experten, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, kommunaler Praxis und Interessenverbänden. Die Ergebnisse bieten einen Überblick über zentrale Handlungsansätze der kommunalen Bodenpolitik und zeigen zugleich bestehende Herausforderungen in der Umsetzung auf. Zudem stellt das Factsheet einen Überblick über die wichtigsten Instrumentenarten und acht vielversprechende Instrumente für aktive Bodenpolitik bereit. Die im Bericht beschriebenen Instrumente sind zudem im UBoPlus-Glossar in Kurzform erklärt.
Datenbasierte Wohnraummobilisierung: Schlüssel zu erfolgreichem Wohnungstausch?
Besonders in Ballungsgebieten ist der Wohnraum knapp. Das verschärft soziale Probleme. Darüber hinaus erschweren Neubau und unterbelegter Wohnraum den Klimaschutz. Eine Lösung liegt in der Mobilisierung und bedarfsgerechten bzw. suffizienten Verteilung bestehenden Wohnraums durch Wohnungstausch. Das Projekt "ZUKOWO" macht sich dies zum Ziel und untersucht, wie ein datenbasiertes Vorgehen die Wohnraummobilisierung befördern kann. Die Wohnzufriedenheit ist für die erfolgreiche Umsetzung von Wohnungstausch entscheidend. Hier setzt ZUKOWO an und verbindet soziologische Aspekte mit einem sog. unscharfen (Fuzzy) Matching, einem auf Ähnlichkeiten beruhenden Verfahren. Damit lässt sich ermitteln, wie gut Haushalt und Wohnung zusammenpassen. Datenanalysen des Leipziger Mietspiegels, der Kommunalen Bürgerumfrage und wissenschaftliche Literatur dienen als Basis zur Bestimmung von Kernmerkmalen. Erste Analysen zeigen: Neben den Kernmerkmalen Miete, Fläche und Zimmeranzahl spielen ebenso die Merkmale Balkon, Energieeffizienz, Abstellmöglichkeiten, Barrierefreiheit, Bodenbelag, Rollos, Badausstattung und Lage eine wichtige Rolle.
Gemeinschaftswohnen: Soziale Innovationen zwischen Ideal und Praxis
Angesichts multipler Krisen braucht es beim Bauen und Wohnen nicht nur technische, sondern auch soziale Innovationen. Das Projekt "SInBa" untersucht am Beispiel Gemeinschaftswohnen, wie der Weg aus der Nische gelingen kann. Ein zentraler Befund aus dem Artikel "Gemeinschaftswohnen zwischen Ideal und Markt" (in PLANERIN, Heft 3/2026, S. 52-53, Bezahlschranke): Gemeinschaftswohnprojekte brauchen mehr Professionalisierung, um komplexe Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse zu bewältigen – als eine Form der institutionalisierten Bürgerinnovation, die Skalierung ermöglicht, ohne die sozialen Qualitäten der Projekte zu gefährden.
Auf dem Zusammen Leben Festival am 20. Juni 2026 in Stuttgart hat das Projekt die Workshop-Teilnehmenden genau dazu gefragt: Wie können Gemeinschaftswohnprojekte aus der Nische in die Breite kommen? Und zu welchem Preis? Klares Ergebnis: Die Gemeinschaftswohnprojekte sollen weiterhin partizipative, sozial-ökologische und integrative Elemente integrieren. Durch Veränderung politischer Rahmenbedingungen, auch im kommunalen Kontext, können sich Möglichkeiten verbessern, von der Nische in die Breite zu kommen. Wichtig ist eine professionelle Unterstützung der Projekte. Wohnberaterinnen und -berater, Architektinnen und Architekten oder Prozessbegleiterinnen und -begleiter tragen durch ihre Expertise unterstützend dazu bei. Im "Speed-Dating" mit Verwaltungsmitarbeitenden zeigte sich, dass Kommunen zunehmend in der Rolle als Lotse, Vermittler und Ermöglicher agieren. Entscheidend sind ein realistisches Erwartungsmanagement, aktive Vernetzung mit Initiativen sowie kontinuierlicher Erfahrungsaustausch. Zudem braucht es klarere Aufgabenverteilungen und unterstützende Instrumente, um Prozesse effizienter zu gestalten.
