|
Alle Informationen aus der Nachhaltigkeitsforschung in Stadt und Region.
|
|
|
|
Nachhaltigkeitsforschung in Stadt und Region
|
BMFTR-Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF)
Newsletter Nr. 3/2025 | 8. Oktober 2025 |
: www.soef.org
: LinkedIn |
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn Sie an unsere Zukunft denken, welche Bilder kommen Ihnen in den Sinn? Und welche Bilder wünschen Sie sich eigentlich? Genau dazwischen liegt unser Gestaltungswille.
Und wenn Sie Ihr Wunschbild der Zukunft mit dem Ist-Zustand von heute abgleichen, dann erahnen Sie, wie viel Transformation nötig sein wird. Was wollen wir loslassen, was nehmen wir mit? Was kommt neu hinzu?
Zugegeben, das ist ein etwas theoretisches Gedankenspiel. Aber das geht auch ganz konkret. Die DG HochN hat Zukunftsbilder entwickelt, die einen nachhaltigen Campus 2045 abbilden. Innen, außen und "drumherum". So schön, dass man richtig Lust hat, die Ärmel hochzukrempeln und zu gestalten, zu wandeln, zu transformieren.
Ein guter Gedanke, den diese Bilder transportieren: Was, wenn es gut wird? Unsere Zukunft! Lassen Sie sich auch von den anderen Projekten, Lösungsansätzen, Methoden und Ergebnissen in unserer neuen Newsletter-Ausgabe informieren, inspirieren und motivieren.
Ihr SÖF-Newsletter-Team
|
 |
Quelle: Gemeinschaftsraum | Reinventing Society, loomn & DG HochN (CC BY NC SA 4.0)
Transformation – Illustration: Gemeinschaftsraum – inspiriert von skandinavischen Bibliotheken. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen e. V. (DG HochN) hat gemeinsam mit Reinventing Society vier Realutopien von Hochschulen 2045 entwickelt. Der Gemeinschaftsraum ist eine davon. Die Zukunftsbilder dienen als Gesprächsstarter: Welche Zukunft wünschen wir uns? Und wie kommen wir dahin? Im DG HochN-Wiki gibt es die Bilder zum Download – ergänzt durch Texte und Vorschläge für Workshops, Ausstellungen und Klausurtagungen, um mithilfe der Bilder gemeinsam an Visionen und Strategien zu arbeiten. |
Aktuelles aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung
|
|
|
Neues aus den Forschungsprojekten
Nachhaltige Stadt, Bauen und Wohnen
Nachhaltige Mobilität
Nachhaltige Infrastruktur, Ressourcen & Klimaanpassung
Biodiversitätsschutz und Nachhaltige Landnutzung
Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, Transdisziplinarität und Methoden
|
|
|
Veranstaltungen & Termine
|
|
|
Nachgefragt!
|
|
Aktuelles aus dem Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung
|
|
|
Förderbekanntmachung "Hochschulen als Innovationslabore für nachhaltige Städte und Regionen" – Skizzen einreichen bis 17. November 2025
Mit der Fördermaßnahme "Hochschulen als Innovationslabore für nachhaltige Städte und Regionen" unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Verbundprojekte, in denen Hochschulen gemeinsam mit Partnern in ihren Städten und Regionen passfähige Innovationen für Klimaneutralität, Ressourcenschonung und Lebensqualität entwickeln. Die Hochschulen werden so zu Impulsgebern und Reallaboren einer nachhaltigen Transformation – mit Strahlkraft weit über den Campus hinaus. Auf der Website zur Bekanntmachung finden Sie auch Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQ).
Frist: Projektskizzen bis 17. November 2025
Förderaufruf zur 15-Minuten-Stadt – Skizzen einreichen bis 17. November 2025
Wie lässt sich nachhaltige, multimodale Mobilität so gestalten, dass sie für alle Menschen attraktiv und zugänglich ist? Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert neue Projekte im Förderschwerpunkt 15-Minuten-Stadt. Grundlage ist der neue DUT-Call 2025 für angewandte transnationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte innerhalb der Driving Urban Transitions Partnership (DUT). Im Zentrum steht dabei das Topic 1 "Next steps for multimodal urban mobility, building on the travel experience". Gesucht werden tragfähige und nutzerorientierte Lösungen im Sinne der "Stadt der kurzen Wege" in unterschiedlichsten kommunalen Kontexten zur Gestaltung eines nachhaltigen städtischen Verkehrs für alle Menschen – günstiger, attraktiver und inklusiver. Diese sollen gemeinsam mit Forschenden und Praxispartnern aus mindestens zwei weiteren DUT-Partnerländern erarbeitet werden. Die Einbindung von deutschen Praxispartnern wie zum Beispiel Kommunalverwaltungen, Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen ist besonders erwünscht. Ein intensiver Austausch sowohl auf Forschungsebene als auch zwischen den kommunalen Praxispartnern wird im Rahmen der DUT-Partnerschaft gefördert – es gibt zahlreiche Gelegenheiten, neue Perspektiven kennenzulernen und zu reflektieren.
Fristen: Skizzen/Pre-Poposals: 17. November 2025; Anträge/Full Proposals: 23. April 2026
→ Alle wichtigen Informationen auf den Seiten der DUT und auf FONA.
BMFTR-Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" – 18./19. März 2026
Save the Date: Am 18. und 19. März 2026 findet das siebte Symposium der Initiative "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" des Bundesministeriums für Forschung, Raumfahrt und Technologie (BMFTR) im Stadtbad Oderberger Straße/GLS Campus in Berlin statt. Das Symposium mit dem Titel "Transformation erfolgreich gestalten – Innovationen für nachhaltige Hochschulen und Forschungseinrichtungen" wird gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ausgerichtet. Zusammen mit Hochschulleitungen, Forschenden, Lehrenden, Mitarbeitenden aus der Verwaltung und insbesondere auch Studierenden werden folgende Fragen erörtert:
- Wie gelingen der erfolgreiche Transfer und die Verstetigung projektförmiger Lösungen in die Strukturen wissenschaftlicher Organisationen?
- Was sind Hemmnisse bei der Umsetzung und wie können sie überwunden werden?
- Wie können Kulturen der Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem ermöglicht werden?
Nähere Informationen zum Konferenzprogramm und zur Anmeldung erhalten Sie in Kürze auf FONA.
