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Smart City Praxiswissen | Ausgabe 4/2025

Smarte Innenstädte: Zukunft im urbanen Herz

Smartes Wissen aus den Modellprojekten Smart Cities

 

Unsere Themen

Im Fokus

Smarte Innenstädte: Zukunft im urbanen Herz

Innenstädte und Zentren befinden sich im Wandel. Onlinehandel, veränderte Mobilitätsgewohnheiten und neue Freizeitbedürfnisse verändern ihren Charakter – gleichzeitig eröffnen sich Chancen, Innenstädte neu zu beleben. Smarte Lösungen können hier unterstützen: Digitale Technologien, Daten und Beteiligungsformate helfen Städten, ihre Zentren als lebendige, klimaangepasste Räume weiterzuentwickeln. Mehrere Modellprojekte Smart Cities (MPSC) haben Innenstädte besonders im Fokus. Ein Blick nach Hannover, Bad Belzig, Konstanz und in die Metropolregion Rhein-Neckar zeigt unterschiedliche Ansätze.

Hannover: die Innenstadt als Experimentierraum

Installationen wie digitale Stelen und ein vernetzter Flügel sollen den Opernplatz in Hannover aufwerten. | Bild: © Landeshauptstadt Hannover

Die niedersächsische Landeshauptstadt will ihre Innenstadt resilient, klimaneutral und lebendig gestalten – ein Ziel der Smart-City-Strategie Restart: #HANnovativ. Grundlage war der Innenstadt.Dialog, in dem Bürgerinnen und Bürger Ideen für die City einbrachten. Die Ergebnisse flossen in das Konzept „Mitte neu denken – Innenstadtkonzept 2035“ ein und bilden die Basis der Smart-City-Strategie.

„Die Maßnahmen im Bereich Innenstadt sind eine Erprobung am Herzen der Stadt – die Bürgerinnen und Bürger sollen erleben, dass Smart City mehr als Technik ist“,

Tim Gerstenberger, Stabsstellenleiter Smart City Hannover

Im Kultur.Dreieck werden etwa Kunst und Kultur „auf die Straße gebracht“: Licht- und Soundinstallationen, Performances und Interventionen sollen den Stadtraum zum Kulturerlebnis machen. Acht frühere Fahrleitungsmasten werden zu Multimediastelen umgerüstet. Ein Highlight wird ein wetterfester und smart gesteuerter Betonflügel sein, der bis Ende 2025 aufgebaut sein soll. Die Idee: Profis und Laienmusikerinnen und -musiker können ihn jederzeit bespielen, doch er wird automatisch stummgeschaltet, sobald Opernübertragungen laufen.

Auch der Klimawandel wird adressiert: Mit dem Hitze.Wasser.Management testet Hannover, wie Sensorik und Daten städtische Räume abkühlen und Bäume bewässern können. Die Prinzenstraße dient dafür als Reallabor, 38 Messpunkte erfassen Klima-Parameter, eine 420-m³-Zisterne soll Regenwasser für die Bewässerung sammeln. Ziel ist, Hannover zur „Schwammstadt“ zu machen und die Aufenthaltsqualität in urbanen Freiräumen zu erhöhen.

Vitale Innenstadt Bad Belzig

Die Kurstadt Bad Belzig in Brandenburg steht vor ähnlichen Herausforderungen wie viele Kleinstädte: Durch starken Durchgangsverkehr und parkende Autos wirkt die eigentlich sehr schöne Altstadt wenig einladend. Die Smart-City-Maßnahme „Vitale Innenstadt“ zielt daher auf die Belebung von Marktplatz und Innenstadt, wofür Verkehrsmaßnahmen datenbasiert getestet werden: Aktuell läuft ein Pilot „Tempo 20“.

Zugleich wird der Marktplatz zum Reallabor. Der „Marktplatzsommer 2025“ zeigte, dass die Innenstadt attraktiver Treffpunkt sein kann. 2026 folgen dann temporäre Stadtmöbel, die Bürgerinnen und Bürger vorher auswählen, testen und bewerten können. Der Fokus liegt hierbei auf einem angenehmen Aufenthalt, Schutz vor Wetter und dem gemeinschaftlichen Verweilen.

