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Alle Informationen aus der Nachhaltigkeitsforschung in Stadt und Region.
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Nachhaltigkeitsforschung in Stadt und Region
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BMFTR-Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF)
Newsletter Nr. 1/2026 | 12. Februar 2026 |
: www.soef.org
: LinkedIn |
Liebe Leserin,
lieber Leser,
die Welt ändert sich mit jedem Tag, in jeder Stunde und in jeder Minute – manchmal sogar augenscheinlich in Sekundenschnelle. Transformation braucht hingegen Zeit. Forschung auch. Ein solides wissenschaftliches Fundament hilft, damit entscheidende Weichen von Politik und anderen Entscheidungstragenden in Richtung Nachhaltigkeit gestellt werden können. Das Projekt MOVEN sieht einen vielversprechenden Ansatz in der Mensch-Computer-Interaktion (HCI), wenn Technik nicht nur menschzentriert gestaltet wird, sondern so, dass diese auch die Natur mit einbezieht und den Mensch-Natur-Kontakt fördert.
Lassen Sie sich inspirieren von diesen und vielen anderen Neuigkeiten aus unserer Forschung. Beachten Sie dabei auch die neue Förderbekanntmachung zu KI-basierten klimaneutralen Mobilitätssystemen in Modellregionen.
Ihr SÖF-Newsletter-Team
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Quelle: Kartenset mit sieben Designstrategien entwickelt im Projekt MOVEN (Illustration: Dirk Kesseler | Foto: Madlen Kneile)
Transformation – Illustration: Das Projekt MOVEN hat sieben Designstrategien identifiziert und – illustriert von Dirk Kesseler – auf ein Kartenset gebracht. Die Strategien zeigen verschiedene Wege auf, wie Gestalterinnen und Gestalter – beispielsweise von Technik, Produkten oder Architektur – Mensch und Natur in ihren Entwürfen und Ideen miteinbeziehen und durch Gestaltung in Kontakt bringen können. Das Set kann in Design-Workshops eingesetzt werden. Interesse ein Kartenset zu erhalten? Dann wenden Sie sich an moven@wiwi.uni-siegen.de. Weitere Informationen: → Blogbeitrag des Projekts und hier im Newsletter → Kapitel 2. |
Aktuelles aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung
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Neues aus den Forschungsprojekten
Nachhaltiges Bauen und Wohnen, nachhaltige Infrastrukturen
Nachhaltige Mobilität
Biodiversitätsschutz und Nachhaltige Landnutzung
Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, Transdisziplinarität und Methoden
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Veranstaltungen & Termine
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Nachgefragt!
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Aktuelles aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung
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Neue Förderbekanntmachung – KI-basierte klimaneutrale Mobilitätssysteme in Modellregionen
Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sozio-technologische und transdisziplinäre Forschung zu "KI-basierten klimaneutralen Mobilitätssystemen in Modellregionen". Dabei sollen Nutzungskontext, Governance und Handlungsraum gleichermaßen adressiert werden und der Beitrag von Mobilitätstechnologien zur Klimaneutralität innovationsgetrieben und bedarfsorientiert erweitert werden. Die Verknüpfung von Schlüsseltechnologien mit gesellschaftlichen Fragestellungen hat zum Ziel, deren Einführung und Skalierung zu unterstützen. Dabei werden von Akteuren aus Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam und partizipativ gangbare Transformationspfade entwickelt, erprobt und evaluiert.
Projektskizzen sind bis spätestens 27. März 2026 einzureichen.
→ Förderbekanntmachung (Bundesanzeiger vom 11. Februar 2026)
→ Weitere Informationen (u. a. Infoveranstaltung, FAQ): Fördermaßnahmenseite auf FONA.de
Neuer Förderaufruf – Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte
Wir berichteten am 27. Januar 2026 bereits in unserem Newsletter über den aktuellen Förderaufruf "Drohnengestützte soziotechnische Innovationen und Geschäftsmodelle für klimafreundliche Mobilität und nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung".
Bewerbungsfrist für Projektskizzen ist der 1. April 2026.
Neue Förderrunde – Sozial-ökologische Nachwuchsgruppen
Wir berichteten am 27. Januar 2026 bereits in unserem Newsletter über die Änderungen für die diesjährige Förderrunde: Änderungsbekanntmachung zur Förderrichtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema "sozial-ökologische Nachwuchsgruppen für nachhaltige und resiliente Stadt-Umland-Regionen".
Bewerbungsfrist ist in diesem Jahr der 30. Oktober 2026.
Jetzt anmelden! BMFTR-Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" am 18./19. März in Berlin
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt lädt gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz zum 7. Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" ein. Das Symposium "Transformation erfolgreich gestalten – Innovationen für nachhaltige Hochschulen und Forschungseinrichtungen" findet am 18. und 19. März 2026 im Stadtbad Oderberger Straße / GLS Campus in Berlin statt. Worum geht es? Gemeinsam mit Hochschulleitungen, Forschenden, Lehrenden, Mitarbeitenden aus der Verwaltung und insbesondere Studierenden nehmen wir zentrale Fragen der Nachhaltigkeitstransformation im Wissenschaftssystem in den Blick:
- Wie gelingen Transfer und Verstetigung projektförmiger Lösungen in die Strukturen wissenschaftlicher Organisationen?
- Welche Hemmnisse treten bei der Umsetzung auf – und wie überwinden wir sie?
- Wie lassen sich Kulturen der Nachhaltigkeit im gesamten Wissenschaftssystem ermöglichen?
Eröffnet wird das Symposium von Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, gemeinsam mit Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Es erwartet Sie ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und themenspezifischen Workshop-Angeboten. In der Projekt- und Ideen-Galerie präsentieren die vom BMFTR geförderten Vorhaben aus der Initiative "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" ihre Innovationen und neuesten Ergebnisse, und weitere relevante Akteure stellen sich vor. Besonders wichtig ist uns, Ihnen an den beiden Tagen viel Raum zu geben, Ihre Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen und neue Ideen zu schmieden.
→ Programm
→ Anmeldung
Sozial-innovative Lösungen für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum im Bestand
Wie können sozial-innovative Lösungen zu einer Wohnraummobilisierung und einer bezahlbaren und nachhaltigen Wohnbestands- und Quartierssanierung beitragen? Zu dieser Frage trafen sich am 6. und 7. November 2025 die neu gestarteten Projekte des BMFTR-Förderaufrufs "Nachhaltige und klimafreundliche Gebäudebestandserneuerung und effiziente und suffiziente Flächennutzung in bestehenden Stadtquartieren und Siedlungsbereichen" der Rahmenbekanntmachung "Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte", das Pilotprojekt "Soziale Innovationen in Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung (SInBa)" sowie das wirkungsorientierte Begleitforschungsprojekt "Erfassung und Stärkung von Wirkungen Sozialer Innovationen (SozImpact)" zum Kennenlernen, Austauschen und Vernetzen. Dabei kamen in Kassel rund 60 Personen mit Expertise aus zahlreichen Disziplinen zusammen. Die transdisziplinär arbeitenden Projekte stellten sich gegenseitig die Ziele, Inhalte und Methoden ihrer jeweiligen Vorhaben vor. In kleineren Arbeitsgruppen diskutierten sie zu den Themen, die alle für das Gelingen ihres Projekts beschäftigen: Reallaborforschung, Skalierbarkeit, Zusammenarbeit mit Kommunen und Wirkungsmessung. Im Vorfeld zeigte Prof. Dipl.-Ing. Stefan Rettich (Universität Kassel) anschaulich bei einer Exkursion, wo Herausforderungen der nachhaltigen Stadtentwicklung in der Kasseler Innenstadt sichtbar sind.