Fördermaßnahme erfolgreich abgeschlossen – Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft (BiodiWert)
Was ist Biodiversität wert? Und wie lässt sich dieser Wert in den Entscheidungen von Politik, Kommunen, Verwaltung, Wirtschaft und in der Zivilgesellschaft besser berücksichtigen, damit Biodiversität erhalten bleiben kann? Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) förderte zu diesen Fragen mit der Fördermaßnahme "Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft" (BiodiWert) im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) von 2020 bis 2025 insgesamt 17 inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte. Rund 80 Organisationen aus Wissenschaft und Praxis erforschten und erprobten Lösungsansätze zum Erhalt von Biodiversität und unterstützen deren Transfer. Die Lösungsansätze reichen von A wie Außer-Haus-Verpflegung bis Z wie Zusammenhänge zwischen Lebensstilen, Alltagspraktiken und Insektendiversität. In Ausgabe 2/25 der GAIA geben wir Einblicke in die abgeschlossene Fördermaßnahme BiodiWert und zeigen, wie es mit der Forschungsinitiative FEdA weitergeht:
→ GAIA-Artikel BiodiWert - Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Wissenschaftsorganisationen als Impulsgeber einer Nachhaltigkeitstransformation
In der GAIA-Ausgabe 2/25 beleuchten Nölting et al. in dem Beitrag "Wissenschaftsorganisationen als Impulsgeber einer Nachhaltigkeitstransformation", wie Wissenschaftsorganisationen wirkungsvolle Impulse für eine nachhaltige Entwicklung geben können. Die zugrundeliegenden Fragen lauten: Was sind die gesellschaftlichen Ziele und Zwecke von Wissenschaftsorganisationen? Wie können sie das Wissenschaftssystem so weiterentwickeln, dass es eine Nachhaltigkeitstransformation fördert? Wie müssen sie sich als Organisationen selbst transformieren? Die Wissenschaft dabei zu unterstützen, Impulsgeber für eine Nachhaltigkeitstransformation zu sein, ist auch Ziel der Förderinitiative "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Aktuell laufen spannende Projekte in der BMFTR-Fördermaßnahme "Transformationspfade für nachhaltige Hochschulen". Informationen zur neuen Förderbekanntmachung "Hochschulen als Innovationslabore für nachhaltige Städte und Regionen" siehe Beitrag oben.
Schon gesehen? Wir sind jetzt auch auf LinkedIn
Wir haben beobachtet, dass LinkedIn ein sehr lebendiger und informativer Social-Media-Kanal ist, auf dem wir Sie gerne tagesaktuell auf dem Laufenden halten möchten. Auf unserer Seite "Forschung für nachhaltige Städte und Regionen" erhalten Sie Informationen zu neuen Förderbekanntmachungen, zu Projektergebnissen, Veranstaltungen und vieles mehr. Vernetzen Sie sich mit uns und taggen Sie unseren Kanal gerne in Ihren Beiträgen. Wir freuen uns auf den Austausch!
↑ zum Anfang
|
|
|
"Administratives to go" – unser Tipp für Projekte
Neues zweistufiges TAN-Verfahren in easy-Online ermöglicht Doppelunterschrift bei der Antragseinreichung
Mit dem TAN-Verfahren können Anträge auch von Institutionen rechtsverbindlich digital eingereicht werden, die keine qualifizierte digitale Signatur haben. Dies ist eine Erleichterung, weil die unterschriebenen rechtsgültigen Anträge nun nicht mehr mühsam mit der Schneckenpost nachgereicht werden müssen (die digitale Fassung allein ist ausreichend). Das einstufige TAN-Verfahren stellt jedoch jene Institutionen vor Probleme, deren Unterschriftsordnung eine Doppelunterschrift erfordert. Um diese Problematik zu beheben, gibt es ab sofort zusätzlich zum einstufigen TAN-Verfahren (nur eine Unterschrift) die Möglichkeit, das zweistufige TAN-Verfahren (zwei Unterschriften) in easy-Online auszuwählen. Hierdurch kann insbesondere der ggf. vorhandene institutionsinterne Bedarf einer Doppelunterschrift besser abgebildet werden.
Mit dem zweistufigen TAN-Verfahren steht Ihnen somit ein weiterer Verifizierungsprozess zur Verfügung. Die Phasen gliedern sich wie folgt:
- Phase 1 dient der Einreichung der Unterlagen und rechtsverbindlichen Sicherstellung der Unterlagen durch die Antragsteller (Unterschrift 1: Drittmittelverwaltung oder 1. Unterschrift bevollmächtigte Person).
- Phase 2 entspricht der Verifizierung mittels TAN-Verfahren (Unterschrift 2). Die finale Verifizierung ist ausschließlich einer zur Unterschrift bevollmächtigen Person vorbehalten.
Das neue Verfahren ergänzt die bisherigen Möglichkeiten der Antragseinreichung über easy-online:
- einstufiges TAN-Verfahren (rein digital)
- qualifizierte elektronische Signatur (rein digital)
- Unterschrift per Hand (Nachreichung der Antragsunterlagen per Post)
und macht für Sie den Verifizierungsprozess noch flexibler.
|
↑ zum Anfang
|
|
Neues aus den Forschungsprojekten
Soweit nicht anders verzeichnet, ist die Quelle eines Beitrags in diesem Newsletter eine Person aus dem jeweiligen Projekt. |
|
|
 |
|
Nachhaltige Stadt, Bauen und Wohnen |
|
|
 |
"Bestand als Chance!" – Fachforum von "Bauen & Wohnen" auf dem Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik
Zum 18. Mal fand in Rostock das wichtigste Forum der Stadtentwicklungspolitik in Deutschland statt: der Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik. Das von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, koordinierte und vom BMFTR geförderte Projekt "Bauen & Wohnen: Plattform für Vernetzung, Synthese und Transfer" war mit dem Fachforum "Bestand als Chance!" vertreten und stellte dort erste Ergebnisse vor: soziale und technologische Innovationen für mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum im Bestand. Dazu gehört auch das kürzlich veröffentlichte Reallabor-Mapping.