„Wichtig ist es, Menschen zusammenzubringen, die Lust haben, etwas auszuprobieren. Das schafft Akzeptanz für Neues.“

Nikola Zeuner, Zukunftsschusterei Bad Belzig

Konstanz: Sommerorte als Zukunftsbilder

Der „Sommerort Pfalzgarten“ schafft neue Begegnungsorte, die nicht nur attraktiv und klimafreundlich gestaltet sind, sondern auch Bewegung in die Konstanzer Innenstadt bringen. | Bild: © Barbara Schaar, Stadt Konstanz

Die Innenstadt von Konstanz soll lebendig, attraktiv und zukunftsfähig bleiben. Die Maßnahme „Innenstadt von morgen“ kombiniert den Schutz historischer Strukturen mit nachhaltigen, sozialen Innovationen. Ein zentraler Baustein sind temporäre Experimentierorte – die „Sommerorte“.

Der erste Sommerort startete im Juni 2025 im Pfalzgarten: mehr Sitzgelegenheiten im Schatten, ein Kräutergarten, Hochbeete, kleine Bühne, Yogamatten, Spiele. Die Orte würden gut angenommen und lieferten Pilotdaten für langfristige Planungen. Konstanz arbeitet zudem mit dem Büro Gehl aus Kopenhagen zusammen, auch um qualitative Daten zu sammeln: Wie fühlen sich Menschen vor Ort? Welche Veränderungen verbessern das Leben der Bürgerinnen und Bürger?

„Das Konzept der Sommerorte ist ein unglaublich wertvoller Ansatz, weil es den Menschen zeigt, was die Smart Green City in Konstanz ist – und wie sie das Leben für alle schöner macht.“

Barbara Schaar, Projektleiterin Innenstadt von morgen

Rhein-Neckar: FREIRÄUME beleben Ortskerne

In der Metropolregion Rhein-Neckar liegt der Fokus auf multifunktionalen FREIRÄUMEN, die Ortszentren beleben. In Eberbach, Meckesheim und Neckargemünd wurden dafür Ladenlokale oder zentrale Immobilien umgewandelt.

Das Konzept folgt dem Drei-Säulen-Prinzip: Co-Working, nutzungsoffene Räume und smarter Tourismus. Veranstaltungen, Co-Working-Angebote und digitale Services schaffen Treffpunkte, beleben Leerstände und stärken die lokale Wirtschaft.

Die FREIRÄUME kombinieren mehrere Nutzungen, da viele soziale Treffpunkte weggefallen sind. Erste Erfolge zeigen Umfragen: 48 % der Besucherinnen und Besucher nutzen Gastronomie, ein Drittel geht shoppen, andere erkunden Freizeitangebote. 97 % würden das Angebot wieder nutzen. Als Herausforderung bleibt allerdings die wirtschaftliche Tragfähigkeit.

„Die FREIRÄUME bringen Digitalisierung, Innovation und Stadtentwicklung zusammen – und Menschen ins Gespräch, die sich vorher nie begegnet sind.“

Sarah Reisinger, Projektleiterin

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Smart zu wissen

Smart City Akademie erweitert Angebot: Neun neue Weiterbildungsmodule verfügbar

Die Smart City Akademie baut ihr kostenfreies, virtuelles Weiterbildungsangebot für kommunale Mitarbeitende weiter aus: Inzwischen stehen 16 Module zur Wahl, die praxisnahes Wissen für die Gestaltung smarter Städte und Regionen vermitteln. In den neun neuen Modulen geht es unter anderem um Künstliche Intelligenz, Kommunikation, Standards und Normen sowie um rechtliche Fragestellungen wie IP-Recht, Vergabe- und Beihilferecht. Die Smart City Akademie ist ein Angebot der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) und richtet sich an Mitarbeitende aller kommunalen Fachbereiche, die digitale Lösungen strategisch einsetzen und eine nachhaltige Stadtentwicklung aktiv mitgestalten wollen.
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„Mit dem Kurs konnte ich einen Überblick über wichtige Normen im Rahmen der Smart City erhalten. Diese waren mir vorher nicht bekannt und stellen meine zukünftige Arbeit auf ein solides Fundament.“