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Zukunftsmobilität im Fokus – Technologiedossiers veröffentlicht
Wie können neue Mobilitätstechnologien zur Klimaneutralität beitragen – und welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und regulatorischen Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Mit der Reihe "Technologiedossiers: Hightech aus Deutschland für klimaneutrale Mobilität" untersucht das nexus Institut im Projekt "BRIDGE-HTAD" das Transformationspotenzial innovativer Mobilitätstechnologien. Nach "Urbane und regionale Lieferdrohnen" (wir berichteten in Ausgabe 2/26) sind zwei weitere Dossiers erschienen: "Autonomes Fahren" und "Autonome Wasserfahrzeuge". Die Analysen betrachten die Technologien nicht nur mit Blick auf ihren möglichen Klimaschutzbeitrag. Im Mittelpunkt stehen ebenso die technologische Reife und Skalierbarkeit, die Bedeutung für den Innovationsstandort Deutschland, Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz und Gerechtigkeit sowie die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Dossiers zeigen Chancen, Zielkonflikte und mögliche Hemmnisse auf und formulieren Handlungsempfehlungen für die Forschungsagenda. Weitere Technologiedossiers folgen im Projektverlauf.
→ Zu den Dossiers
Von der Forschung in die Praxis – Policy Paper an Brandenburgs Infrastrukturminister übergeben
Erste Erkenntnisse aus dem Projekt "RegioProzess" und Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt "KoRa" unterstützen Kommunen, tragfähige Lösungen für ihre Planungsprozesse zu entwickeln und gegenüber Politik und Verwaltung überzeugend zu kommunizieren. Ein aktuelles Beispiel: Am 18. Juli 2026 wurde das Policy Paper "Schneller ans Ziel – Planung und Bau von Radwegen beschleunigen" der AGFK Brandenburg an Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung, übergeben. Es enthält zehn Handlungsempfehlungen für das Land Brandenburg – für Bürokratieabbau, vollzugssensiblere Rahmenbedingungen und eine engere Zusammenarbeit von Land und Kommunen. Die zentrale Botschaft: Nicht (nur) die Finanzierung bremst den Radwegebau, sondern eine Vielzahl von Rahmenbedingungen und die daraus folgenden Prozesse. Erarbeitet wurde das Papier von der AGFK Brandenburg gemeinsam mit dem Stein-Hardenberg Institut und mit Unterstützung des Difu. Forschungsergebnisse aus RegioProzess und KoRa lieferten dabei wertvolle Anknüpfungspunkte und halfen, die richtigen Fragen zu kommunalen und interkommunalen Planungsprozessen zu stellen.
Gemeinsam Radverkehr fördern – Rezepte für die kommunale Verkehrswende
Nach sechs Jahren gemeinsamer Forschung, Erprobung und Umsetzung im Forschungsprojekt "NUDAFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung" haben die Gemeinde Eichwalde, die Technische Universität Berlin und die Technische Hochschule Wildau zum Projektabschluss ihre Erkenntnisse in einem praxisorientierten Buch zusammengefasst. Das Buch "Gemeinsam Radverkehr fördern – Rezepte für die kommunale Verkehrswende" zeigt anhand konkreter Projekte beziehungsweise Maßnahmen, welche Hürden auftreten und wie kommunale Akteure mit praktischen Lösungen die Mobilitätswende vor Ort gemeinsam voranbringen können. Dazu gehören etwa das Abschleifen von Kopfsteinpflaster, die Planung und Durchführung schulischer Projektwochen oder der Bau eines modularen Fahrradparkhauses. Darüber hinaus finden sich viele ergänzende Informationen zu den Erkenntnissen aus der Begleitforschung, zur Konzeption von Radverkehrskonzepten, zu Aufgabenfeldern der Radverkehrsförderung oder Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ziel ist es, praktische Hintergrundinformationen sowie Erfahrungswissen für andere Kommunen sowie für Praktikerinnen und Praktiker bereitzustellen.