Nachhaltige Transformationspfade für Regionen entwickeln und erproben
Mit dem Förderansatz der regionalen Transformationsräume unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) die raumwirksame und beschleunigte Anwendung klimapolitisch notwendiger Maßnahmen. Durch die Bündelung regionaler Innovationstreiber aus Politik, kommunaler Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden im Co-Design Transformationspfade identifiziert und in großräumigen oder vernetzten Reallaboren erprobt. Wie das funktionieren kann, untersuchen aktuell sechs Forschungsverbünde. Eine Herausforderung für alle: eine effektive interkommunale Zusammenarbeit.
→ Weiterlesen im GAIA-Artikel in Ausgabe 3/2025
Wege zu inklusiver und umweltfreundlicher Stadtmobilität
Zur Förderung sicherer, zugänglicher und bezahlbarer Mobilitätssysteme hat sich das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) an der europäischen Fördermaßnahme "Urban Accessibility and Connectivity" (EN-UAC) beteiligt. Die transdisziplinäre Beforschung und Erprobung von Geofencing-Anwendungen im Projekt GeoSence und des Superblock-Konzepts im Projekt TuneOurBlock stehen dabei beispielhaft für nachhaltige Mobilitätslösungen. Auch die Forschung zur 15-Minuten-Stadt profitiert davon. Das BMFTR fördert Projekte dazu über die Partnerschaft Driving Urban Transitions.
→ Weiterlesen im GAIA-Artikel in Ausgabe 4/2025
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"Administratives to go" – unser Tipp für Projekte
Direktaufträge bis 15.000 Euro – vereinfachte Vergabe in der Projektförderung verlängert!
Gute Nachrichten! Zunächst galt die Regelung nur bis zum 31. Dezember 2025. Nun wurde die Frist ab dem 1. Januar 2026 verlängert: Aufträge bis zu einem Auftragswert von 15.000 Euro (netto) können in der BMFTR-Projektförderung direkt beauftragt werden. Die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sind dabei selbstverständlich weiterhin einzuhalten. Die Grundlage zur Verlängerung findet sich im Amtlichen Teil des Bundesanzeigers vom 29. Dezember 2025 (BAnz AT 29.12.2025 B1) und gilt bis zum Inkrafttreten des Vergabebeschleunigungsgesetzes (voraussichtlich am 1. April 2026).
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Neues aus den Forschungsprojekten
Soweit nicht anders verzeichnet, ist die Quelle eines Beitrags in diesem Newsletter eine Person aus dem jeweiligen Projekt. |
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Nachhaltiges Bauen und Wohnen, nachhaltige Infrastrukturen |
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Wie gelingt effektives Klimaschutz-Monitoring?
Das Projekt Klimapakt 2030plus hat das Ziel, die Energiewende in der Metropolregion Nürnberg entscheidend zu beschleunigen, um die Region zukunftsfähig zu gestalten und den Klimaschutz nachhaltig zu stärken. Ein Klimaschutz-Monitoring kann Kommunen dabei unterstützen, ihre Klimaziele effektiver zu verfolgen, Fortschritte sichtbar zu machen und gezielt nachzusteuern. Doch wie gelingt ein solches Vorhaben? Zentrale Herausforderungen sowie geeignete Lösungsansätze hat die HafenCity Universität für das Projekt Klimapakt 2030plus erörtert: Der Text aus der Reihe "Forschung kurz und knapp" beleuchtet den Prozess eines Klimaschutz-Monitorings anhand der Erfahrungen aus der Metropolregion Nürnberg. Im Fokus stehen dabei folgende Fragen: Welche Rolle spielt die Metropolregion als übergeordnete Ebene im Klimaschutz-Monitoring? Wie kann sie den Prozess koordinieren und den Austausch zwischen den Kommunen fördern? Und welche Rahmenbedingungen sind hierfür erforderlich? Neben Kernergebnissen aus dem 2025 veröffentlichten Monitoringbericht stellt der Text auch die Methoden der Datenerhebung sowie den Ablauf des Monitorings dar.
Projekt zeigt Nahwärmelösung im Landtag NRW
In Stadtquartieren mit alter Gebäudesubstanz, hoher Denkmalschutzquote und kleinteiliger Eigentumsstruktur fällt die Wärmewende besonders schwer – insbesondere dann, wenn ein Fernwärmeanschluss nicht in Aussicht steht. Gemeinsam mit einer Initiative von Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern sucht das Projekt SInBa deshalb nach kooperativen Nahwärmelösungen und präsentierte diese beim Parlamentarischen Frühstück der Metropolregion Rheinland im NRW-Landtag. Im Gespräch mit Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, wurde konkret aufgezeigt, wie quartiersbasierte, gemeinschaftlich organisierte Nahwärmelösungen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und soziale Akzeptanz im Bestand zusammenführen können. Eingebracht wurde dabei die Erkenntnis, dass tragfähige Wärmelösungen in Bestandsquartieren nicht allein eine technische, sondern vor allem eine organisatorische und kommunikative Aufgabe sind. Der Austausch mit weiteren Projekten machte unter anderem deutlich, dass übertragbare Lösungen vor allem dort entstehen, wo lokale Akteursstrukturen durch kommunale Ansprechpersonen und fachlich begleitete Prozesse wirksam unterstützt werden.
→ Aktuelles zum Projekt
Neue Wege in Ulmer Bodenpolitik
Wie kann bezahlbarer Wohnraum entstehen, wenn Flächen knapp sind und Neubau immer schwieriger wird? Mit dieser Frage befasst sich das Forschungsprojekt UBoPlus – Ulmer Bodenpolitik Plus. Seit über 130 Jahren kauft die Stadt Ulm strategisch Grundstücke, um Bodenspekulation zu verringern und die Stadtentwicklung langfristig sozial gerecht zu steuern. UBoPlus knüpft daran an und untersucht, wie auch bestehende Gebäude und Flächen besser genutzt werden können, um neuen Wohnraum zu schaffen – klimafreundlich und bezahlbar. In den kommenden Jahren werden neue Instrumente in Ulmer Quartieren erprobt. Die Ergebnisse sollen nicht nur Ulm, sondern auch anderen Städten als Orientierung dienen. Der Gemeinderat der Stadt sieht darin einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Stadtentwicklung. Begleitend ist nun die Projektwebseite uboplus.de gestartet. Sie informiert verständlich über Ziele, Hintergründe und erste Erkenntnisse und macht das Projekt für eine breite Öffentlichkeit transparent zugänglich.