Patrick Iglück, Stadt Strausberg, über das Modul „Mit Standards die Smart City gestalten“

Auftakt Wissenschaftsnetzwerk Smart City

Wissen bündeln, gemeinsam forschen, besser transferieren: Ziel der Veranstaltung der KTS im Juni 2025 in Hamburg war es, Forschungsinstitute, Hochschulen und wissenschaftsaffine kommunale Akteure aus dem MPSC-Umfeld zusammenzubringen. um ein starkes Wissenschaftsnetzwerk für Smart Cities zu etablieren.
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Smart Communities Network – Trainingshub für Kommunen

Wie werden Städte smart und nachhaltig? Das Smart Communities Network unterstützt Kommunen mit praxisnahen Materialien und Schulungen. Über den → Trainingshub erhalten Städte und Gemeinden jetzt einen Zugang zu Ressourcen und Schulungen, etwa zu → LORDIMAS (Onlinetool zur Messung des digitalen Reifegrads), zur → Local Digital Twin Toolbox (Werkzeuge für datengestützte Entscheidungen) und zu den → Minimal Interoperability Mechanisms (Standards für Interoperabilität von Daten und Systemen). Das Netzwerk wird künftig in das → European Digital Infrastructure Consortium integriert, um eine langfristige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu sichern.

Neue Impulse aus dem Smart City Blog

In den neuesten Beiträgen geht es um ein Workshop-Kit für die Arbeit mit Jugendlichen, smarte Geschäftsmodelle, die Einführung von KI in Kommunen, Datenkompetenz sowie um die Bedeutung von Organisation und Führung für smarte Städte und Regionen.
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Sounding-Boards: Kommunen und IT-Wirtschaft in den Dialog

Wie gelingt die digitale Transformation in Städten und Gemeinden? Bei den „Sounding-Boards“ der KTS im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) kamen Kommunen, Verbände und IT-Wirtschaft zusammen. Diskutiert wurden digitale Basisinfrastrukturen wie urbane Datenplattformen, digitale Zwillinge, Open Source und Kommunikation. Ein Ergebnis: Für die digitale Daseinsvorsorge braucht es gemeinsame Standards und eine faire Finanzierung durch Bund, Länder und Kommunen.
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Besuchen Sie uns an Stand 508 – alle Informationen zum Standprogramm und zu den von uns mitgestalteten Bühnenhighlights finden Sie → hier.

Neue Publikationen und Studien

Cover: © BBSR

 

Künstliche Intelligenz in smarten Städten und Regionen: Innovative KI-Anwendungen für die Ziele der Stadtentwicklung

KI wird mehr und mehr zum strategischen Werkzeug für die Stadtentwicklung: Die Studie aus der MPSC-Begleitforschung zeigt, wie Kommunen KI rechtssicher nutzen können, um Daten klug auszuwerten, Prozesse zu automatisieren und Verwaltungen zu entlasten. Praxisbeispiele verdeutlichen den Mehrwert für die kommunale Entwicklung. Das Autorenteam aus dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE sowie der Kanzlei Becker Büttner Held lotet Nutzungspotenziale aus und schlüsselt technische und nichttechnische Voraussetzungen einer erfolgreichen Integration von KI in Kommunen auf. Dabei geht es vor allem um die Bedeutung qualitativ hochwertiger und interoperabler Daten als Grundlage für KI-Anwendungen. Ein Exkurs geht auf rechtliche und regulatorische Fragen ein.

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Cover: © BBSR

 

Von der innovativen Idee in den Regelbetrieb: Fünf zentrale Faktoren als Planungshilfen für den Verstetigungsprozess von Smart-City-Maßnahmen

Viele Städte und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren digitale Lösungen entwickelt und getestet – etwa City-Apps, urbane Datenplattformen oder Beteiligungstools. Doch wie gelingt der Schritt vom erfolgreichen Pilotprojekt zu einem dauerhaften Angebot? Eine neue Studie aus der MPSC-Begleitforschung zeigt, wie Kommunen ihre Lösungsansätze in den kommunalen Alltag integrieren können. Eine wichtiges Fazit des Autorenteams vom Deutschen Institut für Urbanistik ist, dass Verstetigung nicht dem Zufall überlassen bleiben sollte. Kommunen, die von Anfang an eine Verstetigungsstrategie verfolgen, erhöhen die Chancen auf eine nachhaltige Wirkung erheblich. Entscheidend sind fünf Faktoren: klare Kommunikation, der Nachweis von Wirkung, technische Anschlussfähigkeit, feste Zuständigkeiten und eine gesicherte Finanzierung.

