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Viele Personen legen ihre Händer übereinander in die Mitte des Tisches.

Gesellschaftlicher Diskurs zu lebenswissenschaftlichen Fragestellungen

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Die ELSA-Forschung setzt sich mit den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auseinander. Im Auftrag des BMBF hat der DLR-PT zentrale Förderinstrumente der ELSA-Forschung entwickelt, beispielsweise die Klausurwochen, zu denen jedes Jahr interdisziplinär orientierte WissenschaftlerInnen zusammenkommen.

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12.06.2019 — Insbesondere in den Lebenswissenschaften werfen neue Erkenntnisse auch neue Fragen auf. Nicht alles, was möglich ist, ist auch gesellschaftlich gewünscht, und um Grenzen sinnvoll zu setzen, braucht es einen gesellschaftlichen Austausch. Diesen Austausch fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über die ELSA-Forschung, ein inzwischen eigenständiger Forschungszweig, der sich mit den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten („Ethical Legal and Social Aspects“) der modernen Lebenswissenschaften auseinandersetzt. Der DLR Projektträger ist von Beginn an ein zentraler Partner in diesem Förderschwerpunkt.

Wichtiger Bestandteil der ELSA-Förderung sind Klausurwochen, zu denen junge, interessierte Forscherinnen und Forscher zusammenkommen. Die Klausurwochen wurden von Mitarbeitenden des DLR Projektträgers entwickelt, um interdisziplinäres Arbeiten zu trainieren, das zu den besonderen Herausforderungen des Forschungszweiges gehört. In der ELSA-Forschung treffen Fachkräfte aus den Geistes-, Sozial- und Lebenswissenschaften aufeinander, und es werden Menschen eingebunden, die von der jeweiligen Fragestellung unmittelbar betroffen sind.

Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler organisieren in einer Klausurwoche einen einwöchigen Austausch zu einer bestimmten Fragestellung. Sie laden Fachleute verschiedenster Disziplinen aus Deutschland sowie aus anderen Ländern ein. Über Vorträge und Diskussionen wird das Thema von allen Seiten beleuchtet, dabei treffen verschiedene Aspekte und Betrachtungsweisen aufeinander und helfen bei der Reflexion der eigenen Standpunkte. In einer Abschlussveranstaltung wird das Ergebnis mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Nicht selten führen die Klausurwochen zu konkreten Empfehlungen mit Blick auf ärztliches Handeln und politische Entscheidungen. Für die Teilnehmer der Klausurwochen ist es oft der Einstieg in zukünftige Auseinandersetzung mit ELSA-Fragen. Die Klausurwochen sind ein beliebtes Förderinstrument geworden, um Nachwuchskräfte in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu schulen. Sie werden mittlerweile in vielen Förderbereichen der Gesundheitsforschung eingesetzt.

In der gerade zu Ende gegangen Klausurwoche setzten sich Expertinnen und Experten mit einem besonders sensiblen Thema auseinander, dem Thema Ethik am Lebensende. Wie soll unser Leben enden? Was hilft uns in unseren letzten Tagen? Und wer begleitet uns in dieser Zeit? Die Antworten auf diese Fragen werden stark durch unser Umfeld geprägt, durch Freunde und Familie, Lebensgewohnheiten oder -einstellungen. Hinzu kommt, dass viele unterschiedliche Berufsgruppen in die Versorgung Sterbender eingebunden sind. Welche Rolle übernehmen die einzelnen Personen? Wie interagieren sie miteinander? Und wie mit den Sterbenden und ihren Angehörigen? In den Klausurwochen wurden diese Fragen nicht nur interdisziplinär, sondern auch Ländergrenzen überschreitend untersucht und wurde die deutsche Praxis mit der in Frankreich verglichen.

Bisher wurden insgesamt 86 Klausurwochen zu verschiedensten ELSA-Fragestellungen gefördert, etwa sechs pro Jahr. Eine weitere Bekanntmachung wird noch in diesem Jahr veröffentlicht.

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