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Zwei Hände setzen eine junge Pflanze in den Boden.

Sonderbericht des Weltklimarates

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In Genf hat der Weltklimarat am 8. August 2019 seinen Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme vorgestellt. Basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen zeigt der Bericht auf, wie stark Klimawandel Druck auf Landsysteme ausübt und welche Maßnahmen in Land- und Forstwirtschaft und bei der Ernährung unternommen werden können.

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07.08.2019 — Der Klimawandel belastet zunehmend die Landwirtschaft. Extreme Hitzewellen und anhaltende Trockenheit sind ein ernst zu nehmendes Risiko für Biodiversität, Ernährungssicherheit und somit für unsere Lebensgrundlage insgesamt. Zu diesem Ergebnis kommt der Sonderbericht Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) des Weltklimarates (IPCC), der Anfang August im schweizerischen Genf verabschiedet worden ist. Der Bericht zeigt Möglichkeiten auf, sowohl dem Klimawandel als auch der Landdegradierung entgegenzuwirken: durch schnelle und entschlossene Maßnahmen in Klimaschutz und Anpassung, durch nachhaltige Land- und Forstwirtschaft sowie durch Maßnahmen im Ernährungssektor.

Der Sonderbericht des IPCC wurde bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Bundesumwelt- und des Bundesforschungsministeriums (BMU und BMBF) der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Mitarbeitende des DLR Projekträgers, Dr. Christiane Textor und Dr. Gerrit Hansen von der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle, waren im Auftrag des BMBF und BMU als Mitglieder der deutschen Delegation aktiv an der Verabschiedung des Berichts beteiligt und konnten ihre Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen der Klimawissenschaft sowie der Klima- und Forschungspolitik einbringen. Die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle ist seit 1998 beim DLR Projektträger angesiedelt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze und der Staatssekretär des Bundesforschungsministeriums Dr. Georg Schütte betonten bei der Pressekonferenz die Bedeutung des Sonderberichts für die deutsche Klima- und Forschungspolitik. Anschließend stellten zwei der deutschen Hauptautorinnen und -autoren die wichtigsten Aussagen des Sonderberichts vor – zum einen Prof. Hans-Otto Pörtner, IPCC-Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Folgen des Klimawandels, Anpassung und Verwundbarkeit“ (Alfred-Wegener-Institut), zum anderen Prof. Almut Arneth, koordinierende Leitautorin des ersten Kapitels (Karlsruher Institut für Technologie).

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Ein Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung.
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Zufriedene Gesichter nach der Verabschiedung des SRCCL-Sonderberichts am 7. August 2019 in Genf, an der auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DLR-Projektträgers beteiligt waren.
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Der Bericht macht deutlich, wie Klimawandel sowie Land- und Forstwirtschaft miteinander zusammenhängen: Auf der einen Seite trägt die Land- und Forstwirtschaft zum Klimawandel mit bei. Auf der anderen Seite belastet der Klimawandel Böden, Grün- und Ackerflächen sowie Wälder, Permafrostgebiete und andere landbasierte Ökosysteme. Die gut hundert Autorinnen und Autoren aus über 50 Ländern haben mehr als 7.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen bewertet. Sie nennen Optionen für  Maßnahmen, um Klimawandel und Landdegradierung gleichzeitig entgegenzuwirken. Dazu gehören nachhaltiges Land- und Forstmanagement, die Verringerung von Nahrungsmittelverschwendung und eine Ernährungsweise, die weniger Ressourcen verbraucht. Entscheidend bei all diesen Maßnahmen ist jedoch deren schnelle Umsetzung. Nur so lässt sich das Risiko verringern, dass unsere Lebensgrundlagen dauerhaft geschädigt werden.

Die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle beim DLR Projektträger

Die Abkürzung IPCC steht für Intergovernmental Panel on Climate Change, einen UN-Ausschuss für Klimaänderungen, in dem 195 Staaten vertreten sind. Er wurde 1988 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie Möglichkeiten, damit umzugehen, zu bündeln. Der IPCC forscht nicht selbst, sondern hat Expertinnen und Experten ernannt, die die neuesten Forschungsergebnisse zum Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht bewerten.

Die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle wurde 1998 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) am DLR Projektträger eingerichtet. Seit zwanzig Jahren unterstützt die Koordinierungsstelle das BMU und das BMBF und fungiert als Ansprechpartnerin für Regierung, Wissenschaft und Öffentlichkeit in IPCC-Angelegenheiten. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern den Wissenstransfer zwischen Klimaforschung und Klimapolitik; gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Österreich und der Schweiz stellen sie deutsche Übersetzungen der wichtigsten IPCC-Publikationen zur Verfügung. Fachkolleginnen und -kollegen des DLR Projektträgers im Bereich „Umwelt und Nachhaltigkeit“ begutachten regelmäßig Entwürfe von IPCC-Berichten.

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