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„Wer Perspektiven wechselt – etwa durch Nutzerfeedback – erkennt früh, was verbessert werden muss. Kommunen, die diese Rückmeldungen ernst nehmen, stärken Wirkung und Akzeptanz.“

Theresa Hohmann, Ko-Autorin der Studie, Deutsches Institut für Urbanistik

 

Einsatz von Wassersensorik in Kommunen: Praxiswissen aus den Modellprojekten Smart Cities

Die Arbeitsgruppen der MPSC entwickeln praxisnahe Lösungen für relevante kommunale Herausforderungen. Zentrale Ergebnisse werden als Wissensprodukte aufbereitet. Frisch erschienen ist nun eine „Orientierungshilfe für den Einsatz von Wassersensorik in Kommunen“ – mit erprobten Beispielen, Auswahlkriterien und Tipps aus der Praxis. Die Orientierungshilfe basiert auf der Expertise und den Erfahrungen der MPSC-Arbeitsgruppe „Klimaschutz, Klimaanpassung und Resilienz“. Ziel ist es, interessierten Kommunen eine erste Hilfestellung zur Bedarfsanalyse zu geben und den gezielten Austausch mit den beteiligten Modellprojekten Smart Cities zu fördern.

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Cover: © BBSR

 

Die Stadt der Viertelstunde

Ziel der Online-Publikation des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) „Die Stadt der Viertelstunde“ ist es, die vorhandenen Konzeptionen in Literatur und Praxis aufzuarbeiten und eine umfassende, empirische Annäherung an das Konzept der sogenannten 15-Minuten-Stadt, einer Stadt, in der alles Wichtige in 15 Minuten zu Fuß oder per Rad erreichbar ist, aus zwei eng miteinander verbundenen Perspektiven bereitzustellen. Im Anschluss daran leitet die Studie Handlungsempfehlungen ab. Zur Umsetzung müsse etwa das Leitbild für den jeweiligen Ort spezifiziert und in nachvollziehbare Planungsziele übersetzt werden. Dieses ließe sich etwa im Rahmen einer Smart-City-Strategie formulieren.

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Cover: © Haselhorst Associates

 

Was wirkt zur Abstimmung – und warum: Monitoring und Evaluation für smarte Stadtentwicklung

Das Beratungsunternehmen Haselhorst Associates hat untersucht, inwiefern Städte in Deutschland bereits Monitoring- und Evaluationskonzepte zur Fortschrittsmessung von Smart-City-Maßnahmen entwickelt und bei sich etabliert haben. Ein Ergebnis: Nur rund die Hälfte der im Haselhorst-Ranking bestplatzierten Smart Cities in Deutschland verfügt aktuell über ein fundiertes Monitoring- und Evaluationskonzept. Ergänzt wurde die quantitative Analyse durch Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern ausgewählter Kommunen unterschiedlicher Größenordnungen, darunter auch als MPSC geförderte Städte. Aus den Ergebnissen abgeleitete Leitlinien bieten Orientierung für die erfolgreiche Implementierung entsprechender Strukturen.

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Cover: © Fraunhofer IAIS

 

Mit KI von Daten zu Taten in Ihrer Kommune

Im Projekt URBAN.KI, einer Initiative des MPSC Gelsenkirchen und der Westfälischen Hochschule, wird seit 2024 eine zentrale Anlaufstelle für Kommunen in Deutschland im Bereich aufgebaut. Ein aktuelles Whitepaper aus der Begleitforschung durch das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS gibt einen umfassenden Überblick über Chancen, Herausforderungen und konkrete Anwendungsfälle in Städten und Landkreisen.