Im Gebäudebestand sei sehr viel möglich, um innovativ zu sein, betonte Prof. Ortwin Renn, wissenschaftlicher Projektleiter von "Bauen & Wohnen" und acatech-Präsidiumsmitglied. Welche Hürden bestehen und wie diese beseitigt werden könnten, präsentierten die Co-Leitungen der Projekt-Arbeitsgruppen, Prof. Agnes Förster von der RWTH Aachen und Prof. Stefan Winter von der TU München. Deutlich wurde: Lösungsideen müssen immer quartierspezifisch betrachtet werden, da sich Potenziale im Gebäudebestand nach Quartierstyp unterscheiden. Neben Themen wie Kosteneffizienz und Rechtssicherheit wurde auch erörtert, dass Bauen im Bestand der Architektur oft eine zweite Chance eröffnet. In einem lebendigen Austausch mit rund 140 Teilnehmenden wurden verschiedene Lösungsansätze zur Leitfrage: "Vom Wissen zur Anwendung – wie können wir den Gebäudebestand besser aktivieren?" diskutiert.
→ FONA-Nachricht
Leerstand nutzen durch Solidaransatz – Ausstellung "Platz da!"
Viele historische Innenstädte stehen vor einem Dilemma: Während Wohnraum dringend gebraucht wird, bleiben zahlreiche Wohnungen über Geschäftsräumen ungenutzt. Gründe sind veraltete Standards, fehlende Zugänge oder ein Sanierungsstau – Probleme, die besonders Mittel- und Kleinstädte betreffen. Gleichzeitig gilt es, Gebäude an Klimaschutzanforderungen anzupassen und Denkmalschutz zu berücksichtigen. Inspiriert vom Konzept der Solidarischen Landwirtschaft entstehen kooperative Finanzierungs- und Sanierungsmodelle, die sowohl ökologische als auch soziale Nachhaltigkeit fördern. Durch partizipative Entscheidungsprozesse und gemeinschaftliche Investitionen sollen leerstehende Wohnungen wieder in Nutzung gebracht werden und bezahlbar sein. Das Projekt "UrbanPulse: WohnraumMobilisierung & SolidarRAUM Detmold" bringt Eigentümerinnen und Eigentümer, Bürgerinnen und Bürger, Expertinnen und Experten zusammen, um leerstehende Wohnungen gemeinschaftlich wieder nutzbar zu machen. UrbanPulse ist im Mai 2025 gestartet und will zeigen, wie durch Zusammenarbeit neue Wege zur Reaktivierung von Wohnraum in historischen Städten entstehen können. Wie kann es gelingen, in Detmold neuen Wohnraum zu erschließen, ohne neu zu bauen – und dabei gleichzeitig sozialen Zusammenhalt, eine attraktive Stadtgestalt, nachhaltiges Wohnen, Leben und Arbeiten zu fördern? Mit dieser Frage lädt das Projekt Studierende, Fachleute und lokale Initiativen vom 7. bis 14. November zu seiner Ausstellung "Platz da" mit zahlreichen Austauschformaten und einem Begleitprogramm ein, um ins Gespräch zu kommen.
Vermieter-Mieter-Staat-Trilemma und aktives Wohnraummanagement
Das Projekt Soziale Innovationen in Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung (SInBa) zeigt in einem Beitrag in der Fachzeitschrift "Energiewirtschaftliche Tagesfragen" (Bezahlschranke) "Das Vermieter-Mieter-Staat-Trilemma: Wie ein soziales Sicherungsinstrument die Klimaschutzziele aushebelt". Darin analysieren die Forschenden das sozialpolitisch wichtige Instrument der Kosten der Unterkunft (KdU) und zeigen auf, wie es klimapolitisch Fehlanreize setzt und Investitionen in energetische Sanierungen hemmt. Der Artikel beleuchtet die Perspektiven von Mietenden, Vermietenden und Staat, zeigt die Widersprüche zwischen Klimaschutz und sozialer Absicherung auf und entwickelt Reformoptionen, die soziale Sicherheit mit Klimazielen in Einklang bringen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um die Transformation des Gebäudesektors und stärkt den Dialog zwischen Forschung, Politik und Praxis.
Für das Projekt SInBa in Mannheim ist die Veranstaltungsreihe "Wohnperspektiven in Mannheim" ein Baustein für die Entwicklung eines aktiven Wohnraummanagements. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie vorhandener Wohnraum flächensuffizienter genutzt werden kann, Neubau verringert und neue Wohnformen gefördert werden können. Der Austausch dient auch der Vernetzung und ermöglicht neue Impulse für sozial innovative Wohnkonzepte.
→ Weitere Informationen
|
|
|
|
 |
|
 |
Bürgerbeteiligung für die lokale Verkehrswende – Potentiale und Grenzen
Die vom Bundesforschungsministerium geförderte sozial-ökologische Nachwuchsgruppe Citizen Involvement in Mobility Transitions (CIMT) hat untersucht, wie und unter welchen Bedingungen die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern einen Beitrag zu nachhaltigerer Mobilität vor Ort und zur Überwindung von Konflikten um die Verkehrswende leistet. Nun ist das Projekt abgeschlossen. Es liegen spannende Ergebnisse vor, zum Beispiel KI-basierte Sprachmodelle zur automatisierten Auswertung von Beteiligungsbeiträgen (CIMT-Dashboard mit vier Analysemodulen), eine Fallstudiendatenbank mit rund 350 kommunalen Mobilitätsplanungsverfahren und ein Set an Handlungsempfehlungen für konsultative kommunale Beteiligungsverfahren.
→ FONA-Nachricht
Faire Mobilitätsstrukturen im ländlichen Raum – Neue Narrative
Das Europäische Forschungsprojekt Fair Mobility zielt unter Beteiligung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut darauf ab, die Mobilitätsstrukturen für Frauen und geschlechtsspezifischen Minderheiten im ländlichen Raum zu verbessern. Zentrales Ergebnis: Der Bericht "Fair Mobility – State of the Art" bietet eine kritische Übersicht internationaler Literatur zu Geschlecht, Mobilität und sozialer Gerechtigkeit. Die Analyse zeigt bestehende Lücken in der Mobilitätspolitik und weist auf innovative Ansätze für gerechtere Mobilität hin – insbesondere in peri-urbanen Räumen. Auf Basis eines partizipativen Forschungsansatzes werden Aktionen und Projekte in den Pilotstädten Ebensee (Österreich) und Creil (Frankreich) konzipiert, um Narrative zu verändern und Erkenntnisse über verschiedene Kanäle und Formate zu teilen. Um die Herausforderungen in ländlichen Gebieten besser nachvollziehen zu können, wurde der Film "Mobility Stories" erstellt. Die Kurzdokumentation zeigt drei Frauen, die über ihre Mobilitätserfahrungen im ländlichen Raum berichten. Zudem wurden zwei kooperative Webinare realisiert. Im Fokus stehen dabei nachhaltige Mobilität, wie beispielsweise On-Demand-Services für pflegebedürftige Menschen, sowie eine inklusive und zugängliche Stadtgestaltung, bei der die Perspektiven junger Menschen – insbesondere junger Frauen und Angehöriger marginalisierter Gruppen – aktiv in die Stadtplanung einbezogen werden.