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Mobility-Lunch-Talks 2026 – neue Termine und Themen
Die Mobility-Lunch-Talks sind ein einstündiges, digitales Format zur Mittagszeit – jeweils von 12:30 bis 13:30 Uhr – und richten sich an alle, die sich für wissenschaftliche Erkenntnisse zur praktischen Umsetzung von Mobilitätswendemaßnahmen interessieren, sei es aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft oder der Planungspraxis. Das Format findet regelmäßig bis zum Sommer 2026 statt und wird von der Begleitforschung Nachhaltige Mobilität (BeNaMo) organisiert. Im Fokus der Mobility-Lunch-Talks in 2026 steht die Präsentation von Ergebnissen aus den beiden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Fördermaßnahmen MobilitätsWerkStadt 2025 und MobilitätsZukunftsLabor 2050. Im Anschluss bietet eine offene Austauschrunde Raum für Fragen, Diskussionen und neue Impulse. Die Themen sind auch im neuen Jahr vielfältig:
- Radverkehrsplanung am 29. Januar 2026 (Termin hat bereits stattgefunden)
- Verstetigung von On-Demand-Verkehren am 12. März 2026
- Mobilitätsstationen im Mai 2026 (Termin wird noch bekannt gegeben).
→ Weitere Informationen und Anmeldung
Langfristige Verstetigung kommunaler Mobilitätsmaßnahmen
Auf einem zweitägigen Workshop in Hannover im November 2025 tauschten sich die Begleitforschung Nachhaltige Mobilität (BeNaMo) und Projekte aus der Fördermaßnahme MobilitätsWerkStadt 2025 aus, um Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für die langfristige Verstetigung kommunaler Mobilitätsmaßnahmen herauszuarbeiten. Als zentrale Erfolgsfaktoren wurden die Bündelung vorhandener Ressourcen, die Nutzung bestehender Strukturen, finanzielle Unterstützung für Kommunen sowie Austausch und Vernetzung zwischen relevanten Akteuren benannt. Gleichzeitig wurden starre Fördervorgaben, unklare rechtliche Rahmenbedingungen, Ressourcenmangel sowie fehlende Routinen und begrenztes Wissen über die Wirkungen einzelner Maßnahmen als wesentliche Herausforderungen hervorgehoben. Als Ansatzpunkte zur Verbesserung wurden unter anderem genannt, Handlungsspielräume sichtbarer zu machen, Experimentierklauseln gezielt zu nutzen und niedrigschwellige Informationsangebote bereitzustellen.
→ Workshop-Dokumentation
Wie gelingt eine autoreduzierte Quartiersentwicklung?
Die Entwicklung von Mobilitätskonzepten für Neubauquartiere trifft auf Strukturen und Denkmuster, die auf das Auto ausgerichtet sind. Diese stellen innovative Planungsstrategien vor Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen umgesetzte Beispiele wie die Lincoln-Siedlung in Darmstadt, dass autoreduzierte Quartiersentwicklung möglich ist. Das Forschungsprojekt NaMoLi II (Nachhaltige Mobilität in Lincoln) ging dem Transformationsprozess von autoorientierter zu autoreduzierter Planung am Beispiel von Quartiersentwicklungen in Darmstadt, Bielefeld und Köln auf den Grund. Ergebnisse finden sich in diesem Artikel. Basierend auf einem komplexen Zusammenspiel von Überzeugungsmustern und sozio-räumlichen Faktoren (materiell, institutionell, kulturell) leiten sie Varianten eines Planungswandels von autoorientiert zu autoreduziert ab. In der Praxis scheint es erfolgversprechend, Planungsvisionen kontextspezifisch zu begründen, Experimentieren und Institutionalisieren zu kombinieren und Planungserfahrungen zu verbreiten.
Eine weitere Studie in NaMoLi III untersucht Veränderungen im Mobilitätsverhalten von über 300 Personen, die in den vergangenen Jahren in die autoreduzierte Lincoln-Siedlung in Darmstadt gezogen sind. Sie zeigt dabei nicht nur Veränderungen in der Nutzung einzelner Verkehrsmittel auf, sondern analysiert, inwiefern mit dem Umzug "typische" Verschiebungen zwischen Verkehrsmitteln auftreten, etwa ein Wechsel von Auto- zu ÖPNV- oder Fahrradnutzung. Die Analyse identifiziert fünf verschiedene Typen der Verhaltensänderung. Fazit: Insgesamt hat der Umzug in die Lincoln-Siedlung für eine Mehrheit der neu zugezogenen Bewohnenden zu einer geringeren Autonutzung oder zur Stärkung bereits vorhandener, multimodaler Mobilitätsmuster geführt.
Mobilpunkte für mehr aktive Mobilität
Das Forschungsprojekt Be-MoVe fördert nachhaltige Mobilität in Essen und der Transferkommune Mühlheim a. d. Ruhr. Im Projekt geht es um beteiligungsbasierte Transformation aktiver Mobilität für gesundheitsfördernde Stadt- und Verkehrsinfrastrukturen. Zentral ist die Frage, wie sich Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern lassen kann. Hierzu werden partizipativ entwickelte Maßnahmen in verschiedenen Reallaboren etabliert, evaluiert und verstetigt. Mit einem System von Mobilpunkten sollen Fahrradplattformen auf Parkplätzen geschaffen werden. In Kooperation mit einem Leihradanbieter besteht die Möglichkeit, Fahrräder auszuleihen und abzustellen. Außerdem können private Fahrräder hier geparkt werden. Die Mobilpunkte erweitern die Mobilitätsoptionen der Anwohnenden und sorgen dafür, dass das Netz der Leihräder dichter wird. Die Vorgehensweise ist dabei experimentell: Eine fachlich zusammengesetzte Gruppe erarbeitet Vorschläge, die anschließend in den politischen Gremien der Bezirke vorgestellt werden. Geeignete Standorte werden demzufolge identifiziert und eine Erprobung beschlossen. Standorte, die gut angenommen werden, sollen verstetigt werden. Diese Praxis wurde schon mehrmals in Essen erprobt und wird nun auf die Nachbarkommune Mülheim übertragen, die inzwischen ihre ersten Mobilpunkte aufgestellt hat.