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Cover: © BBSR

 

Stärkung der europäischen kommunalen Zusammenarbeit in der digitalen Stadtentwicklung

Europäische und nationale Programme unterstützen zunehmend Kommunen bei der Umsetzung von Smart-City-Projekten. Dabei spielt die Vernetzung über Ländergrenzen hinweg eine zentrale Rolle, um Wissen und technische Lösungen auszutauschen. Insbesondere kleinere und mittlere Städte in Deutschland hatten bisher jedoch nur begrenzten Zugang zu europäischen Netzwerken und Initiativen. Das Projekt „Smart Cities befähigen: Handlungsansätze zur europäischen Vernetzung“ – kurz → #vernetztinEuropa – hat deshalb untersucht, wie deutsche Kommunen besser eingebunden werden können. Die nun erschienene Publikation stellt Erfahrungen der beteiligten europäischen Städtetandems sowie zentrale Ergebnisse der Begleitforschung vor.

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Cover: © BBSR

 

Verfahrensbeschleunigung der Bauleitplanung

Die Aufstellung von Bebauungsplänen dauert häufig viele Jahre und stellt Kommunen beim Wohnungsbau vor große Herausforderungen. Ein Forschungsprojekt im Auftrag des BBSR hat nun untersucht, wie Verfahren schneller und zugleich qualitätsvoll gestaltet werden können. Analysiert wurden rund 200 Verfahren, ergänzt durch Workshops und Interviews. Zentrale Empfehlungen sind ein digitales Ökosystem mit offenen Schnittstellen, praxistauglicher XPlanung-konformer Software sowie eine frühere und transparentere Einbindung der Öffentlichkeit.

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Bewertungskriterien zur Stärkung der Übertragbarkeit von Code/Softwarelösungen

Ein neuer Kriterienkatalog der KTS unterstützt Kommunen bei der Bewertung von Smart-City-Software. Er ist so gestaltet, dass er auch ohne tiefgehendes, technisches Vorwissen nachvollziehbar bleibt. Besonderer Wert wird auf Open-Source-Technologien und offene Standards gelegt. Das erleichtert die Nachnutzung, ermöglicht den Zugriff auf bestehende Entwicklungsgemeinschaften und stärkt zugleich die digitale Souveränität von Städten und Gemeinden. Der Katalog ist zudem mit den Standards von → Open CoDE für die öffentliche Verwaltung abgestimmt.

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Mehr Studien, Leitfäden und Multimedia-Angebote rund um smarte Städte und Regionen gebündelt an einem Ort finden Sie in unserer → Publikationsdatenbank.

Smart City Lösungen

Cottbus: Krankentransporte digital koordinieren

Bild: © Camilo Jimenez / unsplash

In Deutschland finden jährlich über 50 Millionen Patientenfahrten statt – viele davon planbar, etwa zur Dialyse, Reha oder Strahlentherapie. Gerade in ländlichen Regionen steigt der Bedarf, während eine zentrale digitale Koordination fehlt. Für Kliniken, Praxen und Patientinnen und Patienten bedeutet das einen hohen organisatorischen Aufwand.

Um hier Abhilfe zu schaffen, entwickelte und testete das MPSC Cottbus die App „Digitale Patientenbeförderung“. Über eine Web- und eine mobile Anwendung können medizinische Einrichtungen – und perspektivisch auch Bürgerinnen und Bürger – Krankentransporte mit wenigen Klicks anfragen. Das System weist Fahrten automatisiert zu, berücksichtigt individuelle Anforderungen wie Rollstuhltauglichkeit und entlastet so bestehende Strukturen wie die integrierte Regionalleitstelle Lausitz. Fahrdienste, Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal profitieren ebenso wie die Patientinnen und Patienten selbst.

Ziel ist es, gerade älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen einen verlässlichen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu sichern und die soziale Teilhabe zu stärken. Die Lösung ist Open Source verfügbar und kann von anderen Kommunen übernommen und angepasst werden.
→ Zur Smart City Lösung

Oberhausen: Smart Boxes als Werkzeugkoffer für Beteiligung

Bild: © Stadt Oberhausen

Wie fühlt es sich an, durch die geplante neue Grünfläche zu spazieren, bevor der erste Baum gepflanzt ist? Oder die Entwicklung eines Quartiers aus der Vogelperspektive zu betrachten? Mit den SmartBoxes wird genau das möglich: Die mobilen Werkzeugkoffer bringen digitale Technologien wie Virtual-Reality-Brillen, 3D-Drucker, Drohnen oder Smartboards direkt dorthin, wo die Menschen sich aufhalten.