→ Weitere Informationen: Projekt-Website; Fair-Mobility-Podcast mit spannenden Expertinnen und Experten, wie Carlos Moreno oder Melissa Bruntlett, und auf LinkedIn, Instagram, Facebook und YouTube
Fokus Radverkehr – Lösung für Kopfsteinpflaster und Praxisleitfaden für Lehrkräfte
In vielen Straßen macht Kopfsteinpflaster das Radfahren nahezu unmöglich. Im Juli 2025 wurde im Rahmen des Projekts "NUDAFA" der Gemeinde Eichwalde in Brandenburg nun ein wegweisendes Pilotprojekt umgesetzt, das modernste Schleiftechnik mit innovativer Vermessungs- und Steuerungstechnologie verbindet: Beim "Precision Grinding" schleifen nebeneinander angeordnete Diamanttrennscheiben die Pflastersteine plan ab. Es entsteht eine geglättete, griffige Fahrbahnoberfläche, die die Versickerungsfähigkeit und das historische Erscheinungsbild erhält. Das Verfahren ist in wenigen Tagen umsetzbar, deutlich günstiger als Alternativen und verbessert Komfort und Sicherheit für Radfahrende. Auch die Anwohnenden profitieren von der Lärmreduktion und die Autos vom Fahrkomfort. Dies hat auch weitere Kommunen überzeugt, so dass bereits Folgeprojekte in Planung sind.
Schule machen will zudem der neue "Leitfaden BikeBuddies: Praxisleitfaden für Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende zur Durchführung von Projekten zu Radverkehr und nachhaltiger Mobilität", den die TH Wildau kürzlich veröffentlicht hat. Mobilitätsbildung ist in den Lehrplänen der Grundschulen bereits fest verankert, wohingegen das Thema an weiterführenden Schulen häufig nicht ausreichend adressiert wird. Der Leitfaden hilft daher Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden, Mobilitätsbildung praxisnah an Schulen oder Jugendeinrichtungen ab der 5. Klasse umzusetzen. Gedruckte Exemplare können kostenlos bei radverkehr@th-wildau.de bestellt werden.
Weitere Einblicke aus dem NUDAFA-Reallabor rund um das Thema "Schulisches Mobilitätsmanagement in kleinen und mittleren Kommunen" gewährt zudem der vierte Mobility-Lunch-Talk aus der Veranstaltungsreihe der Begleitforschung Nachhaltige Mobilität (BeNaMo) am 25. November (siehe Termine).
Fußgängerfreundlichkeit unter die Lupe nehmen
Schuhe an und los geht's: Zufußgehen ist gesund, kostenlos und macht vielen Freude. Das europäische Forschungsprojekt WalkUrban, mit deutscher Beteiligung des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, hat die Fußgängerfreundlichkeit in den Städten Dortmund (Deutschland), Göteborg (Schweden) und Genua (Italien) untersucht und Bewohnerinnen und Bewohner zu ihren Einschätzungen rund um das Zufußgehen befragt. Sehr anschauliche Erkenntnisse aus dem direkten Wohnumfeld konnten die eingesetzten "Walk-Along-Interviews" liefern, da beim gemeinsamen Gehen direkt vor Ort die persönlichen Eindrücke und Wahrnehmungen mit den begleitenden Menschen besprochen werden können. In einer deutschsprachigen Publikation werden Ergebnisse aus den Interviews mit älteren Menschen vorgestellt. Eine kurze Übersicht über das Projekt und wichtige Ergebnisse wurden zudem in einer mehrsprachigen Broschüre zusammengefasst.
Genossenschaftliche Organisation von nachhaltiger Mobilität – Leitfaden für Privatpersonen und Institutionen
Die genossenschaftliche Organisation von Mobilität eröffnet einen vielversprechenden Ansatz für eine sozial-ökologische Mobilität der Zukunft, die auch ökonomische Effizienzkriterien erfüllen kann. Auf der Grundlage einer Vielzahl von empirischen Analysen, die teilweise aus Realexperimenten resultieren, wird ein integrierter Leitfaden für die Gründung und den Betrieb einer Mobilitätsgenossenschaft abgeleitet. In diesem Leitfaden werden Erkenntnisse aus ökonomischer, verkehrswissenschaftlicher und psychologischer Perspektive zusammengeführt, zum Beispiel zu Organisations- und Geschäftsmodellen, Zahlungsbereitschaften sowie zu verkehrs- und raumwissenschaftlichen und psychologischen Einflussfaktoren der Verkehrsmittelwahl. Der Leitfaden soll Privatpersonen und Institutionen auf der Suche nach geeigneten Organisationsformen gemeinschaftlicher Mobilität unterstützen und in diesem Prozess behilflich sein, kaum realisierbare oder ineffiziente Aktivitäten und Maßnahmen zu vermeiden. Die Veröffentlichung ist im Projekt GenoMobil entstanden.
→ Open-Access-Buch Genossenschaftliche Organisation von nachhaltiger Mobilität
|
|
|
|
↑ zum Anfang
|
 |
|
Nachhaltige Infrastruktur, Ressourcen & Klimaanpassung |
|
|
 |
Wie verändert Digitalisierung die Energiewende – ökologisch und gesellschaftlich?