→ Weitere Informationen zur Publikation und zum Projekt im Kapitel "Nachgefragt!"
Mobilitätsberatung – Transfer ins Fachzentrum Nachhaltige Mobilitätsplanung Hessen
Im Projekt "pimoo – Bewegt die Zukunft" entwickelte die Stadt Oberursel (Taunus) gemeinsam mit der Hochschule RheinMain mehrere praxisnahe Produkte, um nachhaltige Mobilität im kommunalen Mobilitätsmanagement zu fördern und dauerhaft zu verankern. Zielgruppen sind die kommunale Politik, die Öffentlichkeit sowie Bauherrinnen und Bauherren und Immobilienverwalterinnen und -verwalter. Einzelne Produkte wurden bereits auf andere Kommunen übertragen und werden dort schrittweise eingesetzt. Besonders erfolgreich war der Transfer der Mobilitätsberatung/Beratung zu Gebäuden. Das Tool zeigt anschaulich, wie nachhaltige Mobilität im und rund um das Gebäude unterstützt werden kann. Die spielerische Gestaltung erleichtert den Einstieg ins Thema und macht die Auseinandersetzung niedrigschwellig. Die Visualisierung der Oberurseler Mobilitätsberatung für Gebäude aus pimoo inspirierte auch das Fachzentrum Nachhaltige Mobilitätsplanung Hessen bei der Entwicklung des neuen Online-Tools "SUMPlight". Das Fachzentrum unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Entwicklung und Umsetzung von SUMPs – Sustainable Urban Mobility Plans. Mit "SUMPlight" werden durch Erklärvideos und Interviews insbesondere kleinere und mittlere Kommunen zum Start eines SUMP-Prozesses ermutigt. Das Beispiel zeigt, wie wirksame Inhalte und gute Formate der Wissensvermittlung gemeinsam dazu beitragen können, Mobilitätsziele im Netzwerk erfolgreich umzusetzen.
Dominierende Barrieren für Mikromobilität – infrastrukturelle Maßnahmen
Mit insgesamt 14 Projektpartnern aus 6 europäischen Ländern (Deutschland, Griechenland, Rumänien, Schweden, Türkei und Dänemark) werden im Projekt "PROMISE" in fünf urbanen Fallstudien (Bochum, Brasov, Köln, Osmangazi und Rethymno) neue Mikromobilitätsansätze für Infrastrukturen, Dienstleistungen und Logistikkonzepten partizipativ entwickelt. Das Projekt zielt darauf ab, städtische Mobilität zu verbessern und die Abhängigkeit vom Pkw-Verkehr zu reduzieren. Ein zentrales Ergebnis soll die Entwicklung und Verwendung eines "Micro-Mobility Decision Support Tool" (MDST) passend zum Konzept der 15-Minuten-Stadt sein. Das Tool hilft Städten, sichere Mikromobilitätsrouten zu planen und lokale Verbesserungsbedarfe in der Infrastruktur aufzuzeigen. Um Mikromobilitätslösungen, insbesondere durch Lastenräder, in die erste und letzte Meile städtischer Gebiete zu integrieren, führte der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, Verkehr und Logistik der Universität Duisburg-Essen Anfang dieses Jahres eine deutschlandweite Großbefragung mit Lastenradnutzenden mit 1.008 eingegangenen Beantwortungen durch. Zudem wurde in Bochum ein Akteursworkshop mit Nutzenden und Betroffenen von Mikromobilität im Rahmen der Fallstudie Bochum-Ehrenfeld ausgerichtet. Sowohl die statistischen als auch die inhaltsanalytischen Auswertungen der Großbefragung und des Akteursworkshop zeigen, dass parkende Fahrzeuge, haltender Lieferverkehr und zu schmale Fahrwege die dominierenden Barrieren für die Mikromobilität sind. Somit wird verdeutlicht, dass ausreichend Platz für das (Lasten-)Radfahren noch nicht gewährleistet ist. Infrastrukturelle Maßnahmen zur Schaffung breiterer Fahrwege sowie administrative Maßnahmen zur Regulierung des parkenden und haltenden Autoverkehrs könnten daher die Mikromobilität unterstützen.