Haushaltsbefragungen zur Nutzung von Carsharing
Im Projekt KoGoMo (Stärkung der kommunalen Governance für die Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätsangeboten mit privaten Anbietern) wurden Anwohnerinnen und Anwohner von neu errichteten "switch-Punkten für Carsharing" zur Nutzung dieses Angebots im Winter 2023/24 und im Herbst 2025 befragt. Ein Ergebnis: Carsharing wird vorwiegend von Personen mit höherer Bildung und höheren Haushaltseinkommen genutzt, wobei oftmals keine Kinder im Haushalt leben. Gleichzeitig hängt die Nutzung auch von der Bekanntheit von Alternativangeboten ab, wodurch sich einige standort- und zielgruppenspezifische Unterschiede bei der Nutzungsintensität ergeben. Die Umwandlung von öffentlichen Stellplätzen in hvv-Switch-Stellplätze wird von 62 Prozent aller Befragten befürwortet. Dabei wird Carsharing vor allem als Ergänzung und nur bedingt als Pkw-Ersatz gesehen und steht gleichzeitig in Konkurrenz zu anderen Angeboten des On-Demand-Verkehrs, wie zum Beispiel hvv Hop. Zur Weiterentwicklung wird seitens der Befragten eine funktionale Aufwertung der switch-Punkte, etwa durch Paketstationen, Reparaturmöglichkeiten oder weitere Mobilitätsangebote, wie Bike-Sharing und E-Scooter vorgeschlagen, wobei der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und eine dadurch bessere Anbindung an die nördlichen Stadtteile insgesamt priorisiert wird.
Fahrradstraßen im regionalen Radschnellwegenetz – Planung und Beteiligung
Im Reallabor "Fahrradstraßen – sicher und direkt im regionalen Radwegenetz" des Projekts transform-R in der Region FrankfurtRheinMain wird die Umsetzung eines regionalen Radwegenetzes auf kommunaler Ebene untersucht. Der Fokus liegt dabei auf Fahrradstraßen als kommunale Lückenschlüsse regionaler Radschnellverbindungen. Bei der Umsetzung einer Fahrradstraße in Rüsselsheim am Main werden neben den planerischen Zielen auch die Integration partizipativer Methoden in den Planungsprozess erprobt. Hierfür wurden zwei Beteiligungsveranstaltungen durchgeführt, um Anwohnende in den Planungsprozess einzubinden. Ein Drittel der ca. 95 eingegangenen Beiträge und Ideen im Beteiligungsprozess floss in die Planungen ein, so etwa die Wünsche nach mehr Begrünung im Straßenraum oder Abstellflächen für Mülltonnen, um Gehwege frei zu halten. Somit setzt die Weisenauer Straße als eine von wenigen Fahrradstraßen in der Region die Qualitätsstandards einer Radschnellverbindung auch baulich um. Fazit: Die zeitnahe Beteiligung brachte Planende, Verwaltung, Politik und Bürgerschaft in den Dialog und konnte so eine breite Akzeptanz für das Projekt herstellen. Die angewandten Dialogformate werden aufbereitet und als Musterlösung für Planung und Kommunikation von Fahrradstraßen für den Transfer in die Region standardisiert.
Mehrwerte von On-Demand-Verkehren für kommunale Entscheidungsträger
Mehrwerte von On-Demand-Verkehren in Forschung und Praxis sichtbar machen – dazu tragen zwei neue Veröffentlichungen des Deutschen Instituts für Urbanistik aus dem BMFTR-Projekt ODM III - On Demand Verkehre nachhaltig in die Fläche bringen! bei. On-Demand-Verkehre sind flexible Busse, die ohne festen Fahrplan fahren. Sie haben zwar Potenziale für raumeffiziente, teilhabeorientierte und umweltfreundliche Mobilität – dennoch werden sie unter anderem aufgrund der angespannten kommunalen Haushalte oftmals infrage gestellt. In der Veröffentlichung "Nahverkehrs - Tage 2025 - Bus und Bahn nutzen – Für deine Gesundheit und unsere Zukunft" werden in fünf Beiträgen für Wissenschaft und strategisch agierende Praxisakteure zentrale Mehrwerte des On-Demand-Verkehrs "sprinti" in der Region Hannover ausführlich dargestellt. Befragungen von Nutzenden zeigen: Der "sprinti" kann die soziale Teilhabe und Gesundheit seiner Fahrgäste stärken, indem Nutzende durch den "sprinti" soziale Kontakte pflegen, sich mit Bedarfen des täglichen Lebens versorgen und ihre Arzttermine wahrnehmen können. Auf der Website on-demand-verkehre-staerken.de werden in einem sogenannten Scrollytelling-Format Potenziale von On-Demand-Verkehren übersichtlich und anschaulich dargestellt. Dies lädt niedrigschwellig dazu ein, sich mit den Potenzialen von On-Demand-Verkehren für die eigene Region zu beschäftigen.
Interkommunale Zusammenarbeit – wo Mobilitätsplanung an Grenzen stößt
Wie gelingt die Verkehrswende, wenn nicht nur eine, sondern gleich mehrere Gemeinden, Städte und Kreise beteiligt sind? Dieser Frage zur interkommunalen Zusammenarbeit geht das Projekt RegioProzess in drei Modellregionen nach: Landkreise Oberhavel und Ludwigsburg sowie Regiopolregion Bielefeld. Ziel ist es, die regionale Verkehrswende durch die Erprobung digitaler Planungstools, schlankerer Verwaltungsprozesse und neuer Formen interkommunaler Zusammenarbeit zu beschleunigen. Eine Aufgabe dabei: Strukturen, Herausforderungen und Projekthistorien verstehen und gemeinsam mit den Modellregionen aufarbeiten. Dazu dienten Workshops mit den Beteiligten verschiedener Mobilitätsprojekte. Was bedeutet es, in so langfristigen und akteursreichen Projekten zu forschen? Wie kann Verwaltungshandeln in den Prozessdiskussionen sichtbar gemacht werden? Welche Ergebnisse zeigen sich bereits? Wo stößt Mobilitätsplanung an Grenzen? Erfolgsfaktoren sind unter anderem die intrinsische Motivation der Beteiligten und das Engagement Einzelner auf Fachebene. Interkommunale Kooperation profitiert von gegenseitigem Vertrauen und funktionierenden Kommunikationskanälen. Die Ergebnisse fließen nun in die gezielte Entwicklung von Planspielen, Governance-Instrumenten und digitalen Tools zur besseren Steuerung und Zusammenarbeit in interkommunalen Planungsprozessen ein.
→ Weitere Informationen im Blogbeitrag
Mobility Design – nachhaltig und menschzentriert
Wie kann der Wandel zu einer nachhaltigen, menschzentrierten Mobilität gelingen? Der dritte Band der Reihe "Mobility Design" bündelt die zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts InterMoDe und zeigt Wege auf, wie ein leistungsfähiges, intermodal nutzbares und umweltfreundliches Mobilitätssystem ausgehend von den Nutzenden gestaltet werden kann. Im Fokus steht nicht das einzelne Verkehrsmittel, sondern das Zusammenspiel verschiedener Mobilitätsangebote – gedacht als ein gemeinsames, zugängliches und intuitiv nutzbares System. Die Beiträge basieren auf interdisziplinärer Designforschung und nutzendenzentrierten Methoden: von der Analyse realer Nachfragedaten über partizipative Formate bis hin zur Entwicklung und Evaluation von Szenarien in Virtual-Reality-Umgebungen und Reallaboren. Ein zentrales Ergebnis ist der klare Handlungsauftrag, Intermodalität nicht nur infrastrukturell, sondern auch gestalterisch und kommunikativ zu verankern. Die Publikation entstand in enger Kooperation zwischen dem Amt für Mobilität der Stadt Offenbach am Main und der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Die Publikation ist kostenpflichtig erhältlich und erscheint als Open-Access-Ausgabe voraussichtlich Ende 2026. Zentrale Ergebnisse werden vorab auf der Tagung Designing Transitions am 6. März 2026 in Offenbach am Main vorgestellt und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Praxis, Verwaltung und Gestaltung diskutiert.