Drei neue Journal-Artikel der Nachwuchsguppe SteuerBoard Energie geben Einblicke, wie Digitalisierung die Energiewende verändert: Die Studie "Environmental effects of ICT-enabled small-scale energy flexibilities: the perspective of German market players" zeigt: Digitale Technologien können Haushalte effizienter machen, Netze entlasten und Erneuerbare Energien besser integrieren. Gleichzeitig entstehen neue Umweltbelastungen durch mehr IT-Infrastruktur und den intensiveren Einsatz von Batterien und Wärmepumpen. Im Artikel "Self-consumption and self-sufficiency in energy sharing communities in Germany: What is the impact of wind energy?" geht es um den Eigenverbrauch und die Selbstversorgung von Energy-Sharing-Modellen in Deutschland. Die Untersuchungen zeigen: Besonders wirkungsvoll ist ein Mix aus 75 Prozent Windstrom und 25 Prozent Photovoltaik – unabhängig vom Speicher oder Wärmeeinsatz. Damit entstehen wertvolle Hinweise für die künftige Ausgestaltung des Rechtsrahmens. In dem Kommentarartikel "Understanding digitalization's environmental impact: why LCA is essential for informed decision-making" befassen sich Hannes Bluhm (IÖW) et al. mit der Umweltbewertung der Digitalisierung. Während Kritikerinnen und Kritiker Lebenszyklusanalysen für unzureichend halten, argumentieren die Forschenden, dass Ökobilanzen weiterhin unverzichtbar sind: Sie zeigen Zielkonflikte auf und helfen, nachhaltige digitale Infrastrukturen systematisch zu gestalten.
Akteure ermutigen – Fachexkursionen zu Pionieren der Wärmeenergie
Um regionalen Wissenstransfer zum Thema kommunale Wärmewende geht es bei den Fachexkursionen im Projekt Klimapakt2030plus. Die Exkursionen bieten einem Fachpublikum aus der Metropolregion Nürnberg Einblicke in Vorreiter-Projekte der zukunftsfähigen Wärmeversorgung und Wärmespeicherung. Ziel ist es, insbesondere Kommunen, aber beispielsweise auch Akteure der Wirtschaftsförderung zu ermutigen, neue Wege zu gehen. Denn ein Großteil unserer Wärmeversorgung stammt immer noch aus fossilen Energieträgern, die aus dem Ausland importiert werden. Die Projekte zeigen, wie stattdessen regenerative regionale Wärme-Energiequellen genutzt werden können, zum Beispiel oberflächennahe Geothermie, Eisspeicher oder Abwärme aus Abwasser sowie ein Nahwärmenetz auf Basis von Solarthermie und regionaler Bioenergie.
→ Weitere Informationen und Programm, inklusive Fachvorträge zum Thema
|
↑ zum Anfang
|
|
 |
|
Biodiversitätsschutz und Nachhaltige Landnutzung |
|
|
 |
Wechselwirkungen von Infrastruktur, Naturschutz und Nachhaltigkeit – Landnutzungssynergien und -konflikte
Das Projekt LANUSYNCON und assoziierte Projekte analysieren Wechselwirkungen von Infrastruktur, Naturschutz und Nachhaltigkeit. Doch was ist eigentlich Nachhaltigkeit? Dass Nachhaltigkeitskonzepte in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Schwerpunkte setzen und diese Diversität häufig nicht beachtet wird, beleuchtet der Artikel Plural Sustainabilities. Nachhaltigkeit wird als vielfältiges, kontextabhängiges Konzept diskutiert und es wird für ein pluralistisches, inklusives Verständnis plädiert, das unterschiedliche Wissenssysteme und Weltanschauungen berücksichtigt. Um dies zu erreichen, spielt auch die Bewertung von Ökosystemleistungen, die für das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung wichtig sind, eine immense Bedeutung. In diesem Zusammenhang untersucht die systematische Literaturstudie Participatory and non-participatory forest ecosystem services valuation in Sub-Saharan Africa Unterschiede zwischen partizipativen und nicht-partizipativen Methoden zur Bewertung von Wald-Ökosystemleistungen und empfiehlt integrierte Ansätze, um lokale Perspektiven und großskalige Analysen besser zu verbinden. Wenn lokale Perspektiven nicht ausreichend berücksichtig werden, führt dies häufig zu Konflikten in der Landnutzung. So zeigt der Artikel A systematic analysis of legal disputes on road development in Kenya anhand von Gerichtsverfahren, dass Konflikte im Straßenbau vor allem Land- und Eigentumsrechte betreffen, während Umweltaspekte in juristischen Auseinandersetzungen bislang nur selten berücksichtigt werden. Trotzdem spielen diese Umweltaspekte eine wichtige Rolle und sollten in unterschiedlichen politischen Ebenen besser berücksichtigt werden. Dies kann aber nur gelingen, wenn eine engere Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus der Politik und der Wissenschaft erfolgt.
|
|
|
|
 |
|
Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, Transdisziplinarität und Methoden |
|
|
 |
Klimaneutralität mit System? Hochschulen im Wandel
Wie können Hochschulen aktiv zur Klimaneutralität beitragen – und das nicht irgendwann, sondern jetzt? In der Folge 15 des Podcasts "RE:Nachhaltige Hochschulen", der im Rahmen des Projekts traNHSform produziert wird, wirft die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen e. V. (DG HochN) einen Blick auf das Projekt KlimaPlanReal. Fünf Hochschulen aus Sachsen-Anhalt haben sich zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Weg in Richtung klimaneutrale Hochschule zu gestalten. Im Zentrum stehen die "Hochschulklimaräte" – ein Format, bei dem nicht nur Expertinnen und Experten, sondern auch Studierende, Beschäftigte und Verwaltungspersonal gemeinsam an einen Tisch gebracht werden. Die Ergebnisse aus diesen Runden landen nicht in der Schublade: Sie werden in sogenannten Transferlaboren direkt in die Praxis überführt. So entstehen Reallabore für echten Wandel – mit all ihren Chancen und Herausforderungen. Was funktioniert gut? Wo wird es schwierig? Und was lässt sich aus dem Prozess für andere Hochschulen lernen? Diese und weitere Fragen beantworten Ellen Matthies, Professorin für Umweltpsychologie mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung, Dr. Silke Rühmland, Leiterin des Nachhaltigkeitsbüros und Expertin für partizipative Prozesse und Transformationsstrategien, sowie Dr. Christian Künzel, Projektkoordination, von der Otto von Guericke Universität Magdeburg.