→ Weitere Informationen zu PROMISE und zur Fördermaßnahme "Driving Urban Transitions"
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Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, Transdisziplinarität und Methoden |
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HRK-Audit "Nachhaltigkeit an Hochschulen" – die zweite Pilotphase startet
In den letzten zwei Jahren durchliefen vier Pilot-Hochschulen das Audit "Nachhaltigkeit an Hochschulen" der Hochschulrektorenkonferenz. Das Audit begleitet als Governance-Instrument Hochschulen bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, -ziele und -aktivitäten. Am 30. Juni 2026 schloss das Action Lab an der Technischen Universität Chemnitz den vierten Audit-Prozess erfolgreich ab. Mit dem Abschluss der ersten Pilotphase startet zugleich die zweite Phase des vom BMFTR geförderten Projekts: Bis Ende August 2028 durchlaufen weitere Hochschulen das Audit. Parallel dazu wird das Audit-Portfolio auf Grundlage der Erkenntnisse aus den Pilotierungen kontinuierlich weiterentwickelt. Eine Interessenbekundung für die Teilnahme an der zweiten Pilotphase wird voraussichtlich im Herbst 2026 möglich sein. Weiterführende Informationen werden rechtzeitig auf der Website des HRK-Audits "Nachhaltigkeit an Hochschulen" veröffentlicht.
Die Methode "Hochschulklimarat" und KlimaPläne – eine Blaupause!
Wie können Hochschulen Klimaschutzmaßnahmen entwickeln, die zur Hochschule passen und von vielen Hochschulangehörigen mitgetragen werden? Als Antwort darauf erprobte das Projekt "KlimaPlanReal" Hochschulklimaräte. Inspiriert von der Planungszelle (Dienel, 1978/1992) und dem Bürgerrat Klima kamen zufällig ausgeloste Hochschulangehörige aus allen Mitgliedergruppen an zwei Tagen zusammen, um sich zu informieren, zu inspirieren, zu diskutieren, und Klimaschutzmaßnahmen für die eigene Hochschule zu entwickeln. Das Ergebnis ist der KlimaPlan – ein Maßnahmenkatalog, der allen mit Klimaschutz befassten Akteuren der Hochschule Orientierung gibt. Die KlimaPläne sind auf der Projektwebsite öffentlich für alle zugänglich. Sie enthalten nicht nur Klimaschutzmaßnahmen, sondern auch eine Beschreibung des methodischen Vorgehens. So können sie als Blaupause für andere Hochschulen dienen, die dieses Beteiligungsformat ausprobieren möchten. Weitere praktische Tipps zur Planung eines Hochschulklimarats hat das Projektteam im DG HochN-Wiki bereitgestellt. Im Folgeprojekt "KlimaPlanReal – intensified" (Laufzeit 10/2026 bis 09/2027) wird das Format weiterentwickelt und es findet erstmalig Verwendung an einer Kunsthochschule, der Burg Giebichenstein in Halle.
Transformation zur klimaneutralen Hochschule – Wie gelingt die Finanzierung?