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Biodiversitätsschutz und Nachhaltige Landnutzung |
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Landnutzungssynergien und -konflikte nachhaltig gestalten (LANUSYNCON)
Neue Ergebnisse im Projekt LANUSYNCON zeigen die Effekte von Straßen auf Biodiversität und Gesellschaft und wie diese durch partizipative Planung in Einklang gebracht werden können. Die Publikation "An Integrated Decision Support Framework for Sustainable Road Planning in Biodiversity Hotspots" entwickelt ein integriertes Entscheidungsunterstützungssystem, das Multikriterienanalyse und Bayes'sche Netzwerke kombiniert. Am Beispiel geplanter Straßen im Serengeti-Ökosystem zeigt die Studie, dass biodiversitätssensible Planungsoptionen langfristig nicht nur ökologische Vorteile bringen, sondern auch effizientere und gesellschaftlich tragfähigere Entwicklungswege ermöglichen. Policy Briefs auf der Webseite zum Projekt zeigen die Relevanz zentraler Ergebnisse in den Bereichen Straßenplanung, Diversifizierung von Agrarsystemen, Schutz ökologischer Korridore sowie die Rolle von Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik für eine kohärente Landnutzungspolitik.
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Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, Transdisziplinarität und Methoden |
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Erfassung von Wirkungen transdisziplinärer und partizipativer Forschung
Transdisziplinär und partizipativ Forschenden ist es wichtig, zur Bearbeitung komplexer gesellschaftlicher Probleme beizutragen und sowohl wissenschaftliche als auch gesellschaftliche Wirkungen zu erzielen. Aber wie lassen sich diese Wirkungen nachvollziehen und in Form von Kriterien und Indikatoren operationalisieren? In der Arbeitsgruppe Wirkung der Gesellschaft für Transdisziplinäre und Partizipative Forschung (GTPF) sind in der Zusammenarbeit von Forschenden mit verschiedenem Hintergrund zwei Arbeitspapiere entstanden, die sich dieses Themas annehmen: Zum einen wurde ein Orientierungsrahmen (Schäfer et al. 2025 dt./en.) mit Kriterien und beispielhaften Indikatoren für die Erfassung von gesellschaftlichen Wirkungen bzw. Wirkungspotenzialen in der transdisziplinären und partizipativen Forschung erarbeitet. Anhand von drei Anwendungsbeispielen aus Citizen Science, Gesundheitsforschung und transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung wird verdeutlicht, wie der Orientierungsrahmen eingesetzt werden kann.
Ein weiteres Arbeitspapier (Theiler et al. 2025) beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Wirkungen transdisziplinärer und partizipativer Forschung. Um diese Wirkungen systematisch zu beschreiben, werden sechs Dimensionen wissenschaftlicher Wirkungen vorgestellt: Individuelle Entwicklungen, Erkenntnisse und Ergebnisse der Forschung, Arbeitsprozesse und Forschungspraxis, Forschungsinfrastruktur, Lehre, Aus- und Weiterbildung und Wissenschaftliche Karriere, Reputation und Anerkennung. Die Arbeitsgruppe Wirkung ist stets offen für neue Mitwirkende.
Designstrategien Technik – Mensch und Natur zusammendenken!
Eine menschzentrierte Technikgestaltung, die nur auf menschliche Bedürfnisse ausgerichtet ist, gilt als einer der Gründe für heutige ökologische Probleme. Ein vielversprechender Ansatz in der Mensch-Computer-Interaktion (HCI) ist es daher, Technik weniger menschzentriert zu gestalten, sondern so, dass sie auch die Natur mit einbezieht und den Mensch-Natur-Kontakt fördert. Wie eine solche post-anthropozentrische Gestaltung aussehen kann, zeigt das Projekt MOVEN im Artikel "Mediating human-nature relations through technology: a scoping review of post-anthropocentric artifacts and their design strategies". In der Scoping-Review hat das Projekt 114 Artefakte (das heißt Technologien, Dinge, Produkte etc.) untersucht, die Mensch und Natur bereits in ihrer Gestaltung berücksichtigen. Auf dieser Grundlage hat das Projekt sieben Designstrategien, sprich Gestaltungswege identifiziert, um Mensch und Natur zusammenzudenken und in Kontakt zu bringen. Um ihre Erkenntnisse weiter anwendbar zu machen, haben sie die Designstrategien in ein handliches Kartenset (vgl. Abb. oben) übersetzt, das alle Interessierten dabei unterstützen soll, die Mensch-Natur-Beziehung aktiv in ihre Arbeit zu integrieren, zum Beispiel in Design-Workshops. Zusätzlich finden sich alle analysierten Artefakte im Online-Archiv "Artifact-Archive".
Kulturen der Nachhaltigkeit von Hochschulen
Das Projekt "Kultur der Nachhaltigkeit an Hochschulen" (KuNaH) hat zwischen 2023 und 2025 Kulturen der Nachhaltigkeit (KdN) an fünf Partnerhochschulen konzeptionell ausgearbeitet, empirisch untersucht und praktisch erprobt. Bei der Abschlusskonferenz im September 2025 mit gut 50 Teilnehmenden wurden die Ergebnisse im Hinblick auf die Transformationsprozesse von Hochschulen präsentiert und diskutiert (Graphic Recording zur Veranstaltung). Gerade mit Blick auf die komplexen Organisationsformen der Hochschulen bietet der Ansatz über Kulturen der Nachhaltigkeit in Verknüpfung mit dem Whole Institution Approach einen guten Rahmen, in dem Realexperimente Nachhaltigkeitstransformation stimulieren können. Sie entfachen die Motivation aller Beteiligten, weil diese eingebunden werden, zugleich werden systemische organisationale Fragen von Gelingensbedingungen einer KdN adressiert. Diskutiert wurde auf Basis des erarbeiteten konsolidierten Arbeitsverständnisses "Kulturen der Nachhaltigkeit von Hochschulen". In der geförderten Transferphase von 2026 bis 2028 (KuNaH-T) soll das gewonnene Praxis-Wissen nun weiter aufbereitet werden, so dass es breit in der Hochschullandschaft genutzt werden kann.