→ Podcastfolge 15 "KlimaPlanReal – Klimaneutralität mit System?" der DG HochN
Suffizienz auf dem Campus – Zukunftsfähige Flächennutzung an Hochschulen
Wie viel Fläche braucht eine Hochschule wirklich? Und was bedeutet das für ihre nachhaltige Transformation? Professorin Dr.-Ing. Regina Zeitner von der HTW Berlin, Expertin für Facility Management mit Fokus auf Flächenmanagement und Klimaanpassung, sowie Professorin Dr.-Ing. Anika Möcker von der Hochschule Mittweida, die sich mit nachhaltigem Bauen und Betreiben von Hochschulen beschäftigt, sprechen gemeinsam mit der DG HochN über Suffizienz als strategischen Ansatz: Weniger Fläche nutzen – bewusst, flexibel und zukunftsgerichtet. Grundlage ist das Verbundprojekt WaNdel!4 – Wissen für angewandte Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen, das 2023 gestartet ist. Beteiligte Hochschulen sind unter anderem die Technische Hochschule Ingolstadt, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Hochschule Mittweida und die HNEE Eberswalde. Sie gehen der Frage nach, warum Flächenmanagement mehr ist als nur Raumplanung, wie Hochschulen Flächen klüger nutzen können und welche Hürden dabei auftreten – ob in der Hochschulleitung, im Gebäudemanagement oder im täglichen Betrieb. Was bleibt am Ende? Ein klarer Impuls: Fläche ist ein Schlüssel zur Transformation. Der Podcast ist von DG HochN produziert und Teil des BMFTR-Projekts traNHSform.
→ Podcastfolge 14 "Suffizienz auf dem Campus: Zukunftsfähige Flächennutzung an Hochschulen" der DG HochN
Abschlusstagung zu innovativer Hochschullehre für eine nachhaltige Transformation
Der sogenannte "Whole Institution Approach" zielt darauf ab, dass Bildungseinrichtungen nicht nur in der Lehre Themen der nachhaltigen Entwicklung behandeln, sondern in ihrem gesamtinstitutionellen Handeln Vorbilder für Nachhaltigkeit sind und damit auch das informelle Lernen von nachhaltigem Handeln unterstützen. Wie Hochschulen innovative Formen von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) umsetzen und mit Nachhaltigkeitsbestrebungen in Forschung, Transfer, Governance, Betrieb und bei der studentischen Partizipation verbinden können, darum ging es bei der Tagung "Zukunft lernen, Wandel gestalten: Innovative Formate für Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Hochschule" vom 1. bis 3. September an der Universität Vechta. Dies war die Abschlusstagung des Projekts Senatra in Kooperation mit INNO4BNE. Etwa 90 Teilnehmende tauschten sich intensiv über verschiedene Formate und Ansätze wie Service Learning, transformative Bildung, forschendes Lernen und interdisziplinäre Projektseminare aus. Eine Umfrage am Ende zeigte, welche Schlagworte den Teilnehmenden am stärksten in Erinnerung geblieben sind. Dass Transformation und Service Learning auf den ersten Rängen stehen, dürfte wenig verwundern. Veränderungen auf der systemischen Ebene anzugehen, Kooperation und Vernetzung zu leben und die Selbstwirksamkeit bei den Studierenden zu stärken, war vielen Teilnehmenden besonders wichtig.
→ Weitere Informationen
Audit "Nachhaltigkeit an Hochschulen" – Pilotierungsphase
Im Rahmen des BMFTR-geförderten Projekts traNHSform entwickelt und pilotiert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) derzeit das Audit "Nachhaltigkeit an Hochschulen", das Hochschulen dabei unterstützen soll, ihre Nachhaltigkeitsstrategie, -ziele und -aktivitäten weiterzuentwickeln. Im April und Mai 2025 fanden mehrtägige Audit-Besuche an vier Pilothochschulen statt. An der Universität Hamburg, der Philipps-Universität Marburg, der Technischen Universität Chemnitz und der Fachhochschule Dortmund zeigte sich nicht nur, wie komplex die Herausforderungen der Nachhaltigkeitstransformation für Hochschulen sind, sondern auch wie differenziert Lösungsansätze sein können: So entwickelten die Hochschulen auf ihrem eigenen Transformationspfad verschiedene Modelle zur Nachhaltigkeitsgovernance, die sie mit externen Beraterinnen und Beratern in intensiven Gesprächen reflektierten. Die Gespräche vor Ort setzten Impulse, um Strukturen und Prozesse zu überdenken, Zieldefinitionen kritisch zu prüfen und nachhaltigkeitsbezogene Aktivitäten und Maßnahmen weiterzuentwickeln. Die Pilotierungsphase wird im Herbst mit Workshops an den Hochschulen abgeschlossen. Die an den Pilothochschulen während des Auditierungsprozesses gesammelten Erfahrungen gehen wiederum in die Optimierung des Prozesses und der Auditelemente ein.
|
|
|
|
Veranstaltungen & Termine |
|
|
|
|
Anders Pendeln – Experimentieren für ein starkes Mobilitätsmanagement – Pendelexperiment Friedrichsdorf
Friedrichsdorf | Forum Köppern
Das Projekt transform-R lädt am 13. November ab 18:00 Uhr zur Abschlussveranstaltung des Pendelexperiments in Friedrichsdorf ein. Im Rahmen des Reallabors "Anders Pendeln – Experimentieren für ein starkes Mobilitätsmanagement" haben 38 Bürgerinnen und Bürger aus Friedrichsdorf einen neuen Pendelalltag im Rhein-Main-Gebiet mit E-Bike, E-Lastenrad, ÖPNV oder einer Kombination davon für fünf Monate erprobt. Die Ergebnisse werden im Rahmen des 3. Mobilitätsforums der Stadt Friedrichsdorf im Forum Köppern vorgestellt. Im kommenden Jahr gibt es noch zwei weitere Pendelexperimente: mit der KVG Main-Kinzig und dem Dorfbeweger e. V.
→ Weitere Informationen
|
|
|
|
|
Energieversorgung regional gestalten – Fachworkshop für Kommunen
Nürnberg | Campus Nürnberg
Wie können Kommunen mit vereinten Kräften ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen? Immer mehr Kommunen schließen sich zu gemeinde- und landkreisübergreifenden Energiegemeinschaften zusammen, um die Erneuerbaren Energien auszubauen und davon auch wirtschaftlich zu profitieren. Auch in der Metropolregion Nürnberg sind bereits 13 Landkreise und 164 Kommunen an solchen Modellen beteiligt. Ein Fachworkshop des Projekts Klimapakt2030plus für interessierte Kommunen aus der Region am 20. November 2025, von 13:00 bis 17:00 Uhr, erläutert, wie man dieses Vorhaben am besten angeht, mit Umsetzungsbeispielen sowie Förder- und Beratungsmöglichkeiten.