Hochschulen sollen mittelfristig klimaneutral werden, doch die Finanzierung entsprechender Maßnahmen stößt an die Grenzen öffentlicher Haushalte. Das Projekt "AlFinaH" (Alternative Finanzierungs- und Betreibermodelle für nachhaltige, klimaneutrale Hochschulen) erarbeitet daher alternative Möglichkeiten, um die nachhaltige Transformation von Hochschulen zu beschleunigen. Im Rahmen der AlFinaH-Transferphase fand im Juni an der OTH Amberg-Weiden ein Anwendungsworkshop mit bundesweiten Hochschulvertretenden statt. In drei Themenschwerpunkten erprobten die Teilnehmenden die im Projekt entwickelten Werkzeuge: 1. den Maßnahmenpool zur Identifikation von Klimaschutzmaßnahmen, 2. den Nachhaltigkeitskompass zur Bewertung ihrer ökologischen Wirkung sowie 3. die multidimensionalen Analysetools FinDetect und BusDetect zur Auswahl passender Finanzierungs- und Betreibermodelle. Besonders wertvoll war für die Teilnehmenden die direkte Verknüpfung konkreter Maßnahmen mit passenden Finanzierungsoptionen unter fachlicher Begleitung. Der Workshop zeigt: Hochschulen brauchen praxisnahe, modulare Werkzeuge, um Nachhaltigkeitsmaßnahmen zielgerichtet umzusetzen. Die Werkzeuge sowie der auf großes Interesse gestoßene regionale Zertifikatehandel zur Klimaschutzfinanzierung stellt das Projekt in weiteren AlFinaH-Workshops vor. Über die entsprechenden Angebote informiert regelmäßig die Website der DG HochN.
Klimaneutral werden? Transformationspotenziale Digitaler Zwillinge an Hochschulen
Im Verbundprojekt "REKLINEU II" erforscht die Universität Würzburg die Transformationspotenziale Digitaler Zwillinge für Hochschulen auf dem Weg zur Klimaneutralität. In den ersten Projektmonaten lag der Fokus auf der Identifikation existierender Ansätze zu Digitalen Zwillingen oder Digitalen Modellen in der Forschung und in Anwendung im Hochschulbetrieb. Es zeigt sich eine uneinheitliche Definitionslage zum Begriff "Digitale Zwillinge", sodass zunächst eine wissenschaftsbasierte gemeinsame Verständnisgrundlage im Fokus steht, welche im DG HochN-Wiki fortlaufend aktualisiert wird. Auf der Basis dieser hochschulspezifischen Arbeitsdefinition arbeitet REKLINEU II daran, potenzielle Stakeholder für die Umsetzung sowie den Einsatz Digitaler Zwillinge an der Universität Würzburg zu involvieren. Ergebnis-Zwischenstand: Die frühzeitige Einbindung relevanter Ansprechpersonen ist für den Projekterfolg von großer Bedeutung. Mitarbeitende aus Verwaltung, Betrieb und IT erwarten insbesondere einen Mehrwert durch den Aufbau einer zentralen Datenkoordination. Derzeit entsteht eine soziale Netzwerkanalyse, übertragbare Transformationsimpulse werden abgeleitet. Ausblick: Ein gemeinsamer statusgruppenübergreifender Runder Tisch der Stakeholder findet im Herbst 2026 statt. Eine Dokumentation dazu wird anschließend veröffentlicht.
GTPF-Arbeitstagung 2026: Weiterentwicklung transdisziplinärer und partizipativer Forschung
Im Projekt "TPimpuls" richtet die Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) unter anderem Arbeitstagungen aus, um transdisziplinäre und partizipative Forschung im Wissenschaftssystem zu stärken und besser für die Bewältigung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen nutzbar zu machen. Auf der ersten GTPF-Arbeitstagung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde im März 2026 diskutierten die Teilnehmenden in 16 Sessions zentrale Themen wie Diversität in partizipativer Forschung, Qualitätsdimensionen transdisziplinärer Forschung, den Umgang mit Rechtsdruck und Fragen der Wirkung.