Erfolgreiche experimentelle Organisationsentwicklung senkt Büroflächenbedarf
Hochschulen stehen vor der doppelten Herausforderung, Klimaschutz im eigenen Betrieb umzusetzen und zugleich Transformation wirksam zu gestalten. Klassische Veränderungsansätze greifen hier oft zu kurz: Top-down-Strategien scheitern an komplexen Entscheidungsstrukturen, während Bottom-up-Initiativen einzelner Engagierter häufig wirkungslos bleiben oder sich erschöpfen. Als alternative Strategie wurde im Projekt LATERNE die experimentelle Organisationsentwicklung (Kozica & Schaller, 2021/Paywall) erfolgreich erprobt. Mit Experimenten schafft das Projekt statt fertiger Konzepte zeitlich begrenzte "Realitäten auf Probe", in denen Teile der Organisation neue Lösungen praktisch erproben. In einem der Experimente gelang es, den Büroflächenbedarf an einer Fakultät um rund 20 Prozent zu senken (Caspari, Heiland, Kopp 2025/Paywall). Entscheidend war nicht nur die Lösung selbst, sondern der Prozess: Freiwillige Beteiligung, systematische Auswertung und die Rückkopplung der Erfahrungen in die Gesamtorganisation. Experimente erzeugten so Lernprozesse und veränderten die Vorstellung dessen, was im System möglich ist. Andere Hochschulen können daraus lernen, Veränderung nicht primär über Vorgaben oder Leuchtturmprojekte zu steuern, sondern über gezielte Experimentierräume, die Skepsis produktiv nutzen. Für eine digitale Version des Artikels zum Eigengebrauch wenden Sie sich gerne an thomas.kopp@uni-giessen.de.
→ Weitere Informationen auf der Projekt-Website
Nachhaltigkeit flächig an Hochschulen verankern
Im Projekt WaNdel!4 (2023–2025) hat die HTW Berlin zusammen mit der TH Ingolstadt, der HS Mittweida und der HNE Eberswalde die strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen des Hochschulalltags erprobt ("Nachhaltigkeit im Hochschulalltag verankern – Die HTW Berlin im WaNdel!4" in DNH 6/2025). Eine zentrale Erkenntnis ist: Wirksamer Transfer entsteht, wenn datenbasierte Analysen mit partizipativen Prozessen verbunden werden. Besonders erfolgreich waren die Arbeiten zu Innen- und Außenflächen an der HTW: Zum einen wurde die klimaresiliente Umgestaltung des Campus Wilhelminenhof erfolgreich angestoßen. Mittels eines partizipativen Prozesses wurde ein Konzept für Entsiegelungen und Begrünungsmaßnahmen am Campus entwickelt, für das 2,8 Millionen Euro Fördermittel für die Umsetzung eingeworben werden konnten ("Schöner, grüner und lebendiger" in DUZ 06/2025/Artikel ist kostenpflichtig). Die Fördermittel stammen aus dem Berliner BENE-2-Programm und sind zur Hälfte Landesmittel und zur Hälfte EU-Fördermittel (EFRE) (siehe auch Projektinformation). Zum anderen zeigten eine hochschulweite Befragung und ein Workshop zur Büronutzung an der HTW erheblichen Leerstand auf, aber auch, dass viele Mitarbeitende offen für flexible und suffiziente Arbeitsplatzkonzepte sind, wenn sie freiwillig, bedarfsorientiert und gemeinsam entwickelt werden ("Flexible Nutzungskonzepte gefragt" in DUZ online/OpenAccess). Im Anschlussprojekt FlächenWaNdel führt die HTW beide Themen weiter, mit dem Ziel nachhaltige Flächenentwicklung dauerhaft zu verankern.
Klimaangepasste Hochschulen – verschiedene Perspektiven
Obwohl Hochschulen eine wichtige Rolle in Forschung und Wissensvermittlung zu Klimaanpassung einnehmen können, ist bislang wenig darüber bekannt, wie Klimarisiken von Hochschulangehörigen selbst wahrgenommen werden und welche konkreten Anpassungsbedarfe sie sehen. Im Artikel "Klimaangepasste Hochschulen: Perspektiven von Hochschulmitgliedern an drei Standorten in Deutschland" gehen die Autorinnen und Autoren diesen Themen nach und untersuchen Wahrnehmungen hinsichtlich antizipierter Klimarisiken, Einstellungen zu Anpassungsmaßnahmen sowie wahrgenommene Umsetzungsbarrieren an Hochschulen. Grundlage ist eine Online-Umfrage an drei Universitäten in Bayern, Brandenburg und Sachsen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass bisherige Klimaanpassungsmaßnahmen als unzureichend bewertet werden. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse auf Handlungsbedarfe im Bereich Informationsbereitstellung bei Extremwetterereignissen hin. Weiterführend untersucht das Autorenteam derzeit in einer Delphi-Studie, wie Fachexpertinnen und -experten an deutschen Hochschulen den Status quo, Entwicklungspotentiale und Einflussfaktoren hochschulspezifischer Anpassungsprozesse einschätzen.
Nachhaltigkeitsaudit für Hochschulen – erste Erkenntnisse und Erfahrungen
Die Hochschulrektorenkonferenz entwickelt im Projekt traNHSform ein Nachhaltigkeitsaudit für Hochschulen. An der ersten Pilotierungsphase haben vier Hochschulen teilgenommen. Die Erkenntnisse aus dem Auditprozess wurden im Artikel "Spiegeln, Öffnen, Verbinden: Zur Rolle der Nachhaltigkeitsgovernance für die Qualitäts- und Organisationsentwicklung an Hochschulen" (im Handbuch Qualität in Studium, Lehre und Forschung erschienen) zusammengetragen. Der Beitrag zeigt, wie Nachhaltigkeitsgovernance Hochschulen ermöglicht, ihre Routinen, Strukturen und Prozesse zu spiegeln, zu öffnen und neu zu verbinden und damit Qualitäts- und Organisationsentwicklung zugleich anzustoßen. Er erläutert, weshalb Nachhaltigkeitskonzepte spezifische Orientierungs-, Reflexionsrahmen darstellen und wie diese in strategischer Steuerung und wissenschaftlicher Praxis wirksam werden. Zwei Fallbeispiele machen deutlich, wie sich Curriculumslogiken, Lehr- und Prüfungspraktiken sowie organisationale Funktionsweisen verändern. Abschließend wird das HRK-Audit "Nachhaltigkeit an Hochschulen" als reflexiver Resonanzraum vorgestellt, in dem Hochschulen die beschriebenen Entwicklungsprozesse strukturieren, kultursensibel übersetzen und weiterführen können. Im gleichen Handbuch reflektieren Mitglieder der Philipps-Universität Marburg als am Audit teilnehmende Hochschule in diesem Artikel ihre Erfahrungen.