→ Weitere Informationen
|
|
|
|
|
Mobility-Lunch-Talk – Sicher und nachhaltig in die Schule
Online
Im vierten Mobility-Lunch-Talk aus der Veranstaltungsreihe der Begleitforschung Nachhaltige Mobilität (BeNaMo) am 20. November 2025, von 12:30 bis 13:30 Uhr, geht es um das Thema Schulmobilität und sichere Schulwege. Im ersten Vortrag präsentiert das Forschungsprojekt Be-MoVe zentrale Ergebnisse. Im Fokus stehen verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Schulmobilität, darunter Schulweg-Checks an Grundschulen und Kindergärten und die Einführung einer Schulstraße sowie folgende Fragen: Was wurde wie analysiert? Und welche praxisnahen Empfehlungen hat das Forschungsteam aus den Ergebnissen abgeleitet? Im Anschluss daran erfahren die Teilnehmenden, was das Teilprojekt "Schulisches Mobilitätsmanagement" des NUDAFA-Reallabors im Hinblick auf eine interkommunale Radverkehrsförderung in sechs Brandenburger Partnerkommunen erforscht hat. Wie kann schulisches Mobilitätsmanagement erfolgreich in kleinen und mittleren Kommunen umgesetzt werden? Welche Akteure sind dabei einzubinden? Welche Herausforderungen und Potenziale zeigen sich? Und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die Radverkehrsförderung an Schulen ableiten? Nach den Vorträgen lädt die Begleitforschung Nachhaltige Mobilität (BeNaMo) zum offenen Austausch über Herausforderungen und Chancen einer sicheren und nachhaltigen Schulmobilität ein.
→ Weitere Informationen und Anmeldung
|
|
|
|
|
2026 GAIA Masters Student Paper Award: Call for contributions
Online
Für Projekte aus der Sozial-ökologischen Forschung interessant: Die Zeitschrift GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society lädt Master-Studierende aus transdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften zur Teilnahme am "GAIA Masters Student Paper Award 2026" ein. Der Gewinner/die Gewinnerin erhält ein von der Selbach Umweltstiftung und der Dialogik gGmbH gestiftetes Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro sowie ein kostenloses einjähriges Abonnement von GAIA, einschließlich kostenlosem Online-Zugang. Einsendeschluss: 28. November 2025.
→ Einreichungsrichtlinien und weitere Informationen sowie Call for Participation als PDF.
|
|
|
|
|
BMFTR-Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft" 2026 mit HRK
Berlin | Stadtbad Oderberger
Weitere Informationen siehe Kapitel 1 und in Kürze auf FONA.
|
|
↑ zum Anfang
|
|
Ostdeutsche Großwohnsiedlungen – vom Stadtumbau zum Einwanderungsquartier
Viele ostdeutsche Großwohnsiedlungen waren nach der Wiedervereinigung von Abwanderung, Leerstand, Rückbau, Privatisierung und eine häufig auf Seniorenbedarfe ausgerichtete Modernisierung der Wohnungsbestände geprägt. Mit der internationalen Einwanderung Geflüchteter aus Syrien ab 2014/15 und später auch der Ukraine 2022 rückten Zunahme, Diversifizierung und Verjüngung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Vordergrund. Diese Entwicklungen waren mit neuen Herausforderungen für alle Beteiligten verbunden, eröffneten aber auch neue Entwicklungsperspektiven und Handlungsspielräume.
Diese Gemengelage war Gegenstand der transdisziplinären Zusammenarbeit im Projekt "Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwanderungsquartier. Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen" (StadtUmMig). Das Projekt wurde von 2019 bis 2024 vom Bundesforschungsministerium gefördert und hat diese Entwicklungen in den Großwohnsiedlungen Mueßer Holz und Neu Zippendorf in Schwerin, Südliche Neustadt in Halle (Saale) und Sandow in Cottbus untersucht sowie Entwicklungsimpulse gesetzt.
Im Projekt wurden die Entwicklungen in den Großwohnsiedlungen aus verschiedenen disziplinären Perspektiven und mit verschiedenen Methoden über fünf Jahre untersucht und in den letzten zwei Jahren auch drei soziale Infrastrukturprojekte aufgebaut oder unterstützt:
- der interkulturelle Garten im Schweriner Mueßer Holz,
- das Community Building durch künstlerische Interventionen des Mio e. V. in der Südlichen Neustadt und
- das Community Building migrantischer Frauen in Sandow.
Partner im transdisziplinären Forschungsverbund waren das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der HU Berlin, die Brandenburgische Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH B.B.S.M., die AWO Soziale Dienste gGmbH-Westmecklenburg Schwerin, der Mio e. V. aus Halle (Saale) und das Geflüchteten Netzwerk e. V. Cottbus sowie die Integrationsdienste und Stadtplanungsämter aus den Verwaltungen der drei Städte.
Das Projekt hat seine Ergebnisse aus Forschung und Praxis in zwei Handbüchern zusammengefasst. Handbuch I stellt die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt dar, beschreibt die Räume und Infrastrukturen für das Zusammenleben im Quartier, die sozialen Strukturen und Prozesse in den Einwanderungsquartieren sowie den kommunalen Zugang zum Handlungsfeld Zuwanderung. Die wissenschaftlichen Beiträge werden durch Beispiele aus der Praxis in drei Kommunen sowie lokale und politische Handlungsansätze aufgezeigt und es kommen Stimmen aus den Quartieren zu Wort. Damit soll all denjenigen ein Einblick in die Potenziale und Herausforderungen der drei Großwohnsiedlungen gegeben werden, die im beruflichen Kontext durch ehrenamtliches und politisches Engagement, als Bewohnerinnen und Bewohner oder als lokal Aktive an der Entwicklung solcher Quartiere teilhaben. Ein Erfahrungsaustausch zwischen all diesen Akteuren ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Quartiere. Hierzu will das Handbuch einen Beitrag leisten.