Aus dem ko-kreativen Austausch entstanden zahlreiche Impulse, die nun im Kontext der GTPF weiterverfolgt werden, etwa zur Stärkung von Early Career Researchers und zur weiteren Institutionalisierung transdisziplinärer und partizipativer Forschung. So trägt TPimpuls dazu bei, übertragbare Erkenntnisse und methodische Ansätze sichtbar zu machen, von denen andere Projekte lernen können, wenn sie gemeinsam mit Praxisakteurinnen und -akteuren an Lösungen für sozial-ökologische Transformationsprozesse arbeiten. Wer weitere Entwicklungen im Projekt TPimpuls, darunter eine für Herbst 2026 geplante Veranstaltung zur Förderung von Early Career Researchers, verfolgen möchte, kann den GTPF-Newsletter abonnieren.
→ Dokumentation der GTPF-Arbeitstagung 2026
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Veranstaltungen & Termine |
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2. Thüringer Mobilitätskonferenz
Erfurt | COMCENTER Brühl
Mobilität ist ein zentraler Treiber für wirtschaftliche Entwicklung, gesellschaftliche Teilhabe und nachhaltigen Fortschritt in Thüringen. Die 2. Thüringer Mobilitätskonferenz bringt erneut Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammen. Im Fokus stehen diesmal das automatisierte und vernetztes Fahren (AVF) sowie aktuelle Projekte im Thüringer Radverkehr. Der Markt der Mobilität wird auch dieses Mal wieder stattfinden und zum Austausch einladen. Vernetzung, neue Perspektiven und ein umfassender Austausch schaffen wichtige Impulse, um die Mobilität in Thüringen weiter voranzubringen. Das Projekt "MOVEwell" aus der Fördermaßnahme "Nachhaltige Mobilität in regionalen Transformationsräumen" ist mit dabei. Es stellt das Konzept für eine Modellregion AVF in Thüringen sowie das neue Kompetenzzentrum AVF in Thüringen vor.
→ Weitere Informationen
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FONA-Vernetzungsreihe – Impact durch transdisziplinäre Forschung
Online
Wie entsteht Wirkung in der Nachhaltigkeitsforschung? Mit dieser Frage startet die neue FONA-Vernetzungsreihe zur Umsetzung der neuen FONA-Strategie. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis wird diskutiert, wie transdisziplinäre Zusammenarbeit dazu beiträgt, Forschungsergebnisse erfolgreich in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu überführen. Die FONA-Vernetzungsveranstaltung findet von 10:00 bis 11:30 Uhr statt. Weitere Informationen folgen in Kürze auf fona.de.
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Fachkonferenz: Bestand neu gestalten! Perspektiven für bezahlbares Wohnen in der Stadt
Berlin
Mehr bezahlbarer Wohnraum in Städten: Welche politischen, planerischen und praktischen Ansätze sind nötig, um Bestand nachhaltig, sozial ausgewogen und zukunftsfähig weiterzuentwickeln? Dazu diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis auf der Fachkonferenz "Bestand neu gestalten! Perspektiven für bezahlbares Wohnen in der Stadt" der acatech Plattform Bauen & Wohnen. Neben Impulsen und Panels zu praxisnahen Lösungsansätzen für effizientere Prozesse und Strategien, Praxisbeispielen und Ergebnissen des Projekts regen Podiumsdiskussionen zum Austausch zu konkreten Herausforderungen und Chancen an.
→ Weitere Informationen und Anmeldung
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Sozial-ökologische Nachwuchsgruppen des BMFTR – Projektskizzen bis 30. Oktober 2026
easy-Online Bewerbungsportal des Bundes
Für zukünftige Nachwuchswissenschaftler besteht die Möglichkeit, sich als inter- und transdisziplinäre Sozial-ökologische Nachwuchsgruppe zu bewerben. Die Einreichfrist für Projektskizzen endet am 30. Oktober 2026. Neben dem Fokus auf Stadt-Umland-Regionen soll zudem ein Beitrag zur Hightech Agenda Deutschland geleistet werden.