Service Learning als Katalysator für nachhaltige Entwicklung
Durch praxisorientierte Projekte, die Lehre, Campus-Entwicklung und regionale Vernetzung verbinden, birgt Service Learning (SL) große Potenziale für interdisziplinäre Zusammenarbeit, studentische Eigeninitiative, Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und die Integration von Nachhaltigkeit in Hochschulen nach dem Whole Institution Approach (WIA). Die multiple Fallstudie mit einem Mixed-Methods-Design im Projekt Senatra hat institutionelle und kulturelle Voraussetzungen an Hochschulen identifiziert. Die Projektergebnisse zeigen, dass wirkungsvolles Service Learning institutionelle und strategische Verankerung, dauerhafte Ressourcenausstattung, partizipative Governance und organisationale Lernfähigkeit braucht, ebenso wie eine Institutionskultur, die von Vertrauen, Anerkennung, geteilter Verantwortung und Ownership sowie Interaktionen auf Augenhöhe geprägt ist. Die Projektergebnisse sind im DG HochN-Wiki veröffentlicht und erscheinen in Kürze in einem Leitfaden für nachhaltigkeitsorientierte, transformative SL-Lehre sowie in einem Artikel der Zeitschrift GAIA – Ecological Perspectives for Science and Society.
Bessere Rücklaufquoten durch angepasste Befragungsdesigns
Viele großangelegte quantitative Befragungen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: niedrige Rücklaufquoten und eine deutliche Unterrepräsentation von Personen ohne Universitätsabschluss sowie ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Der im Projekt NaMoLi III veröffentlichte Dritter Methodenbericht zur Befragung "Nachhaltige Mobilität in der Lincoln-Siedlung" zeigt, wie der Rücklauf in quartiersbezogenen Befragungen gezielt verbessert werden kann. Bereits zum vierten Mal führte das Frankfurt Lab for SET-Mobility der Goethe-Universität Frankfurt eine Befragung der Bewohnenden der Lincoln-Siedlung in Darmstadt durch. Um den Rücklauf zu erhöhen, wurde das Studiendesign gezielt weiterentwickelt: Der Fragebogen konnte erstmals auch online ausgefüllt werden, stand in sechs Sprachen zur Verfügung und wurde – wo möglich – persönlich an den Haushalten übergeben. Die vielen Gespräche an der Wohnungstür ermöglichten es, die Relevanz der Studie zu erläutern und offene Fragen direkt zu klären. Ergänzend war das Projektteam im Quartiersmanagement sowie bei einem Siedlungsfest präsent. Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Rücklaufquote stieg von 14 auf 21 Prozent. Der Methodenbericht bietet damit praxisnahe Impulse für andere Projekte, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
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"Designing Transitions" – Tagung für intermodales Mobilitätsdesign
Offenbach am Main
Wie verbinden wir, was schon fährt? Die Tagung Designing Transitions des Projekts InterMoDe der HfG Offenbach und der Stadt Offenbach am Main bringt Akteure aus Kommunalverwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, wie intermodale Mobilitätsangebote durch Gestaltung sinnvoll verknüpft und für Nutzende erlebbar gemacht werden können. Am Vormittag erwarten Sie Impulse aus Wissenschaft, Praxis und Politik sowie Einblicke in die Publikation "Mobility Design" (Band 3) (vgl. Meldung in Kapitel 2). Am Nachmittag folgen Workshops und ein Get-together im radraum Offenbach.
→ Weitere Informationen und Anmeldung
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Verstetigung von On-Demand-Verkehren – Mobility-Lunch-Talk
Online
Die Mobility-Lunch-Talks (siehe Kapitel 2) finden online von 12:30 bis 13:30 Uhr statt. Im Fokus steht die Präsentation und anschließende Diskussion von Ergebnissen aus den beiden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Fördermaßnahmen MobilitätsWerkStadt 2025 und MobilitätsZukunftsLabor 2050. Das Thema am 12. März: Verstetigung von On-Demand-Verkehren.
→ Weitere Informationen und Anmeldung
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Arbeitstagung der Gesellschaft für Transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF)
Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
Diskutieren Sie mit! Die Gesellschaft für Transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) veranstaltet am 12. und 13. März 2026 ihre erste Arbeitstagung an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Ziel ist es, wichtige Themen der vielfältigen GTPF-Community, aus den aktiven GTPF-Arbeitsgruppen und den Mitgliedsinstitutionen aufzugreifen und gemeinsam voranzutreiben. Dabei finden Impulse zur methodischen oder konzeptionellen Weiterentwicklung transdisziplinärer und partizipativer Forschung genauso Platz wie konkrete fachliche Problemstellungen. Die Arbeitstagung findet im Rahmen des Projekts "TPimpuls – Impulse zur Stärkung der transdisziplinären und partizipativen Forschung im Wissenschaftssystem – Maßnahmen zur Unterstützung der Fachgesellschaft GTPF" statt und richtet sich sowohl an GTPF-Mitglieder als auch an interessierte Nicht-Mitglieder aus Forschung, Lehre und Praxis.
→ Weitere Informationen und Anmeldung
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BMFTR-Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" 2026 gemeinsam mit Hochschulrektorenkonferenz
Berlin, Stadtbad Oderberger Straße / GLS Campus
Weitere Informationen siehe Kapitel 1.
→ Programm
→ Anmeldung
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Frist für Projektskizzen zur neuen Förderbekanntmachung "KI-basierte klimaneutrale Mobilitätssysteme in Modellregionen"
easy Online – Plattform für Antragstellende
Weitere Informationen siehe Kapitel 1.
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Frist für Projektskizzen zum Förderaufruf "Drohnengestützte soziotechnische Innovationen und Geschäftsmodelle für klimafreundliche Mobilität und nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung"
Ort: easy Online – Plattform für Antragstellende
Weitere Informationen im Newsletter vom 27. Januar 2026.
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Frist für Projektskizzen zur neuen Förderrunde sozial-ökologische Nachwuchsgruppen für nachhaltige und resiliente Stadt-Umland-Regionen
Ort: easy Online – Plattform für Antragstellende
Weitere Informationen im Newsletter vom 27. Januar 2026.
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Neues Urbanes Mobilitätsbewusstsein in Chemnitz: Beteiligung wirksam gestalten – Erkenntnisse, Empfehlungen und Transfer
Für welches Problem bietet das Projekt NUMIC 2.0 einen Lösungsansatz?
Wie kann Bürgerbeteiligung so gestaltet werden, dass sie nicht nur den formalen Anforderungen genügt, sondern von den Beteiligten als sinnvoll, wirksam und zukunftsorientiert erlebt wird? Und wie können Beteiligungsprozesse in der Stadt- und Verkehrsplanung so begleitet werden, dass aus ihnen gelernt und sie kontinuierlich weiterentwickelt werden können? Mit genau diesen Fragen hat sich das Forschungs- und Praxisprojekt NUMIC 2.0 - Neues Urbanes Mobilitätsbewusstsein in Chemnitz beschäftigt.