Die Stadt Oberhausen setzt die SmartBoxes ein, um Beteiligung niedrigschwellig und greifbar zu machen. Statt auf Einladungen ins Rathaus zu warten, geht die Verwaltung aktiv in die Quartiere und holt die Menschen vor Ort ab – auch diejenigen, die bisher kaum an digitalen Prozessen teilgenommen haben. So werden neue Zielgruppen erreicht und Beteiligung wirklich inklusiv.

Die SmartBoxes können flexibel zusammengestellt werden und unterstützen Planungsprozesse, zum Beispiel in der Stadt- und Quartiersentwicklung. Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen einbringen, Szenarien erleben und mitgestalten. Das stärkt nicht nur die Akzeptanz für Projekte, sondern auch die Identifikation mit dem eigenen Lebensumfeld.
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Icons zur Smart-City-Kommunikation: Der Digital Trust for Places & Routines (DTPR)

DTPR im Einsatz in Porto | Bild: © Associação Porto Digital

Digitale Technologien prägen zunehmend den öffentlichen Raum – von Sensoren in der Straßenbeleuchtung bis zu Kameras an Verkehrsknotenpunkten. Doch oft bleibt für Bürgerinnen und Bürger unklar: Welche Daten werden eigentlich erhoben? Zu welchem Zweck? Und wer hat Zugriff darauf? Hier setzt das DTPR-Modell an, das in Kanada entwickelt wurde.

Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Kommunen kennzeichnen Orte, an denen digitale Technologien Daten erfassen, mit leicht verständlichen Symbolen und Hinweisschildern. Per QR-Code gelangen Interessierte dann auf eine Webseite, die ausführlich erläutert, welche Geräte im Einsatz sind, welche Daten erhoben werden, wie lange sie gespeichert werden und welche Stelle verantwortlich ist.

Unter anderem in Toronto und Porto wurden im Rahmen von Pilotprojekten öffentliche Plätze mit DTPR-Symbolen versehen. So konnten die Städte etwa sichtbar machen, dass zum Beispiel Bewegungssensoren lediglich anonyme Daten für die Verkehrssteuerung erheben – nicht aber zur Überwachung einzelner Personen dienen. Der Effekt: Mehr Transparenz, weniger Misstrauen und eine Grundlage für eine ehrliche Debatte über Chancen und Risiken digitaler Technologien im Stadtraum. Die leicht reproduzierbare Open-Source-Lösung wurde kürzlich beim Online Advisory Programme (OAP) des → Internationalen Smart Cities Netzwerks (ISCN) vorgestellt. Erste deutsche Kommunen wollen den Ansatz aus Kanada übernehmen.
→ Zur Website
Die Präsentation beim OAP kann → hier abgerufen werden.

Unsere systematisch aufbereiteten → Smart City Lösungen zeigen wirkungsvolle Anwendungen und übertragbare Produkte für die digitale Transformation von Kommunen. Neu dabei sind auch:

→ Virtuelles Kraftwerk: Eine sektorenübergreifende Energiemanagementlösung

→ Smart Poles: Intelligente Straßenbeleuchtung als Knotenpunkte digitaler Stadtentwicklung

→ Wald.Stadt.Labor: Eine Keimzelle für experimentelle Stadtentwicklung

→ Klimamessnetz: Informationsgrundlage für klimasensible Stadtplanung

→ Digitaler Begleiter: Sicher fühlen mit App und KI am Ulmer Lederhof

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Termine und Veranstaltungen: Städtebauförderung und Smart Cities

30. September
bis 2. Oktober

 

Smart Country Convention (SCCON)

– Berlin
Die Smart Country Convention (SCCON) ist Deutschlands größte Kongressmesse zur Digitalisierung des öffentlichen Sektors. Auch die Initiativen des Smart City Dialogs sind auf Bühne und Messefläche vertreten. Am Stand 508 des BMWSB erleben Sie praxisnahe Lösungen der MPSC – von Klimaanpassung über urbane Datenplattformen und City-Apps bis hin zu smarter Mobilität.