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PartWiss in Berlin – neuer Termin!
Berlin
Die nächste PartWiss findet vom 18. bis 20. November 2026 in Berlin statt. Die Anmeldung für Teilnehmende mit eingeladenem Beitrag ist ab dem 22. Juli bis zum 24. August 2026 bereits möglich. Ab dem 26. August 2026 beginnt der Anmeldezeitraum zur PartWiss 26 für alle weiteren Teilnehmenden bis zum Erreichen der Kapazitätsgrenze. Das Programm wird noch veröffentlicht.
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GAIA Masters Student Paper Award 2027 – Call for contributions
Online
The international journal GAIA – Ecological Perspectives for Science and Society invites Masters students to participate in the 2027 GAIA Masters Student Paper Award. Masters students are encouraged to submit their results from research-based courses / Masters theses in transdisciplinary environmental and sustainability science.
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Interkommunale Radverkehrsförderung – wie gelingt sie?
Was ist das NUDAFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung?
Das Projekt "NUDAFA-Reallabor" arbeitete von 2020 bis 2026 an der Frage: Wie kann interkommunale Radverkehrsförderung über Kommunengrenzen hinweg funktionieren? Das Projektteam präsentierte bei seiner Abschlussveranstaltung im Juni 2026 zentrale Erkenntnisse. Am transdisziplinären Forschungsvorhaben beteiligt waren die Gemeinde Eichwalde, die Technische Universität Berlin und die Technische Hochschule Wildau. Neben der wissenschaftlichen Begleitforschung des interkommunalen Radverkehrsmanagements wurden vielfältige Teilprojekte entwickelt und erprobt. Dazu gehören unter anderem ein modulares Fahrradparkhaus in Eichwalde, die Planung eines interkommunalen Radwegs zwischen vier Kommunen, das Abschleifen von Kopfsteinpflaster zur Verbesserung der Befahrbarkeit von Straßen für Radfahrende, der NUDAFA-Radverkehrsatlas sowie schulische Projektwochen zum Radverkehr, verschiedene Beteiligungsformate und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.
"Rezepte für die kommunale Verkehrswende" – auch für andere Kommunen
Nach sechs Jahren Forschung, Erprobung und Umsetzung im NUDAFA-Reallabor liegen nun zentrale Ergebnisse und Veröffentlichungen vor. Die Erkenntnisse aus dem Projekt wurden in dem praxisorientierten Buch "Gemeinsam Radverkehr fördern – Rezepte für die kommunale Verkehrswende" gebündelt. Das Buch zeigt anhand konkreter Projekte, welche Herausforderungen auftreten und wie Kommunen mit praktischen Lösungen die Verkehrswende vor Ort gemeinsam voranbringen können. Mit konkreten "Rezepten" je Teilprojekt können Kommunen diese auch bei sich umsetzen – vom Abschleifen des Kopfsteinpflasters bis hin zur Einführung eines kommunenweiten Tempo 20/30. Das Buch steht kostenlos zum Download zur Verfügung und kann zudem kostenpflichtig über den Buchhandel erworben werden.
Was sind Highlights aus der Projektarbeit für Verstetigung, Transfer und Kommunikation?
Insgesamt wurden im NUDAFA-Untersuchungsraum über 20 Maßnahmen aus den Bereichen Infrastruktur, Service, Beteiligung, Öffentlichkeitsarbeit, schulisches Mobilitätsmanagement und Organisation erfolgreich umgesetzt und verstetigt. Einige Leuchtturmprojekte sind im Folgenden exemplarisch aufgeführt:
- Nach mehreren Realexperimenten konnte gemeinsam mit der Firma Fräsdienst-Service E. Feind GmbH eine neue Technologie zum Abschleifen von Kopfsteinpflaster entwickelt werden. Diese innovative Methode ermöglicht es, Kopfsteinpflaster umweltschonend und effizient zu bearbeiten, wodurch die Befahrbarkeit für Radfahrende deutlich verbessert wird. Bisher gemiedene Straßen werden so erschlossen und durchgängige Radverkehrsverbindungen geschaffen. Das Verfahren wurde bereits deutschlandweit nachgefragt und eingesetzt.