In Handbuch II zur zweiten Projektphase werden weiterführende Fragestellungen zur Entwicklung der Großwohnsiedlungen und Integrationsarbeit behandelt. Die Kapitel knüpfen thematisch an die Inhalte des ersten Handbuchs an und befassen sich mit der Finanzierung der kommunalen Integrationsarbeit, mit den spezifischen Herausforderungen für Migrant(innen)organisationen und soziale Einrichtungen in den drei Großwohnsiedlungen, mit Begegnungsorten und mit Praktiken der Raumaneignung sowie -wahrnehmung. Auch in diesem Band werden die wissenschaftlichen Beiträge ergänzt durch Stimmen aus den Quartieren und Kommunen sowie Beiträgen aus der lokalen Praxis. Die Kapitel zum Community-Ansatz in Cottbus, zum Nachbarschaftsgarten in Schwerin und zu den künstlerischen Stadtteilintervention in Halle geben Einblicke in konkrete, vor Ort entwickelte und erprobte Ansätze für das Zusammenleben im Einwanderungsquartier, welche während der zweiten Förderphase des Projektes durch die lokalen Verbundpartner gestaltet wurden.
Was sind die Lessons Learned?
Die Quartiere übernehmen die Integrationsaufgaben für die Städte. Zur Bewältigung der damit verbundenen Problemlage ist die querschnittsorientierte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ämtern und Ressorts in den Verwaltungen notwendig sowie eine verlässliche dauerhaftere Finanzierung der sozialen Projekte in den Quartieren.
In sozialen Projekten und Infrastrukturen werden häufig unbewusst zahlreiche soziale Grenzziehungen reproduziert, die Migrantinnen und Migranten in besonderem Maße von ihren Partizipationsmöglichkeiten ausschließen. Es braucht spezifische Kenntnisse, Sensibilität und Aufmerksamkeit für die Wahrnehmung und den Abbau dieser Barrieren.
Freiräume in den Quartieren sind zwar im Übermaß vorhanden, ihnen fehlen jedoch die Qualitäten, die für Begegnungen und individuelle Aneignungen durch die Bewohnerschaft notwendig sind, die das Sicherheitsempfinden erhöhen und lokale Identifizierungsprozesse sowie die Ausbildung stabiler Nachbarschaften ermöglichen.
Ausführlicher können die wissenschaftlichen Ergebnisse des Projekts auch in den Working Papers und Wissenschaftlichen Artikeln auf der Projektwebsite nachgelesen werden.
Was sind Highlights aus der Projektarbeit für Verstetigung, Transfer und Kommunikation?
- Mit vielfältigen Veranstaltungen in den Stadtteilen förderte das Projekt den Austausch zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft – auch über die drei Städte hinweg.
- Über verschiedene Formate gelang ein kontinuierlicher Wissenstransfer zu den verschiedenen Themen des Projekts: Nachbarschaftsbedarfe, Quartiers- und Freiraumentwicklung sowie Herausforderungen der Integrationsarbeit für die Kommunen.
- Die unterstützten Initiativen konnten über zwei Jahre zahlreiche Aktivitäten gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern durchführen und entwickelten sich zu wichtigen interkulturellen Begegnungsorten im Quartier.
- Gemeinsam wurden für die Fortsetzung der Arbeit nach Projektende Übergangsfinanzierungen in Form weiterer Projektfinanzierungen gesichert und Strategien für einer längerfristige Förderung erarbeitet. Der Mio e. V. erhält vorübergehend Unterstützung aus der "Smart City"-Projektförderung und soll anschließend über das Programm "Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten" weiterfinanziert werden. Das Sandower Community Organizing Projekt wird von der Initiative Jugend und Kultur im Quartier e. V. weitergeführt. Den interkulturellen Garten führt die VSP gGmbH, die auch bereits den Quartierstreffpunkt ZiMT mit Fahrradwerkstatt betreiben, fort.
- Demnächst wird die Arbeit des Schweriner interkulturellen Gartens auch im Dokumentarfilm "Elysium – Garten der Hoffnung" (Arbeitstitel) des Regisseurs Dieter Schumann, gefördert von der MV-Filmförderung, zu sehen sein.
- Der Spielparcours "Zurück in die Zukunft – Eine Spielstraße", der im Juni 2024 entlang der Wege, Straßen, Höfe und Durchgänge durch die Südliche Neustadt führte und vom Mio e. V. gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Künstlerinnen und Künstlern gebaut wurde, ist für den Social Design Award 2024 von SPIEGEL Wissen in Kooperation mit dem Handelsunternehmen BAUHAUS und den Hans Sauer Preis 2024 nominiert worden.
- Die Arbeit der Frauengruppe "Internationales Frauencafé Sandow" kann auf Facebook begleitet werden.
Was waren die Erfolgsfaktoren? Von lokalem Wissen und Zusammenarbeit verschiedener Akteure
Ostdeutsche Großwohnsiedlungen standen bereits vor der Einwanderung Geflüchteter vor komplexen Problemlagen. Die Einwanderung von Geflüchteten kann jedoch nicht nur als Katalysator neuer Probleme betrachtet werden, denn gleichzeitig haben sich auch neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Die Projektförderungen von EU, Bund und Ländern, die für Integrationsmaßnahmen seit 2016 eingerichtet wurden, kamen den Quartieren und ihrer Bewohnerschaft in der Breite zugute. Für die entsprechende Bearbeitung der Probleme braucht es jedoch Kenntnisse über die neuen Entwicklungen und Herausforderungen sowie eine intensive Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren. In dem fünfjährigen transdisziplinären Projekt konnten einerseits das lokal notwendige Wissen dafür erarbeitet werden und andererseits die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungen und mit Akteurinnen und Akteuren in den Quartieren unterstützt und begleitet werden.
↑ zum Anfang
|
|
|
|
|
Impressum
Ziel des Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung" (SÖF) des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ist die Entwicklung von Strategien zur Lösung konkreter gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme. Der Förderschwerpunkt ist Teil der BMFTR-Strategie "Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA). Der DLR Projektträger (DLR-PT), Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit, betreut den Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung im Auftrag des BMFTR.
Herausgeber

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)
DLR Projektträger | Umwelt und Nachhaltigkeit
Anschrift
Heinrich-Konen-Straße 1 | 53227 Bonn
Tel. +49 228 3821-1538 | Fax +49 228 3821-1540
E-Mail: soef@dlr.de
DLR-PT.de | Datenschutzerklärung | Impressum
Redaktion
Abteilung Sozial-ökologische Forschung
Bildnachweis
Key Visual und Icons: Adobe Stock / VectorMine
Bei Fragen antworten Sie bitte nicht direkt auf diesen automatisch versendeten Newsletter. Wenden Sie sich in diesem Fall an die E-Mail-Adresse soef@dlr.de.
Falls sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie sich unter diesem Link abmelden.
|
|