Highlights im Programm:

  • Bedarf, Budget, Beispiele: Wer finanziert die digitale Infrastruktur?
    Panel von BMWSB, KTS und MPSC
    Plaza Stage | Mittwoch, 1. Oktober 2025 | 11:45–12:30 Uhr
    Wie geht es nach den ersten MPSC-Pilotprojekten weiter? Das Panel diskutiert Wege zur Verstetigung, Finanzierung und die Rolle von Open Source für zukunftsfähige Lösungen.
  • Künstliche Intelligenz in der Stadtplanung – Ein deutsch-französischer Dialog
    Side Event | Mittwoch, 1. Oktober 2025 | 15:00–17:30 Uhr
    Das ISCN lädt zum Austausch über KI in der Stadtentwicklung ein – mit Impulsen zu Effizienz, Nachhaltigkeit und internationaler Zusammenarbeit.

Alle Informationen zum Standprogramm und weitere Highlights des Programms finden Sie → hier

 

6.
Oktober

 

Abschlussveranstaltung Forschungsprojekt „Räume neu gestalten“

– Herrenberg
Die Wüstenrot Stiftung und Urbanizers haben über zwei Jahre die Potenziale der Digitalisierung für Stadt- und Landentwicklung kleinerer Kommunen untersucht und daraus ein spielbasiertes Format sowie eine Publikation entwickelt. Bei der Veranstaltung werden unter anderem die Ergebnisse vorgestellt.
→ Weitere Informationen

 

7. bis 9.
Oktober

 

Intergeo: Messe für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement

– Frankfurt
Die Messe und Konferenz bietet einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Geodäsie, GIS, Fernerkundung, Drohnentechnologie, Smart Cities und nachhaltige Stadtentwicklung. Sie bringt Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen, um innovative Lösungen für globale Herausforderungen wie Klimawandel, Urbanisierung und Ressourcenmanagement zu präsentieren und zu diskutieren.
→ Weitere Informationen

 

7. bis 29.
Oktober

 

Neue Serie der ISCN Global Mixer: Fresh Inputs for Smart City Development from around the World

– virtuell
Der Global Mixer des Internationalen Smart Cities Netzwerks geht in eine neue Runde: Über den Oktober verteilt, gibt es neun kurze, knackige Inputs zu je 30 Minuten auf Englisch zu vielfältigen Smart-City-Themen, zum Beispiel dem Cityverse in Korea, Routenoptimierungen der Müllabfuhr mit urbanen digitalen Zwillingen in Südafrika oder KI-gestützter Bereitstellung von Open Data.
→ Weitere Informationen

 

21.
Oktober

 

26. Start-Smart-Themenwerkstatt: Anwendungsfälle urbaner digitaler Zwillinge: Vom Prototyp zur tragfähigen Lösung

– virtuell
Die Einführung digitaler Zwillinge für die Stadtentwicklung wirft viele Fragen auf, die in dieser Themenwerkstatt adressiert werden: Wie gelingt es, nützliche Anwendungsfälle zu identifizieren? Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen braucht es? Und wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen IT, Datenmanagement und Fachplanenden?
→ Weitere Informationen

 

21.
Oktober

 

Luftqualitätsprognosen für Städtebau und Verkehrsplanung

– virtuell
Wie gut ist die Luft in meiner Kommune? Welche Daten und Werkzeuge helfen, sie zu analysieren und zu verbessern? In der Veranstaltung des → European Digital Innovation Hub Thuringia wird gezeigt, wie Forschende intelligente Methoden zur automatischen Auswertung von Infrastruktur-, Verkehrs- und Umweltmessdaten entwickeln. Praxisbeispiele und Hinweise für kommunale Planung sind mitinbegriffen.
→ Weitere Informationen

 

22. und 23.
Oktober

 