- Die Projektwoche BikeBuddies wurde im Humboldt-Gymnasium Eichwalde vier Jahre in Folge mit Schülerinnen und Schülern der fünften bis zu zehnten Klasse durchgeführt. Aus den Erfahrungen entstand der Leitfaden BikeBuddies – ein Praxisleitfaden für Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende zur Durchführung von Projekten zu Radverkehr und nachhaltiger Mobilität. Dieser wurde bereits von zahlreichen Lehrkräften gelesen und teilweise umgesetzt.
- Als Pilotprojekt wurde in Eichwalde über Drittmittel ein modulares Fahrradparkhaus mit 340 Stellplätzen konzipiert und gebaut. Als eines von insgesamt 14 Projekten in Brandenburg dient es als Vorbild für andere Städte und Gemeinden.
- Gemeinsam mit vier Kommunen wurde ein zehn Kilometer langer interkommunaler Radweg bis Leistungsphase 3 geplant.
- Mit dem NUDAFA-Radverkehrsatlas entwickelte der Forschungs- und Entwicklungspartner FixMyCity GmbH das digitale Planungstool "TILDA Radverkehr". Auf Grundlage von OpenStreetMap-Daten ermöglicht es Kommunen, systematische und fortlaufend aktualisierbare Datengrundlagen für die Radverkehrsplanung zu nutzen.
- Die Personalstelle des interkommunalen Radverkehrsmanagements war eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg des Projekts. Erst durch die Einrichtung dieser Stelle sowie die Bereitstellung finanzieller Mittel konnten zahlreiche Projekte initiiert, koordiniert und erfolgreich umgesetzt sowie die langfristige Zusammenarbeit der NUDAFA-Kommunen aufgebaut werden. Eine Verstetigung der Personalstelle über das Ende der Projektförderung hinaus konnte in den NUDAFA-Kommunen jedoch nicht erreicht werden.
Was waren die Erfolgsfaktoren? Von lokalem Wissen und Zusammenarbeit verschiedener Akteure
Die wesentlichen Erfolgsfaktoren des Projekts waren der frühzeitige Aufbau tragfähiger interkommunaler Netzwerke, die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft sowie die koordinierende Rolle des interkommunalen Radverkehrsmanagements. Das Reallabor schuf dabei einen flexiblen Experimentierraum, in dem neue Kooperationsformen, Maßnahmen und Arbeitsweisen unter realen Bedingungen erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt werden konnten. Entscheidend waren zudem engagierte Akteurinnen und Akteure, politische Unterstützung, kontinuierlicher Wissenstransfer sowie eine klare Vorstrukturierung und Koordination gemeinsamer Maßnahmen. Darüber hinaus trugen die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen sowie sichtbare Projekterfolge maßgeblich dazu bei, Vertrauen aufzubauen, die Zusammenarbeit zu verstetigen und die regionale Radverkehrsförderung sowie weitere kommunale Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken.
Weitere Informationen:
→ BMFTR-Fördermaßnahme "MobilitätsWerkStadt 2025"
→ FONA-Nachricht "Neuartige Präzisionstechnik auf Kopfsteinpflaster – Innovatives Simulations- und Schleifverfahren stärkt Radverkehr"
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Impressum
Ziel des Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" (SÖF) des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ist die Entwicklung von Strategien zur Lösung konkreter gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme. Der Förderschwerpunkt ist Teil der BMFTR-Strategie "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA). Der DLR Projektträger (DLR-PT), Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit, betreut den Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung im Auftrag des BMFTR.
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