Ausgangspunkt war die Erfahrung, dass Beteiligung in kommunalen Entscheidungsprozessen zwar rechtlich fest verankert ist, in der praktischen Umsetzung jedoch häufig an Grenzen stößt: Prozesse sind zeit- und ressourcenaufwendig, erreichen nicht immer alle relevanten Bevölkerungsgruppen, werden selten systematisch ausgewertet und führen auf Seiten der Bevölkerung nicht automatisch zu dem erhofften Vertrauen, Verständnis oder zur Akzeptanz. NUMIC 2.0 setzte hier an und verfolgte das Ziel, Beteiligung in der Stadt- und Verkehrsplanung genauer zu untersuchen, Wirkmechanismen zu identifizieren und Empfehlungen für deren praktische Anwendung auszusprechen.
Wie wurden die Ergebnisse für den Transfer verfügbar gemacht?
Ein zentrales Resultat des Projekts ist ein frei zugängliches Handbuch, das die umfangreichen Projekterkenntnisse anschaulich darstellt und unter folgendem Link kostenfrei abgerufen werden kann: Neues Urbanes Mobilitätsbewusstsein – Handbuch für eine partizipative Mobilitätsplanung.
Darin werden alle Erfahrungen und Ergebnisse anhand konkreter Beteiligungsprozesse in Chemnitz aufgearbeitet. Diese beziehen sich unter anderem auf die Umgestaltung von Straßenräumen verbunden mit der Neustrukturierung von Parkplätzen zur Förderung der Verkehrssicherheit, die Umsetzung beziehungsweise Evaluation neuer Verkehrs- und Mobilitätskonzepte wie Fahrradstraßen, ein Shared Space und die Einführung einer neuen Straßenbahnstrecke. Neben methodischen Empfehlungen zur Bürgeransprache, Visualisierung und Erfolgsmessung widmet sich ein weiteres Kapitel der Kinder- und Jugendbeteiligung. Auf dieser Grundlage werden Erfolgsfaktoren, typische Hemmnisse und zentrale Gestaltungsprinzipien gelingender Beteiligung verständlich und praxisnah dargestellt. Zur kurzweiligen Vermittlung der Projektergebnisse wurde außerdem ein Erklärvideo veröffentlicht.
Gab es einen besonderen thematischen Fokus?
Besondere Aufmerksamkeit erhielt im Projekt die Untersuchung von verschiedenen analogen und digitalen Visualisierungsmethoden, um Informationen besser und leichter verständlich transportieren zu können. Dabei kamen analoge Modelle zum Anfassen und Mitmachen, digitale Darstellungen und Virtual Reality (VR) zur Anwendung. In mehreren Pilotanwendungen konnten Bürgerinnen und Bürger geplante Freiräume und Infrastrukturmaßnahmen immersiv erleben und ihre Wahrnehmung von Sicherheit, Komfort und/oder Aufenthaltsqualität einschätzen. Die Erfahrungen zeigen, dass die im städtischen Kontext genutzte Technologie VR das Verständnis komplexer Planungssituationen erleichtert und als niedrigschwelliger Gesprächsanlass zwischen Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft dienen kann. Die Anwendungen, Methoden und Hinweise sind im Handbuch sowie auf der Projektwebsite dokumentiert und bilden die Grundlage für das von der Sächsischen Aufbaubank geförderte Projekt "CityplanningXR".
Was sind zentrale Handlungsempfehlungen aus den Projekterkenntnissen?
Zusammengefasst lässt sich sagen:
- Ein strukturierter Prozess ist entscheidend.
Erfolgreiche Beteiligung bemisst sich nicht allein am Ergebnis, sondern an Transparenz, Fairness, Nachvollziehbarkeit und ernsthafter Einbindung der Beiträge. Entsprechend nannten 75 Prozent der Befragten ein angemessenes Beteiligungsformat und 67 Prozent Transparenz von Prozess und Ergebnissen als entscheidende Voraussetzungen.
- Eine gute Vor- und Nachbereitung ist das A & O.
Beteiligung sollte systematisch geplant und evaluiert werden – zum Beispiel anhand der auf Basis der Projekterkenntnisse entwickelten Handreichungen sowie einem exemplarischen Evaluations-Fragebogen.
- Kommunikation ist Schlüsselkompetenz.
Frühzeitige, kontinuierliche und zielgruppenspezifische Kommunikation erhöht Akzeptanz, Vertrauen und Beteiligungsbereitschaft. Bürgerinnen und Bürger, die über ein Planungs- bzw. Partizipationsprojekt frühzeitig und kontinuierlich informiert wurden, berichteten von signifikant höherer Akzeptanz und Zufriedenheit mit den umgesetzten Maßnahmen.
- Repräsentativität braucht aktive Strategien.
Schwer erreichbare Gruppen werden nicht "automatisch" erreicht. Unterrepräsentiert sind insbesondere junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, mobilitätseingeschränkte Personen sowie Personen, die Care-Arbeit leisten. Entsprechend wurden flexible Zeiten, hybride Formate, barrierefreie Veranstaltungsorte, einfache Sprache und aufsuchende Beteiligungsformate im Projekt gewählt.
- Immersive und digitale Werkzeuge bieten große Chancen.
VR, Online-Beteiligung und hybride Formate können Verständnis, Inklusion und Qualität von Rückmeldungen deutlich verbessern. So hat sich in NUMIC 2.0 gezeigt, dass digitale Plattformen, georeferenzierte Beteiligungsformate und der modellhafte Einsatz von VR das Verständnis komplexer Planungen unterstützen und die Beteiligungsmöglichkeiten erweitern, insbesondere für bislang schwer erreichbare Gruppen wie Jugendliche und junge Erwachsene. Gleichzeitig können für die Visualisierung Daten genutzt werden, die ohnehin im stadtplanerischen Kontext anfallen.
Fazit
Gelingende Beteiligung ist demnach ein Zusammenspiel aus kontinuierlicher Kommunikation, strukturierten und transparenten Prozessen, methodischer Vielfalt sowie geeigneten Visualisierungs- und Dialogformaten. Werden diese Elemente frühzeitig berücksichtigt, kann Bürgerbeteiligung nicht nur die Akzeptanz von Maßnahmen erhöhen, sondern auch die Qualität von Entscheidungen verbessern und einen nachhaltigen Wandel im Mobilitätsbereich unterstützen. Die im Projekt entstandenen Publikationen, Werkzeuge und Praxisbeispiele bieten dafür eine fundierte und gut übertragbare Grundlage für andere Kommunen und Planungsprozesse.
→ Projektwebseite NUMIC 2.0 - Neues Urbanes Mobilitätsbewusstsein in Chemnitz
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Impressum
Ziel des Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" (SÖF) des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ist die Entwicklung von Strategien zur Lösung konkreter gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme. Der Förderschwerpunkt ist Teil der BMFTR-Strategie "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA). Der DLR Projektträger (DLR-PT), Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit, betreut den Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung im Auftrag des BMFTR.
Herausgeber

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)
DLR Projektträger | Umwelt und Nachhaltigkeit
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