Kommunale 2025

– Nürnberg
Die Fachmesse „Kommunale“ bietet kommunalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern eine umfassende Plattform für Austausch, Information und Vernetzung. Thematische Schwerpunkte sind in diesem Jahr unter anderem Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Mobilität und Infrastruktur sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Fachforen und Kongressen.
→ Weitere Informationen

 

4. und 5.
November

 

Stadtklima x Energie: Erdbeobachtungsdaten im kommunalen Kontext nutzen

– Offenbach
Gemeinsam veranstalten die nationalen Copernicus Netzwerkbüros Energie und → Kommunal beim Deutschen Wetterdienst (DWD) einen Workshop mit Blick auf die kommunale Energie- und Wärmeplanung. Neben Fragen und Diskussionen soll Raum für Austausch zwischen Kommunen und Planungsbüros, Energieversorgern und Unternehmen geboten werden.
→ Weitere Informationen

 

4. bis 6.
November

 

Smart City Expo World Congress

– Barcelona
Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung kommen zu dieser führenden europäischen Smart-City-Messe zusammen, um innovative Lösungen für nachhaltige und vernetzte Städte zu diskutieren.
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11. und 12.
November

 

13. Deutsches GeoForum: Georessourcen, Potenziale und Risiken

– Berlin
Der Deutsche Dachverband für Geoinformation (DDGI) widmet sich beim diesjährigen GeoForum Fragen, wie Geoinformation dazu beitragen kann, Ressourcen zu identifizieren, zu sichern, effizienter zu nutzen und gerecht zu verteilen und welche Rolle GeoIT in einem krisenfesten, zukunftsorientierten Ressourcenmanagement spielt.
→ Weitere Informationen

 

11. und 12.
November

 

F.A.Z. Konferenz Stadt von morgen: Perspektiven und Lösungen für die Transformation der Stadt

– Berlin
Zielgruppe dieser Konferenz sind kommunale Entscheiderinnen und Entscheider, die eine nachhaltige Transformation aktiv vorantreiben möchten. Im Dialog zwischen Bund, Ländern und Kommunen sollen konkrete Pläne für Mobilität, Energie, Wohnen und andere zentrale Aspekte der Stadtentwicklung entstehen.
→ Weitere Informationen

 

12.
November

 

Nationaler URBACT-Dialog

– Düsseldorf
Bei der Veranstaltung der Deutschen Kontaktstelle von URBACT und der Europäischen Stadtinitiative (EUI) erfahren Sie mehr über aktuelle Vernetzungsmöglichkeiten, Ideen zur Verstetigung von Projekten sowie Wege, Entscheiderinnen und Entscheider zu gewinnen – und wie Storytelling dabei helfen kann.
→ Weitere Informationen

 

12. und 13.
November

 

dikomm 25

– virtuell
Die Kongressmesse „Zukunft digitale Kommune“ bietet praxisnahe Impulse zu Themen wie Prozessoptimierung, IT-Infrastruktur und KI-Anwendungen zur Automatisierung und Verbesserung von Verwaltungsprozessen.
→ Weitere Informationen

 

4.
Dezember

 

Save-the-Date: 24. Regionalkonferenz Smart Cities in Zwönitz

– Zwönitz
Alle Kommunen aus Sachsen und der Region sind zur 24. Regionalkonferenz Smart Cities unter dem Motto „Smarte Kleinstädte als Antwort auf den Strukturwandel?“ herzlich eingeladen.

 

11.
Dezember

 

Brandenburger Digitaltag

– Königs Wusterhausen
Ein breites Aktionsbündnis organisiert die erste Digitalkonferenz von Brandenburgern für Brandenburgerinnen und Brandenburger in Zusammenarbeit mit dem Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes, um sich über die vielfältigen Aspekte der Digitalisierung auszutauschen.
→ Weitere Informationen

 

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Herausgeber

Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
10117 Berlin

Redaktion

Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities
Telefon: +49 30 67055 9999
E-Mail: → SmartCities@dlr.de
Web: → www.smart-city-dialog.de

Bildnachweise

Landeshauptstadt Hannover; Barbara Schaar, Stadt Konstanz; Camilo Jimenez / unsplash; Stadt Oberhausen; Associação Porto Digital

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